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Musik

Zufall als Prinzip: John Cage

John Cage ließ den Zufall mitkomponieren und machte Stille und Umgebungsgeräusche zum Teil der Musik.

  • ca. 10 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich kenne John Cage und seine Ideen.
  • Ich kann Zufallsverfahren erklären.
  • Ich kann 4′33″ in eigenen Worten beschreiben.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Geräusche werden Musik

John Cage (1912–1992) war ein US-amerikanischer Komponist. Er wollte, dass nicht nur sein Wille die Musik bestimmt. Deshalb nutzte er den Zufall. Er warf Münzen und befragte ein chinesisches Orakelbuch, das I Ging. So legte er Töne, Dauer und Lautstärke fest. Man nennt das Zufallsverfahren oder Aleatorik. Ab 1938 baute er auch ein „präpariertes Klavier“: Schrauben und Gummi zwischen den Saiten verändern den Klang. Berühmt ist sein Stück 4′33″ von 1952. Bei der ersten Aufführung saß ein Pianist 4 Minuten und 33 Sekunden am Flügel und spielte keinen Ton. Das Stück kann man mit jedem Instrument aufführen. Zu hören sind Geräusche im Saal. Cage meinte: Auch Stille und Umgebung gehören zur Musik.

BegriffBedeutung
ZufallsverfahrenMünzwurf, Orakelbuch bestimmt Töne
AleatorikMusik mit Zufall (lateinisch alea = Würfel)
präpariertes KlavierGegenstände zwischen den Saiten
4′33″4 Minuten 33 Sekunden Stille – Geräusche des Raums

So beschreibst du ein Zufallsstück

  1. Frage: Was entscheidet der Zufall – Tonhöhe, Dauer oder Lautstärke?
  2. Frage: Welches Mittel wird genutzt – Münze, Würfel?
  3. Beschreibe die Wirkung: Kann man ein Muster erkennen?
  4. Urteile: Was ist neu daran?

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Cage ließ den Zufall entscheiden.

Er nutzte Münzen.

4′33″ zeigt: Stille klingt auch.

Ein Beispiel

Beispiel

Wie beim Würfeln: Das Ergebnis kennt man vorher nicht.

Schritt für Schritt

Wir spielen Zufall.

  1. Wirf eine Münze.
  2. Kopf: hoher Ton. Zahl: tiefer Ton.
  3. Wiederhole fünfmal und notiere das Ergebnis.

Mit einem Bild erklärt

WurfTon
Kopfhoher Ton
Zahltiefer Ton

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Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Wie nennt man Musik mit Zufallsverfahren?
Zeig mir den ersten Schritt

Das lateinische Wort „alea“ bedeutet Würfel.

Lösung ansehen

Lösung: Aleatorik

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was geschieht in 4′33″?
Lösung ansehen

Lösung: Der Pianist spielt keinen Ton, man hört die Geräusche im Saal.

Tipp: Probiere es aus: Wirf eine Münze fünfmal. Kopf = hoher Ton, Zahl = tiefer Ton. So entsteht eine kleine Zufallsmelodie.

Merksatz: Cage (1912–1992): Zufall als Prinzip, präpariertes Klavier, 4′33″: Stille und Umgebung gehören zur Musik.

Typischer Fehler: Man glaubt, 4′33″ sei „nur Nichts“. Das Stück lenkt den Blick auf Geräusche und Stille des Augenblicks.

Prüfen

Mini-Quiz

3 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Wie heißt Cages Klavier mit Schrauben zwischen den Saiten?
Lösung ansehen

Lösung: Präpariertes Klavier

Frage 2 John Cage lebte von 1912 bis 1992.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 3 Cage wollte immer jeden Ton selbst bestimmen.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Geschafft

Cage nutzte den Zufall beim Komponieren. In 4′33″ wird die Stille mit den Geräuschen des Raums zur Musik.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Neue Musik: Reihe, Geräusch und Zufall

Kurz erklärt, 39 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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