Widerstand: von Galen und andere
Es gab Katholiken, die offen widersprachen oder Verfolgten halfen. Sie handelten mit hohem Risiko.
Das lernst du heute
- Ich beschreibe Formen von Widerstand in der Kirche.
- Ich nenne einzelne Menschen und ihr Handeln.
- Ich beurteile, was ihr Beispiel bis heute bedeutet.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Reichskonkordat und „Mit brennender Sorge“
Widerstand hat viele Formen. Man kann offen sprechen, Verfolgten helfen oder sich weigern mitzumachen. Alle diese Wege waren gefährlich.
Clemens August Graf von Galen war Bischof von Münster. Im Sommer 1941 hielt er drei bekannte Predigten. Er kritisierte die Geheime Staatspolizei, die Gestapo, und ihr Unrecht. Er sprach auch gegen die Ermordung kranker und behinderter Menschen. Seine Predigten wurden heimlich abgeschrieben und weitergegeben. Im August 1941 wurde diese Mordaktion offiziell gestoppt. Das Morden ging aber heimlich weiter. Von Galen wurde nicht verhaftet. Heute gilt er als Beispiel für Mut. Er ist seit 2005 seliggesprochen.
Bernhard Lichtenberg war Dompropst in Berlin. Er betete öffentlich für verfolgte Jüdinnen und Juden und für Gefangene. 1941 wurde er verhaftet. Er starb 1943 auf dem Weg ins Konzentrationslager Dachau. Alfred Delp, ein Jesuit, gehörte zu einer Gruppe, die über ein Deutschland nach dem Regime nachdachte. Er wurde im Februar 1945 hingerichtet.
Auch viele unbekannte Menschen halfen: Sie versteckten Verfolgte, teilten Essen oder verweigerten Befehle. Bekannte evangelische Beispiele sind die Barmer Theologische Erklärung von 1934 und Dietrich Bonhoeffer. Er wurde am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet.
| Name | Handeln | Folge |
|---|---|---|
| Clemens August von Galen | Predigten gegen Unrecht und Krankenmord (1941) | Krankenmord offiziell gestoppt, aber heimlich fortgesetzt; er blieb frei |
| Bernhard Lichtenberg | öffentliches Gebet für Verfolgte | Verhaftung, Tod 1943 |
| Alfred Delp | Nachdenken über eine Zeit nach dem Regime | Hinrichtung 1945 |
Widerstand beurteilen
- Wir fragen: Was tat die Person? Beispiel: Sie predigte öffentlich gegen Unrecht.
- Wir fragen: Welches Risiko ging sie ein?
- Wir fragen: Was bewirkte es?
- Wir urteilen: Das Handeln war mutig und half, auch wenn nicht alles verhindert wurde.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Predigt gegen Unrecht.
Gebet für Verfolgte.
Hilfe im Verborgenen.
Ein Beispiel
Stell dir vor: In deiner Klasse wird jemand gemobbt. Eine Person sagt laut Nein. Eine andere hilft nach der Stunde. Beides hilft.
Schritt für Schritt
Wir beschreiben einen Menschen im Widerstand
- Schritt 1: Wir nennen den Namen und die Aufgabe.
- Schritt 2: Wir beschreiben das Handeln.
- Schritt 3: Wir nennen Risiko und Folgen.
- Schritt 4: Wir halten fest, was das Beispiel heute bedeutet.
Mit einem Bild erklärt
| Frage | Beispiel Lichtenberg |
|---|---|
| Wer? | Dompropst in Berlin |
| Was? | öffentliches Gebet für Verfolgte |
| Folge? | Verhaftung, Tod 1943 |
Zur Grundlage zurück
- Reichskonkordat und „Mit brennender Sorge“ – Du kennst die Haltung der Kirche 1933 bis 1937.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Denke an den Bischof von Münster.
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Lösung: Clemens August von Galen
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Erinnere dich an das Gebet.
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Lösung: Er betete öffentlich für verfolgte Jüdinnen und Juden.
Tipp: Widerstand wird nicht daran gemessen, ob er alles verhindert hat. Er zeigt, dass Nein sagen möglich war.
Merksatz: Widerstand hat viele Formen: Predigt, Hilfe, Verweigerung. Menschen wie von Galen, Lichtenberg und Delp handelten aus ihrem Glauben und mit hohem Risiko.
Typischer Fehler: Viele denken, Widerstand müsse immer ein Aufstand sein. Auch öffentliches Gebet oder Hilfe im Kleinen waren Formen von Widerstand.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Verfolgte verstecken
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Am 9. April 1945
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Lösung: Stimmt nicht
Frage 5 In welchem Jahr hielt von Galen seine drei bekannten Predigten?
Zeig mir den ersten Schritt
Lies den Lektionstext.
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Lösung: 1941
Es war im Sommer 1941.
Geschafft
Es gab Katholikinnen und Katholiken, die widersprachen oder Verfolgten halfen. Ihr Mut ist bis heute ein Beispiel. Sie blieben aber eine Minderheit.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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