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Geschichte

Warum scheiterte die Weimarer Republik?

Das Ende der Weimarer Republik hatte viele Gründe. Wir prüfen Belastungen, Fehler und Handlungsspielräume und fragen, was das Grundgesetz daraus lernte.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Plus

Das lernst du heute

  • Ich nenne Gründe für das Scheitern der Republik.
  • Ich beurteile Handlungsspielräume von Akteuren.
  • Ich erkläre, welche Lehren das Grundgesetz zog.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Die Weltwirtschaftskrise 1929: Deutschland und die USA, Die Weimarer Verfassung: Rechte und Schwachstellen

Die Weimarer Republik endete nicht durch einen einzigen Grund. Historikerinnen und Historiker nennen mehrere Faktoren.

Belastungen: der verlorene Krieg und Versailles, die Inflation von 1923, die Weltwirtschaftskrise mit sechs Millionen Arbeitslosen.

Schwächen der Ordnung: viele kleine Parteien, instabile Regierungen und der mächtige Reichspräsident mit Artikel 48. Ab 1930 regierten Kanzler mit Notverordnungen, ohne Mehrheit im Reichstag.

Zu wenige Verteidiger: Viele Beamte, Richter und Offiziere standen der Republik skeptisch gegenüber. Extreme Parteien am linken und rechten Rand lehnten die Demokratie ab. Und viele Wählerinnen und Wähler setzten ihre Hoffnung auf einfache Lösungen.

Trotzdem war das Ende nicht zwangsläufig. Politiker, Parteien und Wähler hatten Handlungsspielräume, also Möglichkeiten, anders zu entscheiden. Zum Beispiel hätte der Reichstag Kompromisse suchen können, und der Reichspräsident hätte anders entscheiden können. Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Damit begann das Ende der Demokratie. Was danach geschah, ist ein eigenes Thema.

Aus Weimar zogen die Verfasser des Grundgesetzes 1949 Lehren: ein Bundespräsident mit weniger Macht, ein Kanzler, der nur durch die Wahl eines Nachfolgers gestürzt werden kann, und Grundrechte, an die sich der Staat direkt halten muss. Das Wahlgesetz bekam außerdem eine Hürde für kleine Parteien.

Lehren aus Weimar.
Weimarer RepublikBundesrepublik (ab 1949)
Keine Hürde für kleine Parteien5-Prozent-Hürde
Mächtiger ReichspräsidentBundespräsident mit wenig Macht
Kanzler kann ohne Nachfolger gestürzt werdenNur mit Wahl eines neuen Kanzlers
Notverordnungen nach Artikel 48Strenge Regeln für den Notstand

Handlungsspielräume beurteilen

  1. Wir wählen eine Gruppe: Wählerinnen und Wähler.
  2. Wir fragen: Was hätten sie anders tun können? Demokratische Parteien unterstützen.
  3. Wir fragen: Was war schwierig? Not und Angst.
  4. Urteil: Verantwortung lag bei vielen, nicht nur bei einer Person.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Viele Gründe.

Fehler und Chancen.

Lehren fürs Grundgesetz.

Ein Beispiel

Beispiel

Ein Haus hält Stürmen stand, wenn Fundament und Dach stimmen. In Weimar waren beide geschwächt.

Schritt für Schritt

Wir ordnen Gründe

  1. Wir sammeln Gründe: Krise, Verfassung, Gegner der Demokratie.
  2. Wir ordnen: Belastungen, Schwächen, zu wenige Verteidiger.
  3. Wir fragen bei jedem: Hätte man es ändern können?
  4. Wir urteilen: ein Zusammenspiel vieler Faktoren.

Mit einem Bild erklärt

GruppeBeispiel
BelastungenVersailles, Inflation, Krise
Schwächen der OrdnungArtikel 48, Zersplitterung
Zu wenige VerteidigerGegner in Staat und Gesellschaft

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Wie lässt sich das Scheitern der Republik am besten beschreiben?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an Belastungen und Verfassung.

Lösung ansehen

Lösung: Als Zusammenspiel mehrerer Faktoren

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was bedeutet Handlungsspielraum?
Zeig mir den ersten Schritt

Hätten die Menschen auch anders entscheiden können?

Lösung ansehen

Lösung: Möglichkeiten, anders zu entscheiden

Tipp: Vermeide die Frage „Wer allein war schuld?“ Besser: Welche Faktoren kamen zusammen, und welche Entscheidungen hätten anders ausfallen können?

Merksatz: Die Republik scheiterte an Belastungen, Schwächen der Verfassung und zu wenigen überzeugten Demokraten. Das Grundgesetz zog daraus Lehren.

Typischer Fehler: Viele denken, das Scheitern sei unvermeidlich gewesen. Es gab Handlungsspielräume, die nicht genutzt wurden.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Was änderte das Grundgesetz gegenüber Weimar?
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Lösung: Der Bundespräsident hat weniger Macht.

Frage 2 Die Weimarer Republik scheiterte allein wegen des Vertrags von Versailles.
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Lösung: Stimmt nicht

Frage 3 Was ist die 5-Prozent-Hürde?
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Lösung: Parteien brauchen mindestens 5 % der Stimmen, um ins Parlament zu kommen.

Frage 4 Am 30. Januar 1933 ernannte der Reichspräsident einen neuen Reichskanzler.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 5 Wer hatte Handlungsspielräume?
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Lösung: Politiker, Parteien und Wählerinnen und Wähler

Geschafft

Mehrere Gründe zusammen führten zum Ende der Republik. Das Grundgesetz sichert die Demokratie besser ab.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Die Weimarer Republik: Demokratie in der Krise

Kurz erklärt, 43 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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