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Chemie

Schmelztemperatur und Siedetemperatur als Erkennungsmerkmal

Reinstoffe schmelzen und sieden bei festen Temperaturen. Mit diesen Werten kann man Stoffe erkennen und ihren Aggregatzustand vorhersagen.

  • ca. 10 Minuten
  • Klasse 7
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich kann Schmelz- und Siedetemperatur erklären.
  • Ich kann mit einer Tabelle den Aggregatzustand bei einer Temperatur vorhersagen.
  • Ich weiß, wie sich Reinstoffe und Gemische beim Sieden unterscheiden.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Schmelz- und Siedekurven lesen

Die Schmelztemperatur ist die Temperatur, bei der ein Stoff vom festen in den flüssigen Zustand übergeht. Beim Abkühlen erstarrt er bei derselben Temperatur. Die Siedetemperatur ist die Temperatur, bei der eine Flüssigkeit im ganzen Gefäß Dampfblasen bildet und gasförmig wird. Für einen Reinstoff sind beide Werte fest. Das Teilchenmodell erklärt die Übergänge: Im Feststoff liegen die Teilchen dicht an festen Plätzen und schwingen nur. Beim Erwärmen bewegen sie sich stärker. Bei der Schmelztemperatur verlassen sie ihre festen Plätze und gleiten aneinander vorbei, der Stoff wird flüssig. Bei der Siedetemperatur lösen sie sich ganz voneinander und fliegen frei umher, der Stoff wird gasförmig. Solange der Stoff schmilzt oder siedet, wird die zugeführte Wärme dafür gebraucht, die Teilchen voneinander zu lösen. Deshalb steigt die Temperatur in dieser Zeit nicht. Wasser schmilzt bei 0 °C und siedet bei 100 °C, wenn der Luftdruck normal ist. Auf hohen Bergen ist der Luftdruck kleiner, dort siedet Wasser schon bei weniger als 100 °C. Mit einer Tabelle kann man den Aggregatzustand vorhersagen. Liegt die Temperatur unter der Schmelztemperatur, ist der Stoff fest. Liegt sie zwischen Schmelz- und Siedetemperatur, ist er flüssig. Liegt sie über der Siedetemperatur, ist er gasförmig. Bei Gemischen bleibt die Temperatur beim Sieden nicht konstant. Sie steigt langsam an, weil sich die Zusammensetzung ändert. Auch deshalb erkennt man Reinstoffe an ihren festen Werten. Metalle schmelzen bei sehr verschiedenen Temperaturen: Zinn bei etwa 232 °C, Blei bei etwa 327 °C, Aluminium bei etwa 660 °C und Eisen bei etwa 1540 °C.

StoffSchmelztemperatur in °CSiedetemperatur in °C
Wasser0100
Ethanol−11478
Aceton−9556
Sauerstoff−219−183
Stickstoff−210−196

Aggregatzustand vorhersagen

  1. Frage: In welchem Zustand ist Aceton bei 20 °C?
  2. Schmelztemperatur von Aceton: −95 °C. Siedetemperatur: 56 °C.
  3. Vergleiche: −95 liegt unter 20, und 20 liegt unter 56.
  4. 20 °C liegt zwischen den Werten. Aceton ist bei 20 °C flüssig.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Fest, flüssig, gasförmig hängen von der Temperatur ab.

Unter Schmelztemperatur: fest.

Über Siedetemperatur: gasförmig.

Ein Beispiel

Beispiel

In einer Tiefkühltruhe ist es kälter als 0 °C. Wasser ist dort fest. Im Wasserkocher wird es 100 °C heiß. Dann entsteht Dampf. Dazwischen ist Wasser flüssig.

Schritt für Schritt

Wir sagen den Zustand voraus.

  1. Schmelz- und Siedetemperatur aus der Tabelle lesen.
  2. Messtemperatur mit beiden Werten vergleichen.
  3. Zustand benennen.

Mit einem Bild erklärt

TemperaturZustand
unter Schmelztemperaturfest
zwischen beiden Wertenflüssig
über Siedetemperaturgasförmig

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Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Bei welcher Temperatur siedet Wasser bei normalem Luftdruck?
Zeig mir den ersten Schritt

Suche Wasser in der Tabelle.

Lösung ansehen

Lösung: 100 °C

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

In welchem Zustand ist Ethanol bei 20 °C?
Zeig mir den ersten Schritt

Vergleiche 20 °C mit −114 °C und 78 °C.

Lösung ansehen

Lösung: Flüssig

Tipp: Zeichne dir eine Zahlengerade mit der Schmelz- und der Siedetemperatur. So siehst du auf einen Blick, wo die Messtemperatur liegt.

Merksatz: Unter Schmelztemperatur: fest. Dazwischen: flüssig. Über Siedetemperatur: gasförmig.

Typischer Fehler: Viele verwechseln Sieden und Verdunsten. Beim Verdunsten verlassen Teilchen nur die Oberfläche, und das geht bei jeder Temperatur. Beim Sieden bilden sich Blasen im ganzen Gefäß, und das geschieht bei der Siedetemperatur.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 In welchem Zustand ist Sauerstoff bei −200 °C?
Lösung ansehen

Lösung: Flüssig

Frage 2 In welchem Zustand ist Stickstoff bei −190 °C?
Lösung ansehen

Lösung: Gasförmig

Frage 3 Bei einem Reinstoff bleibt die Temperatur beim Sieden gleich.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 4 Welches Metall schmilzt bei der niedrigsten Temperatur?
Lösung ansehen

Lösung: Zinn

Geschafft

Reinstoffe haben feste Schmelz- und Siedetemperaturen. Man nutzt sie, um Stoffe zu erkennen und den Aggregatzustand vorherzusagen. Bei Gemischen steigt die Temperatur beim Sieden langsam weiter an.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

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