Reichskonkordat und „Mit brennender Sorge“
1933 schloss die Kirche einen Vertrag mit dem Staat. 1937 kritisierte ein Papstbrief die Lehren des Regimes. Beides zeigt die Spannung dieser Zeit.
Das lernst du heute
- Ich erkläre, was das Reichskonkordat von 1933 regelte.
- Ich beschreibe den Inhalt und die Wirkung der Enzyklika „Mit brennender Sorge“.
- Ich beurteile, welche Möglichkeiten und Grenzen diese Schritte hatten.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Die katholische Kirche und das Jahr 1933
Ein Konkordat ist ein Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl, also dem Papst, und einem Staat. Am 20. Juli 1933 schloss der Heilige Stuhl ein Konkordat mit dem Deutschen Reich. Es sollte die Rechte der Kirche sichern: die Seelsorge, katholische Schulen und kirchliche Vereine. Im Gegenzug zog sich die Kirche aus der Parteipolitik zurück.
Für die Regierung war der Vertrag ein Erfolg. Er brachte ihr Ansehen im In- und Ausland. Schon bald missachtete sie ihn aber. Katholische Verbände wurden eingeschränkt, Schulen und Zeitungen unter Druck gesetzt, Priester überwacht.
Der Papst reagierte. Eine Enzyklika ist ein Rundschreiben des Papstes an die Bischöfe. Das Schreiben „Mit brennender Sorge“ ist auf den 14. März 1937 datiert. Es wurde auf Deutsch verfasst. Der Text wurde heimlich gedruckt und am Palmsonntag 1937 in den katholischen Kirchen vorgelesen. Er klagte die Verletzungen des Vertrags an. Er wandte sich gegen die Rassenlehre und gegen die Vergötterung von Volk und Staat. Der Text nennt die Verfolgung der Jüdinnen und Juden nicht ausdrücklich.
Die Regierung reagierte mit Druck: Druckereien wurden beschlagnahmt, es gab Verhaftungen. Das Schreiben zeigte, dass die Kirche Grenzen zog. Die Lage der Verfolgten änderte es nicht.
| Jahr | Ereignis | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1933 | Reichskonkordat | Rechte der Kirche vertraglich gesichert, Rückzug aus der Parteipolitik |
| 1933–1937 | Vertragsbrüche | Verbände, Schulen und Zeitungen werden bedrängt |
| 1937 | „Mit brennender Sorge“ | Papstbrief gegen Rassenlehre und Staatsvergötterung |
Einen Text prüfen
- Wir fragen: Wer schreibt? Der Papst.
- Wir fragen: An wen richtet sich der Text? An die Bischöfe und Gläubigen.
- Wir fragen: Was wird kritisiert? Vertragsbrüche, Rassenlehre, Staatsvergötterung.
- Wir fragen: Was wird nicht ausdrücklich gesagt? Die Verfolgung der Jüdinnen und Juden.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
1933: Vertrag.
Dann: Vertragsbrüche.
1937: Papstbrief gegen die Ideologie.
Ein Beispiel
Zwei Seiten schließen einen Vertrag. Eine Seite hält sich nicht daran. Die andere beschwert sich öffentlich. Das passierte 1937.
Schritt für Schritt
Wir lesen ein Dokument genau
- Wir nehmen die Frage: Was ist „Mit brennender Sorge“?
- Es ist ein Rundschreiben des Papstes, eine Enzyklika.
- Wir suchen den Zweck: Kritik an den Vertragsbrüchen und an der Rassenlehre.
- Wir suchen die Grenze: Die Verfolgung der Jüdinnen und Juden wird nicht ausdrücklich genannt.
Mit einem Bild erklärt
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wer? | der Papst |
| Wann? | März 1937 |
| Was? | Kritik an Vertragsbrüchen, Rassenlehre, Staatsvergötterung |
| Grenze? | Verfolgung der Jüdinnen und Juden nicht ausdrücklich genannt |
Zur Grundlage zurück
- Die katholische Kirche und das Jahr 1933 – Du kennst die Lage im Jahr 1933.
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Zeig mir den ersten Schritt
Denke an zwei Vertragspartner.
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Lösung: Ein Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und einem Staat
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet etwa „im Kreis herumgehend“.
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Lösung: Ein Rundschreiben des Papstes
Tipp: Prüfe bei jedem Text: Was steht darin? Was fehlt? Beides gehört zur Einordnung.
Merksatz: 1933 sicherte ein Vertrag der Kirche Rechte. 1937 widersprach der Papst in „Mit brennender Sorge“ öffentlich der Rassenlehre und der Staatsvergötterung.
Typischer Fehler: Viele denken, ein Vertrag mit dem Staat bedeute Zustimmung zu dessen Ideologie. Das Konkordat sollte die Kirche schützen. Es war aber auch ein Gewinn an Ansehen für die Regierung.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: 1933
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Gegen Rassenlehre, Vergötterung von Volk und Staat und die Vertragsbrüche
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Lösung: Stimmt nicht
Geschafft
Das Reichskonkordat von 1933 regelte die Rechte der Kirche. Die Regierung brach den Vertrag. 1937 antwortete der Papst mit einer Enzyklika, die Rassenlehre und Staatsvergötterung ablehnt.
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