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Geschichte

Frauen in der Weimarer Republik: Anspruch und Wirklichkeit

Frauen bekamen das Wahlrecht und neue Chancen. Im Alltag und im Recht blieben aber viele Ungleichheiten.

  • ca. 11 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich beschreibe neue Rechte der Frauen.
  • Ich nenne Bereiche, in denen Frauen weiter benachteiligt waren.
  • Ich beurteile das Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Die Weimarer Verfassung: Rechte und Schwachstellen

Seit dem 12. November 1918 durften Frauen wählen und gewählt werden. Bei der Wahl im Januar 1919 gaben viele Frauen ihre Stimme ab. In die Nationalversammlung zogen 37 Frauen ein. Artikel 109 der Verfassung sagte: Männer und Frauen haben „grundsätzlich“ dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.

In der Arbeitswelt änderte sich viel. Immer mehr Frauen arbeiteten als Angestellte, zum Beispiel als Sekretärin, Verkäuferin oder Telefonistin. Das Bild der „Neuen Frau“ stand für Selbstständigkeit: eigenes Geld, kurze Haare, Sport. Mehr Frauen studierten.

Die Wirklichkeit war oft anders. Frauen verdienten für gleiche Arbeit weniger als Männer. In Krisen sollten sie ihre Stellen für Männer räumen, und verheiratete Frauen im öffentlichen Dienst konnten entlassen werden. Im Familienrecht galt weiter das alte Recht: Der Ehemann entschied in vielen Fragen. Viele Frauen hatten dazu noch Haushalt und Kinder.

Man sieht ein Spannungsfeld: Auf dem Papier stand Gleichberechtigung, im Alltag waren Frauen oft nicht gleichgestellt.

Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
BereichAnspruchWirklichkeit
PolitikWahlrecht für Frauennur 37 von 423 Abgeordneten 1919
BerufBerufstätigkeit möglichniedrigere Löhne, Entlassungen in Krisen
FamilieGleichberechtigungEhemann entscheidet vieles

Anspruch und Wirklichkeit vergleichen

  1. Wir lesen den Anspruch: Männer und Frauen haben dieselben Rechte.
  2. Wir suchen die Wirklichkeit: Löhne, Familienrecht, Entlassungen.
  3. Wir ordnen beides in einer Tabelle.
  4. Wir urteilen: Die Rechte waren ein Fortschritt, aber nicht vollständig umgesetzt.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Frauen wählen.

Frauen arbeiten.

Aber: weniger Lohn, weniger Rechte.

Ein Beispiel

Beispiel

Eine Schulregel sagt: Alle dürfen in der Pause in die Turnhalle. Wenn aber nur die Älteren hineindürfen, gilt die Regel nur auf dem Papier.

Schritt für Schritt

Wir bewerten einen Fortschritt

  1. Wir nennen den Fortschritt: Frauenwahlrecht.
  2. Wir fragen: Wo fehlt noch etwas? Löhne und Familienrecht.
  3. Wir sammeln beides in einer Tabelle.
  4. Wir bewerten: wichtiger Anfang, noch kein Ziel.

Mit einem Bild erklärt

FortschrittNoch offen
Wahlrecht 1918gleiche Löhne
neue Berufegleiche Rechte in der Familie

Zur Grundlage zurück

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Wann durften Frauen in Deutschland erstmals wählen?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an die Nationalversammlung.

Lösung ansehen

Lösung: Bei der Wahl im Januar 1919

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was zeigt das Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit?
Zeig mir den ersten Schritt

Vergleiche Gesetz und Alltag.

Lösung ansehen

Lösung: Gleichberechtigung stand im Gesetz, wurde aber nicht überall gelebt.

Tipp: Prüfe bei einem Recht immer zwei Dinge: Steht es im Gesetz? Und wird es im Alltag gelebt?

Merksatz: Frauen bekamen 1918 das Wahlrecht. Im Beruf und in der Familie blieben viele Benachteiligungen bestehen.

Typischer Fehler: Viele denken, mit dem Wahlrecht sei die Gleichberechtigung erreicht gewesen. Es war ein wichtiger Schritt, aber nicht der letzte.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Welche Berufe wurden für Frauen wichtiger?
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Lösung: Sekretärin, Verkäuferin, Telefonistin

Frage 2 Frauen verdienten für gleiche Arbeit meist weniger als Männer.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 3 Wer entschied im Familienrecht vieles?
Lösung ansehen

Lösung: Der Ehemann

Frage 4 Die „Neue Frau“ stand für Selbstständigkeit und Berufstätigkeit.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 5 Wie viele Frauen zogen 1919 in die Nationalversammlung ein?
Lösung ansehen

Lösung: 37

Geschafft

Wahlrecht und neue Berufe gab es seit 1918. Gleiche Rechte in der Familie kamen erst viel später. Um gleiche Löhne wird bis heute gestritten.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Die Weimarer Republik: Demokratie in der Krise

Kurz erklärt, 43 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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