DYS+ Campus ist kostenlos und ohne Werbung. Projekt mit einer Spende unterstützen

Politik und Wirtschaft

Tarifkonflikt: Verhandlung, Warnstreik, Streik

Wenn die Tarifparteien sich nicht einigen, kann ein Tarifkonflikt entstehen. Warnstreik und Streik sind Mittel, um Druck zu machen.

  • ca. 11 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich kann den Ablauf eines Tarifkonflikts beschreiben.
  • Ich kann Warnstreik und Streik unterscheiden.
  • Ich kann Folgen eines Streiks nennen.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Tarifautonomie und Tarifvertrag

Der Tarifvertrag läuft aus. Die Gewerkschaft stellt neue Forderungen, zum Beispiel mehr Lohn. Die Arbeitgeberseite macht ein Angebot, das meist niedriger ist. Die Seiten verhandeln in mehreren Runden. Wenn es keine Einigung gibt und die Friedenspflicht beendet ist, darf die Gewerkschaft Druck machen. Zuerst kommt oft ein Warnstreik. Das ist eine kurze, befristete Arbeitsniederlegung, zum Beispiel für einige Stunden. Sie zeigt: Die Beschäftigten sind bereit, auch länger zu streiken. Reicht das nicht, folgt die Urabstimmung. Dabei stimmen die Gewerkschaftsmitglieder ab, ob sie streiken wollen. Bei ausreichender Zustimmung wird ein Streik ausgerufen. Ein Streik ist eine längere, gemeinsame Arbeitsniederlegung. Die Streikenden bekommen dann keinen Lohn. Gewerkschaftsmitglieder bekommen meist Streikgeld aus der Kasse ihrer Gewerkschaft. Streiks haben Folgen: Waren kommen später an, und Kundinnen und Kunden müssen warten. Auch der Betrieb verliert Geld. Deshalb ist ein Streik für beide Seiten ein Druckmittel und ein Risiko.

SchrittWas geschieht?
1 ForderungGewerkschaft nennt ihre Wünsche
2 AngebotArbeitgeberseite antwortet
3 Verhandlungenmehrere Runden
4 Warnstreikkurze, befristete Arbeitsniederlegung
5 UrabstimmungMitglieder stimmen ab
6 Streiklängere Arbeitsniederlegung

Einen Konflikt verfolgen

  1. Ausgedachtes Beispiel: Die Gewerkschaft fordert 8 % mehr Lohn.
  2. Die Arbeitgeberseite bietet 3 % an. Der Abstand beträgt 5 Prozentpunkte.
  3. Mehrere Verhandlungsrunden bringen keine Einigung.
  4. Die Friedenspflicht ist abgelaufen. Es gibt einen Warnstreik von vier Stunden.
  5. Danach nähern sich die Seiten an. Ohne Einigung käme eine Urabstimmung.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Zuerst reden.

Dann ein kurzer Warnstreik.

Zuletzt der große Streik.

Ein Beispiel

Beispiel

Ein Team will, dass der Trainer eine Regel ändert. Zuerst reden alle mit ihm. Wenn er nicht reagiert, zeigen sie ihren Ärger deutlicher. So ähnlich steigert sich ein Tarifkonflikt.

Schritt für Schritt

Wir ordnen den Ablauf.

  1. Beginne mit den Forderungen.
  2. Danach kommen Angebot und Verhandlungen.
  3. Dann folgen Warnstreik, Urabstimmung und Streik.

Mit einem Bild erklärt

WarnstreikStreik
kurz, befristetlänger, unbefristet möglich
Signal an die Gegenseitestarkes Druckmittel
oft vor der Urabstimmungmeist nach der Urabstimmung

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was ist ein Warnstreik?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an das Wort „Warnen“: Es ist ein kurzes Signal.

Lösung ansehen

Lösung: eine kurze, befristete Arbeitsniederlegung

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was geschieht bei der Urabstimmung?
Zeig mir den ersten Schritt

Wer darf bei der Urabstimmung mit abstimmen?

Lösung ansehen

Lösung: Die Gewerkschaftsmitglieder stimmen über einen Streik ab.

Tipp: Reihenfolge merken: Verhandeln, Warnstreik, Urabstimmung, Streik.

Merksatz: Tarifkonflikt: Forderung, Angebot, Verhandlung, Warnstreik, Urabstimmung, Streik. Ein Warnstreik ist kurz, ein Streik ist länger.

Typischer Fehler: Manche halten einen Warnstreik schon für einen unbefristeten Streik. Der Warnstreik ist kurz und befristet. Außerdem darf die Gewerkschaft erst zum Streik aufrufen, wenn die Friedenspflicht abgelaufen ist.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Wer zahlt während eines Streiks meist das Streikgeld?
Lösung ansehen

Lösung: die Gewerkschaft

Frage 2 Wann darf die Gewerkschaft zu einem Streik aufrufen?
Lösung ansehen

Lösung: wenn die Friedenspflicht abgelaufen ist

Frage 3 Welche Folge kann ein Streik haben?
Lösung ansehen

Lösung: Waren oder Dienste kommen später oder fallen aus.

Frage 4 Ein Warnstreik dauert in der Regel länger als ein Streik.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 5 Während eines Streiks bekommen die Streikenden meist keinen Lohn vom Betrieb.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Geschafft

Wenn Verhandlungen scheitern, machen Beschäftigte mit Warnstreiks und Streiks Druck. Ein Streik kostet beide Seiten Geld. Deshalb wird er meist erst spät eingesetzt.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Tarifpartner und Mitbestimmung

Kurz erklärt, 55 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

PDF, 445 KB

Übungsheft herunterladen (PDF, 445 KB)

Das Heft ist für alle kostenlos – auch wenn gerade kein Geld dafür da ist. Wer es einrichten kann, unterstützt DYS+ Campus mit einem selbst gewählten Betrag. Freiwillig unterstützen