Film und Aktion mit Absicht
Filme und Performances können dokumentieren, beeinflussen, ausdrücken oder Fiktion erzeugen. Man erkennt das an ihren Mitteln.
Das lernst du heute
- Ich kann Dokumentar-, Spiel-, Werbe- und Experimentalfilm nach ihrer Funktion unterscheiden.
- Ich kann filmische Mittel nennen, die eine Wirkung erzeugen.
- Ich kann Körper, Raum, Zeit und Publikum in einer Performance beschreiben.
- Ich kann die Funktion einer beschriebenen Szene oder Aktion begründen.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Plastik und Architektur mit Absicht, Filmsprache: Einstellung, Schnitt und Tempo, Aktionskunst und Performance
Filme und Aktionen sind Werke in der Zeit. Sie haben die gleichen Funktionen wie Bilder. Du lernst hier echte, historische Beispiele kennen, die beschrieben werden.
Dokumentarfilm: 1895 zeigten die Brüder Lumière in Paris einen der ersten Filme. Er dauert etwa 46 Sekunden und zeigt Arbeiterinnen und Arbeiter, die ihre Fabrik in Lyon verlassen. Der Film hält einen wirklichen Moment fest.
Spielfilm (fiktional): Georges Méliès (1861–1938) drehte 1902 „Die Reise zum Mond“. Eine Kapsel landet im Auge des Mondes. Kulissen, Kostüme und Tricks wie Überblendungen machen eine erfundene Welt sichtbar.
Werbefilm (persuasiv): Er will zum Kaufen oder Handeln bewegen. Typisch sind Großaufnahmen des Produkts, schnelle Schnitte, mitreißende Musik und ein klarer Schluss mit dem Namen.
Experimentalfilm (expressiv): Er erzählt oft keine Handlung. Farben, Formen, Licht und Rhythmus drücken eine Stimmung aus.
Filmische Mittel tragen die Wirkung. Die Einstellungsgröße lenkt den Blick: Eine Großaufnahme zeigt Gefühl, eine Totale gibt Überblick. Die Perspektive verändert die Bedeutung: Von unten wirkt eine Person mächtig. Der Schnitt bestimmt das Tempo. Musik und Licht verstärken die Stimmung.
Performance: Hier handeln Künstlerinnen und Künstler selbst. Wichtige Bausteine sind Körper, Raum, Zeit und Publikum. Ein Beispiel: Joseph Beuys (1921–1986) zeigte am 26. November 1965 in einer Galerie in Düsseldorf die Aktion „wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“. Sein Kopf war mit Honig und Blattgold bedeckt. Er trug einen toten Hasen auf dem Arm und flüsterte ihm etwas über die Bilder an den Wänden zu. Das Publikum stand zuerst draußen und sah durch das Fenster zu. Nach etwa drei Stunden durfte es hinein. Die Aktion wirkt rätselhaft und expressiv. Sie fragt, wie man Kunst eigentlich versteht.
Eine Aktion im öffentlichen Raum kennst du schon: den „Verhüllten Reichstag“ von 1995.
| Art | Beispiel | Funktion im Vordergrund | typische Mittel |
|---|---|---|---|
| Dokumentarfilm | Lumière, Fabrikausgang (1895) | dokumentieren | feste Kamera, wirklicher Ort |
| Spielfilm | Méliès, „Die Reise zum Mond“ (1902) | Fiktion | Kulissen, Kostüme, Tricks |
| Werbefilm | ausgedachter Werbeclip | beeinflussen | Großaufnahme, Tempo, Musik |
| Experimentalfilm | ausgedachter Farbfilm | ausdrücken | Farbe, Form, Rhythmus |
| Performance | Beuys, toter Hase (1965) | ausdrücken | Körper, Raum, Zeit, Publikum |
Die Funktion einer Szene begründen
- Szene (ausgedacht): Eine alte Frau sitzt am Fenster. Die Kamera bleibt lange auf ihrem Gesicht. Es ist still, nur Regen ist zu hören.
- Mittel: Großaufnahme, lange Einstellung, kaum Musik.
- Wirkung: ruhig, nachdenklich, traurig.
- Funktion: Ausdruck (Expression) einer Stimmung.
- Begründung: Die lange Großaufnahme lenkt den Blick auf das Gefühl im Gesicht.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Ein Film kann zeigen, was wirklich war.
Ein Film kann eine Geschichte erfinden.
Eine Aktion passiert jetzt, vor Publikum.
Ein Beispiel
Du filmst mit dem Handy, wie der Schulhof sich in der Pause füllt. Das dokumentiert. Schneidest du später Musik und schnelle Schnitte dazu, damit es aufregend wirkt, gestaltest du eine Wirkung.
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt
- Schritt 1: Beschreibe, was zu sehen und zu hören ist.
- Schritt 2: Nenne ein filmisches Mittel oder einen Baustein der Performance.
- Schritt 3: Beschreibe die Wirkung.
- Schritt 4: Ordne eine Funktion zu und begründe sie.
Mit einem Bild erklärt
| Mittel | Wirkung |
|---|---|
| Großaufnahme | Gefühl, Nähe |
| schnelle Schnitte | Tempo, Spannung |
| Froschperspektive | Macht |
| Publikum vor dem Fenster | Abstand, Neugier |
Zur Grundlage zurück
- Plastik und Architektur mit Absicht – Hier hast du die Funktionen an Plastik und Architektur geübt.
- Filmsprache: Einstellung, Schnitt und Tempo – Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion zur Filmsprache.
- Aktionskunst und Performance – Hier lernst du die Grundbegriffe der Aktionskunst.
Jetzt zusammen
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Zeig mir den ersten Schritt
Wird hier etwas erfunden oder festgehalten?
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Lösung: Dokumentieren
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
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Was steht am Ende im Bild?
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Lösung: Beeinflussen (persuasiv)
Zeig mir den ersten Schritt
Denke an das Verhältnis von Künstler und Publikum.
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Lösung: Das Publikum wird ausgeschlossen und schaut dadurch genauer und neugieriger hin.
Tipp: Begründe immer mit einem Mittel: „Die Szene wirkt …, weil die Kamera …“. Bei einer Performance fragst du: Was macht der Körper, wo, wie lange, und wo steht das Publikum?
Merksatz: Filme und Aktionen können dokumentieren, beeinflussen, ausdrücken oder Fiktion erzeugen. Die Funktion erkennt man an Mitteln wie Einstellung, Schnitt, Musik oder an Körper, Raum, Zeit und Publikum.
Typischer Fehler: Viele denken, ein Film mit echten Menschen sei immer ein Dokumentarfilm. Auch Spielfilme und Werbung zeigen echte Menschen. Entscheidend ist, ob etwas festgehalten oder für eine Wirkung gestaltet wird.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Spielfilm
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Lösung: Farben, Formen und Rhythmus statt einer Handlung
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Lösung: Körper, Raum, Zeit und Publikum
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Weil das Werk nach der Aktion vorbei ist
Geschafft
Dokumentarfilm hält fest, Spielfilm erfindet, Werbefilm überzeugt, Experimentalfilm drückt aus. Eine Performance arbeitet mit Körper, Raum, Zeit und Publikum. Die Funktion begründet man mit den Mitteln.
Kannst du das schon?
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