Die Weimarer Verfassung: Rechte und Schwachstellen
Die Weimarer Verfassung machte Deutschland zur Demokratie. Sie enthielt Grundrechte, aber auch Regeln, die später gefährlich wurden.
Das lernst du heute
- Ich nenne zentrale Regeln der Weimarer Verfassung.
- Ich erkläre die Befugnisse des Reichspräsidenten.
- Ich vergleiche Kontinuität und Wandel gegenüber dem Kaiserreich.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Novemberrevolution 1918: Räte oder Parlament?, Menschen- und Bürgerrechte 1789: Anspruch und Wirklichkeit
Am 11. August 1919 unterzeichnete Reichspräsident Ebert die neue Verfassung. Sie trat am 14. August 1919 in Kraft.
Neu war: Das Volk ist die Quelle der Staatsgewalt. Der Reichstag wird nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Männer und Frauen ab 20 Jahren dürfen wählen. Die Verfassung enthält Grundrechte wie Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit. Der Reichskanzler braucht das Vertrauen des Reichstags. Das Volk wählt den Reichspräsidenten direkt auf sieben Jahre.
Der Reichspräsident hatte viel Macht. Er ernannte den Reichskanzler, konnte den Reichstag auflösen und hatte den Oberbefehl über die Armee. Nach Artikel 48 durfte er in einer Notlage Notverordnungen erlassen und Grundrechte vorübergehend einschränken. Das war gedacht für kurze Krisen.
Schwachstellen: Es gab keine Mindestgrenze für Parteien im Reichstag. Viele kleine Parteien zogen ein, und Regierungen zerbrachen oft. Der Reichstag konnte Kanzler stürzen, ohne einen Nachfolger zu wählen. Und Artikel 48 konnte missbraucht werden.
Manches blieb wie im Kaiserreich: Beamte, Richter und Offiziere behielten ihre Stellen. Viele von ihnen lehnten die Republik innerlich ab.
| Merkmal | Kaiserreich | Weimarer Republik |
|---|---|---|
| Staatsform | Monarchie | Republik |
| Staatsoberhaupt | Kaiser (erblich) | Reichspräsident (vom Volk gewählt) |
| Wahlrecht | Männer ab 25 | Frauen und Männer ab 20 |
| Regierung | Kanzler vom Kaiser ernannt | Kanzler braucht Vertrauen des Reichstags |
Artikel 48 beurteilen
- Wir lesen: Der Präsident darf in einer Notlage Grundrechte einschränken.
- Vorteil: Der Staat kann schnell handeln.
- Gefahr: Der Präsident kann das Parlament umgehen.
- Urteil: Die Regel ist nur sicher, wenn der Präsident sie verantwortungsvoll nutzt.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Volk wählt Reichstag und Präsidenten.
Grundrechte.
Starker Präsident, Artikel 48.
Ein Beispiel
Stell dir einen Verein vor, in dem der Vorsitzende im Notfall alle Regeln aussetzen darf. Das klingt sinnvoll, kann aber gefährlich werden.
Schritt für Schritt
Wir prüfen eine Regel
- Wir wählen die Regel: Der Reichspräsident kann den Reichstag auflösen.
- Wir fragen: Wer kontrolliert ihn?
- Wir sehen: Nach einer Auflösung muss neu gewählt werden. Bis dahin kann er mit Artikel 48 ohne Parlament regieren.
- Wir halten fest: Die Macht des Präsidenten war sehr groß.
Mit einem Bild erklärt
| Regel | Chance | Risiko |
|---|---|---|
| Artikel 48 | schnelles Handeln | Parlament umgehen |
| Verhältniswahlrecht | viele Gruppen vertreten | Zersplitterung |
Zur Grundlage zurück
- Novemberrevolution 1918: Räte oder Parlament? – Du kennst den Weg zur Republik.
- Menschen- und Bürgerrechte 1789: Anspruch und Wirklichkeit – Du kennst die Idee der Menschen- und Bürgerrechte.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Lies den Text noch einmal.
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Lösung: Sieben Jahre
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
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Es geht um Notlagen.
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Lösung: Notverordnungen und das Einschränken von Grundrechten in einer Notlage
Tipp: Frage bei jeder Regel: Wer bekommt Macht? Wer kontrolliert sie? Was passiert, wenn jemand sie missbraucht?
Merksatz: Die Weimarer Verfassung schuf eine Demokratie mit Grundrechten. Der Reichspräsident hatte jedoch viel Macht, und Artikel 48 war gefährlich.
Typischer Fehler: Viele denken, die Verfassung sei von Anfang an schlecht gewesen. Sie brachte viel Neues. Gefährlich wurde sie durch einzelne Regeln und durch Menschen, die sie nicht verteidigten.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Das Wahlrecht für Frauen
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Es gab keine Hürde für kleine Parteien.
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: 1919
Geschafft
Die Verfassung von 1919 machte Deutschland demokratischer. Doch der starke Reichspräsident und Artikel 48 waren Schwachstellen.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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