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Politik und Wirtschaft

Tarifkonflikte beurteilen

Ein Tarifkonflikt hat Folgen für viele. Mit Kriterien kannst du Handlungsmöglichkeiten fair beurteilen.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Plus

Das lernst du heute

  • Ich kann Folgen eines Tarifkonflikts für verschiedene Gruppen nennen.
  • Ich kann Handlungsoptionen vergleichen.
  • Ich kann ein begründetes Urteil formulieren.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Schlichtung und Einigung, Mitbestimmung im Betrieb: Betriebsrat und Jugendvertretung

Wer einen Tarifkonflikt beurteilen will, schaut auf mehrere Seiten. Betroffen sind die Beschäftigten, die Unternehmen und oft auch Dritte. Dritte sind zum Beispiel Fahrgäste, Eltern oder Kundinnen und Kunden. Auch die Wirtschaft insgesamt kann betroffen sein. Dann prüfst du die Handlungsoptionen: weiter verhandeln, Warnstreik, Streik, Schlichtung oder Verzicht auf die Forderung. Jede Option hat Vor- und Nachteile. Ein Streik erhöht den Druck, kostet aber alle Geld und kann Dritte belasten. Eine Schlichtung ist ruhiger, kann aber länger dauern. Hilfreiche Kriterien sind: Ist die Forderung nachvollziehbar? Wurde zuerst verhandelt? Steht die Maßnahme in einem angemessenen Verhältnis zum Ziel? Wie stark sind Dritte betroffen? Auch neue Themen spielen eine Rolle, etwa mobiles Arbeiten oder Weiterbildung, wenn Digitalisierung und Automatisierung Arbeitsplätze verändern. Am Ende formulierst du ein begründetes Urteil. Es darf auch heißen: Es kommt auf die Umstände an.

OptionVorteilNachteil
weiter verhandelnkostet wenigkann lange dauern
Warnstreikzeigt Entschlossenheittrifft Dritte kurz
Streikhoher DruckKosten für alle
Schlichtungneutrale HilfeErgebnis ungewiss

Ein Urteil begründen

  1. Ausgedachter Fall: Beschäftigte der Beispielstadtwerke fordern mehr Lohn. Busse fahren nicht.
  2. Kriterium 1: Wurde verhandelt? Ja, in vier Runden.
  3. Kriterium 2: Wer ist betroffen? Fahrgäste, die auf den Bus angewiesen sind.
  4. Kriterium 3: Gibt es mildere Mittel? Ja, eine Schlichtung.
  5. Urteil: Ein Warnstreik ist vertretbar. Vor einem langen Streik sollte eine Schlichtung versucht werden.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Wer ist betroffen?

Gibt es ein milderes Mittel?

Dann urteilen.

Ein Beispiel

Beispiel

Du suchst mit deiner Familie ein Restaurant. Alle haben andere Wünsche. Du wägst ab, was für alle passt. Das ist beurteilen.

Schritt für Schritt

Wir beurteilen einen Fall.

  1. Nenne die Betroffenen.
  2. Prüfe die Kriterien.
  3. Vergleiche die Optionen.
  4. Schreibe ein Urteil mit Begründung.

Mit einem Bild erklärt

KriteriumFrage
VerhandlungWurde zuerst verhandelt?
FolgenWer ist betroffen?
VerhältnisPasst das Mittel zum Ziel?
AlternativenGibt es ein milderes Mittel?

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Welche Frage gehört zur Beurteilung eines Streiks?
Zeig mir den ersten Schritt

Überlege: Was könnte man vor dem Streik versuchen?

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Lösung: Gibt es ein milderes Mittel, zum Beispiel eine Schlichtung?

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Wer kann von einem Streik im Nahverkehr betroffen sein?
Zeig mir den ersten Schritt

Wer nutzt den Nahverkehr?

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Lösung: Fahrgäste, Beschäftigte und Unternehmen

Tipp: Schreibe dein Urteil in drei Teilen: Aussage, Begründung nach Kriterien, Hinweis auf die andere Seite.

Merksatz: Ein Tarifkonflikt wird nach Folgen für alle Beteiligten, nach Verhältnismäßigkeit und nach milderen Mitteln beurteilt.

Typischer Fehler: Manche urteilen nur aus der Sicht einer Seite. Ein gutes Urteil beachtet Beschäftigte, Unternehmen und Dritte.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Welches Urteil ist gut begründet?
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Lösung: Ein Warnstreik ist vertretbar, weil schon verhandelt wurde. Vor einem langen Streik sollte eine Schlichtung versucht werden.

Frage 2 Welches Beispiel zeigt ein neues Tarifthema durch Digitalisierung?
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Lösung: Die Gewerkschaft fordert Weiterbildung, wenn Maschinen Aufgaben übernehmen.

Frage 3 Was bedeutet Verhältnismäßigkeit hier?
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Lösung: Das Mittel passt zum Ziel und ist nicht übertrieben.

Frage 4 Ein gutes Urteil beachtet auch die Folgen für Dritte.
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Lösung: Stimmt

Frage 5 Ein Streik ist immer das erste Mittel.
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Lösung: Stimmt nicht

Geschafft

Beurteile mit Kriterien: Verhandlung, Folgen für alle, mildere Mittel. Ein Streik ist ein starkes, aber nicht das einzige Mittel. Ein gutes Urteil wägt ab.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Tarifpartner und Mitbestimmung

Kurz erklärt, 55 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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