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Geschichte

Die Weimarer Verfassung: Rechte und Schwachstellen

Die Weimarer Verfassung machte Deutschland zur Demokratie. Sie enthielt Grundrechte, aber auch Regeln, die später gefährlich wurden.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich nenne zentrale Regeln der Weimarer Verfassung.
  • Ich erkläre die Befugnisse des Reichspräsidenten.
  • Ich vergleiche Kontinuität und Wandel gegenüber dem Kaiserreich.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Novemberrevolution 1918: Räte oder Parlament?, Menschen- und Bürgerrechte 1789: Anspruch und Wirklichkeit

Am 11. August 1919 unterzeichnete Reichspräsident Ebert die neue Verfassung. Sie trat am 14. August 1919 in Kraft.

Neu war: Das Volk ist die Quelle der Staatsgewalt. Der Reichstag wird nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Männer und Frauen ab 20 Jahren dürfen wählen. Die Verfassung enthält Grundrechte wie Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit. Der Reichskanzler braucht das Vertrauen des Reichstags. Das Volk wählt den Reichspräsidenten direkt auf sieben Jahre.

Der Reichspräsident hatte viel Macht. Er ernannte den Reichskanzler, konnte den Reichstag auflösen und hatte den Oberbefehl über die Armee. Nach Artikel 48 durfte er in einer Notlage Notverordnungen erlassen und Grundrechte vorübergehend einschränken. Das war gedacht für kurze Krisen.

Schwachstellen: Es gab keine Mindestgrenze für Parteien im Reichstag. Viele kleine Parteien zogen ein, und Regierungen zerbrachen oft. Der Reichstag konnte Kanzler stürzen, ohne einen Nachfolger zu wählen. Und Artikel 48 konnte missbraucht werden.

Manches blieb wie im Kaiserreich: Beamte, Richter und Offiziere behielten ihre Stellen. Viele von ihnen lehnten die Republik innerlich ab.

Kontinuität und Wandel.
MerkmalKaiserreichWeimarer Republik
StaatsformMonarchieRepublik
StaatsoberhauptKaiser (erblich)Reichspräsident (vom Volk gewählt)
WahlrechtMänner ab 25Frauen und Männer ab 20
RegierungKanzler vom Kaiser ernanntKanzler braucht Vertrauen des Reichstags

Artikel 48 beurteilen

  1. Wir lesen: Der Präsident darf in einer Notlage Grundrechte einschränken.
  2. Vorteil: Der Staat kann schnell handeln.
  3. Gefahr: Der Präsident kann das Parlament umgehen.
  4. Urteil: Die Regel ist nur sicher, wenn der Präsident sie verantwortungsvoll nutzt.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Volk wählt Reichstag und Präsidenten.

Grundrechte.

Starker Präsident, Artikel 48.

Ein Beispiel

Beispiel

Stell dir einen Verein vor, in dem der Vorsitzende im Notfall alle Regeln aussetzen darf. Das klingt sinnvoll, kann aber gefährlich werden.

Schritt für Schritt

Wir prüfen eine Regel

  1. Wir wählen die Regel: Der Reichspräsident kann den Reichstag auflösen.
  2. Wir fragen: Wer kontrolliert ihn?
  3. Wir sehen: Nach einer Auflösung muss neu gewählt werden. Bis dahin kann er mit Artikel 48 ohne Parlament regieren.
  4. Wir halten fest: Die Macht des Präsidenten war sehr groß.

Mit einem Bild erklärt

RegelChanceRisiko
Artikel 48schnelles HandelnParlament umgehen
Verhältniswahlrechtviele Gruppen vertretenZersplitterung

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Für wie viele Jahre wurde der Reichspräsident gewählt?
Zeig mir den ersten Schritt

Lies den Text noch einmal.

Lösung ansehen

Lösung: Sieben Jahre

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was erlaubte Artikel 48?
Zeig mir den ersten Schritt

Es geht um Notlagen.

Lösung ansehen

Lösung: Notverordnungen und das Einschränken von Grundrechten in einer Notlage

Tipp: Frage bei jeder Regel: Wer bekommt Macht? Wer kontrolliert sie? Was passiert, wenn jemand sie missbraucht?

Merksatz: Die Weimarer Verfassung schuf eine Demokratie mit Grundrechten. Der Reichspräsident hatte jedoch viel Macht, und Artikel 48 war gefährlich.

Typischer Fehler: Viele denken, die Verfassung sei von Anfang an schlecht gewesen. Sie brachte viel Neues. Gefährlich wurde sie durch einzelne Regeln und durch Menschen, die sie nicht verteidigten.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Was war neu gegenüber dem Kaiserreich?
Lösung ansehen

Lösung: Das Wahlrecht für Frauen

Frage 2 Der Reichskanzler brauchte das Vertrauen des Reichstags.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 3 Welche Schwachstelle hatte die Verfassung?
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Lösung: Es gab keine Hürde für kleine Parteien.

Frage 4 Beamte und Richter wurden 1918 19tel alle ausgetauscht.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 5 Wann trat die Weimarer Verfassung in Kraft?
Lösung ansehen

Lösung: 1919

Geschafft

Die Verfassung von 1919 machte Deutschland demokratischer. Doch der starke Reichspräsident und Artikel 48 waren Schwachstellen.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Die Weimarer Republik: Demokratie in der Krise

Kurz erklärt, 43 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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