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Geschichte

Bismarcks Innenpolitik: Kulturkampf und Sozialgesetze

Bismarck bekämpfte Gruppen, die er als Gefahr ansah, und führte zugleich Sozialgesetze ein.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich kann Kulturkampf und Sozialistengesetz erklären.
  • Ich kann die Sozialgesetze nennen.
  • Ich kann Bismarcks Politik als „Zuckerbrot und Peitsche“ deuten.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Das Kaiserreich: Wer hatte die Macht?

Otto von Bismarck war von 1871 bis 1890 Reichskanzler. Er wollte das junge Reich festigen. Dazu sah er zwei innere „Reichsfeinde“. Als ersten Gegner sah er die katholische Kirche und die Partei, die ihr nahestand. Bismarck fürchtete ihren Einfluss. Im Kulturkampf ab 1871 schränkte der Staat die Macht der Kirche ein. Zum Beispiel galt eine Ehe nur noch, wenn sie auf dem Standesamt geschlossen wurde. Pfarrer durften auf der Kanzel keine Politik machen. Viele Katholiken fühlten sich benachteiligt. Der Kulturkampf scheiterte weitgehend und wurde in den 1880er-Jahren beendet. Der zweite Gegner war die Arbeiterbewegung. 1878 erließ das Reich das Sozialistengesetz. Es verbot Vereine, Versammlungen und Schriften sozialistischer Gruppen. Im Reichstag durften ihre Abgeordneten jedoch weiter sitzen. Zugleich wollte Bismarck die Arbeiter an den Staat binden. Deshalb führte er die Sozialversicherung ein: 1883 Krankenversicherung, 1884 Unfallversicherung, 1889 Alters- und Invaliditätsversicherung. Man spricht von „Zuckerbrot und Peitsche“. 1890 entließ Kaiser Wilhelm II. Bismarck.

MaßnahmeJahrZiel
Kulturkampfab 1871Einfluss der katholischen Kirche begrenzen
Sozialistengesetz1878 bis 1890Arbeiterbewegung bekämpfen
Sozialversicherung1883 bis 1889Arbeiter an den Staat binden

Peitsche und Zuckerbrot

  1. Peitsche: Sozialistengesetz verbietet Vereine und Schriften.
  2. Zuckerbrot: Sozialversicherung verbessert die Lage.
  3. Absicht: Die Arbeiter sollen sich vom Staat unterstützt fühlen und Bismarcks Gegnern nicht folgen.
  4. Wirkung: Die Arbeiterbewegung wuchs trotzdem weiter.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Zwei Gegner: Kirche und Arbeiterbewegung.

Zwei Mittel: Verbote und Sozialgesetze.

Ziel: ein stabiles Reich.

Ein Beispiel

Beispiel

Wie ein Lehrer, der Handys verbietet, aber dafür mehr Pausen gibt: Verbot und Entgegenkommen gleichzeitig.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

  1. Maßnahme wählen: Sozialistengesetz.
  2. Gegen wen? Arbeiterbewegung.
  3. Mittel? Verbot von Vereinen und Schriften.

Mit einem Bild erklärt

JahrEreignis
1871Beginn des Kulturkampfs
1878Sozialistengesetz
1883Krankenversicherung
1890Entlassung Bismarcks

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Gegen wen richtete sich das Sozialistengesetz?
Zeig mir den ersten Schritt

Wen nannte Bismarck „sozialistisch“?

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Lösung: gegen die Arbeiterbewegung

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Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Warum führte Bismarck die Sozialversicherung ein?
Zeig mir den ersten Schritt

Was bekamen die Arbeiter durch die Versicherung?

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Lösung: Er wollte die Arbeiter an den Staat binden.

Tipp: Merke dir zu jeder Maßnahme drei Fragen: Gegen wen? Mit welchem Mittel? Mit welcher Wirkung?

Merksatz: Kulturkampf gegen die Kirche, Sozialistengesetz gegen die Arbeiterbewegung, Sozialversicherung als Gegenmaßnahme.

Typischer Fehler: Man verwechselt oft die Ziele. Der Kulturkampf richtete sich gegen die katholische Kirche, das Sozialistengesetz gegen die Arbeiterbewegung.

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Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Wann endete Bismarcks Amtszeit?
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Lösung: 1890

Frage 2 Was bedeutet „Kulturkampf“ hier?
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Lösung: Streit zwischen Staat und katholischer Kirche

Frage 3 Welche Versicherung kam 1883?
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Lösung: die Krankenversicherung

Frage 4 Das Sozialistengesetz verbot sozialistische Vereine.
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Lösung: Stimmt

Frage 5 Der Kulturkampf war ein voller Erfolg für Bismarck.
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Lösung: Stimmt nicht

Geschafft

Bismarck bekämpfte katholische und sozialistische Gruppen und führte zugleich Sozialgesetze ein. Die Absicht war, den Staat zu stabilisieren.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

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