Tarifkonflikt: Verhandlung, Warnstreik, Streik
Wenn die Tarifparteien sich nicht einigen, kann ein Tarifkonflikt entstehen. Warnstreik und Streik sind Mittel, um Druck zu machen.
Das lernst du heute
- Ich kann den Ablauf eines Tarifkonflikts beschreiben.
- Ich kann Warnstreik und Streik unterscheiden.
- Ich kann Folgen eines Streiks nennen.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Tarifautonomie und Tarifvertrag
Der Tarifvertrag läuft aus. Die Gewerkschaft stellt neue Forderungen, zum Beispiel mehr Lohn. Die Arbeitgeberseite macht ein Angebot, das meist niedriger ist. Die Seiten verhandeln in mehreren Runden. Wenn es keine Einigung gibt und die Friedenspflicht beendet ist, darf die Gewerkschaft Druck machen. Zuerst kommt oft ein Warnstreik. Das ist eine kurze, befristete Arbeitsniederlegung, zum Beispiel für einige Stunden. Sie zeigt: Die Beschäftigten sind bereit, auch länger zu streiken. Reicht das nicht, folgt die Urabstimmung. Dabei stimmen die Gewerkschaftsmitglieder ab, ob sie streiken wollen. Bei ausreichender Zustimmung wird ein Streik ausgerufen. Ein Streik ist eine längere, gemeinsame Arbeitsniederlegung. Die Streikenden bekommen dann keinen Lohn. Gewerkschaftsmitglieder bekommen meist Streikgeld aus der Kasse ihrer Gewerkschaft. Streiks haben Folgen: Waren kommen später an, und Kundinnen und Kunden müssen warten. Auch der Betrieb verliert Geld. Deshalb ist ein Streik für beide Seiten ein Druckmittel und ein Risiko.
| Schritt | Was geschieht? |
|---|---|
| 1 Forderung | Gewerkschaft nennt ihre Wünsche |
| 2 Angebot | Arbeitgeberseite antwortet |
| 3 Verhandlungen | mehrere Runden |
| 4 Warnstreik | kurze, befristete Arbeitsniederlegung |
| 5 Urabstimmung | Mitglieder stimmen ab |
| 6 Streik | längere Arbeitsniederlegung |
Einen Konflikt verfolgen
- Ausgedachtes Beispiel: Die Gewerkschaft fordert 8 % mehr Lohn.
- Die Arbeitgeberseite bietet 3 % an. Der Abstand beträgt 5 Prozentpunkte.
- Mehrere Verhandlungsrunden bringen keine Einigung.
- Die Friedenspflicht ist abgelaufen. Es gibt einen Warnstreik von vier Stunden.
- Danach nähern sich die Seiten an. Ohne Einigung käme eine Urabstimmung.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Zuerst reden.
Dann ein kurzer Warnstreik.
Zuletzt der große Streik.
Ein Beispiel
Ein Team will, dass der Trainer eine Regel ändert. Zuerst reden alle mit ihm. Wenn er nicht reagiert, zeigen sie ihren Ärger deutlicher. So ähnlich steigert sich ein Tarifkonflikt.
Schritt für Schritt
Wir ordnen den Ablauf.
- Beginne mit den Forderungen.
- Danach kommen Angebot und Verhandlungen.
- Dann folgen Warnstreik, Urabstimmung und Streik.
Mit einem Bild erklärt
| Warnstreik | Streik |
|---|---|
| kurz, befristet | länger, unbefristet möglich |
| Signal an die Gegenseite | starkes Druckmittel |
| oft vor der Urabstimmung | meist nach der Urabstimmung |
Zur Grundlage zurück
- Tarifautonomie und Tarifvertrag – Du kennst Tarifvertrag und Friedenspflicht.
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Zeig mir den ersten Schritt
Denke an das Wort „Warnen“: Es ist ein kurzes Signal.
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Lösung: eine kurze, befristete Arbeitsniederlegung
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Wer darf bei der Urabstimmung mit abstimmen?
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Lösung: Die Gewerkschaftsmitglieder stimmen über einen Streik ab.
Tipp: Reihenfolge merken: Verhandeln, Warnstreik, Urabstimmung, Streik.
Merksatz: Tarifkonflikt: Forderung, Angebot, Verhandlung, Warnstreik, Urabstimmung, Streik. Ein Warnstreik ist kurz, ein Streik ist länger.
Typischer Fehler: Manche halten einen Warnstreik schon für einen unbefristeten Streik. Der Warnstreik ist kurz und befristet. Außerdem darf die Gewerkschaft erst zum Streik aufrufen, wenn die Friedenspflicht abgelaufen ist.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: die Gewerkschaft
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Lösung: wenn die Friedenspflicht abgelaufen ist
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Lösung: Waren oder Dienste kommen später oder fallen aus.
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Stimmt
Geschafft
Wenn Verhandlungen scheitern, machen Beschäftigte mit Warnstreiks und Streiks Druck. Ein Streik kostet beide Seiten Geld. Deshalb wird er meist erst spät eingesetzt.
Kannst du das schon?
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