Erinnern an die Kolonialzeit: Straßennamen, Museen, digitale Angebote
Heute streitet man darüber, wie Deutschland an die Kolonialzeit erinnern soll. Du lernst, geschichtskulturelle Angebote mit Kriterien zu bewerten.
Das lernst du heute
- Ich kann Formen der Erinnerung nennen.
- Ich kann Kriterien für die Bewertung nennen.
- Ich kann ein Beispiel begründet bewerten.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Folgen der Kolonialzeit bis heute
Erinnerung an die Kolonialzeit zeigt sich an vielen Orten. In Städten tragen Straßen Namen von Menschen, die an der Kolonialherrschaft beteiligt waren. Einige Städte haben solche Namen geändert oder mit Erklärtafeln versehen. In Museen liegen Gegenstände aus Afrika, die manchmal durch Gewalt, Raub oder unfaire Käufe nach Europa kamen. Provenienzforschung untersucht, woher sie stammen. Manche Objekte wurden zurückgegeben. 2022 übertrug Deutschland den Besitz an den sogenannten Benin-Bronzen an Nigeria. Dazu gibt es digitale Angebote: Online-Sammlungen, virtuelle Rundgänge, Karten und Videos. Wie bewertet man so etwas? Nützliche Kriterien sind: Quellen und Herkunft: Werden sie genannt? Perspektiven: Kommen Menschen aus den betroffenen Ländern zu Wort? Verständlichkeit: Ist es klar und sachlich? Sprache: Wird mit abwertenden Begriffen gearbeitet? Zugang: Ist das Angebot frei zugänglich? Aktualität: Wann wurde es zuletzt überarbeitet? Mit diesen Kriterien kommst du zu einem begründeten Urteil. Es gibt keine einzige richtige Meinung zum Umgang mit der Vergangenheit, aber gute und schlechte Begründungen.
| Kriterium | Frage |
|---|---|
| Quellen | Sind Herkunft und Belege genannt? |
| Perspektiven | Kommen Betroffene zu Wort? |
| Sprache | Werden abwertende Begriffe vermieden oder erklärt? |
| Zugang | Ist das Angebot frei zugänglich? |
| Aktualität | Wie aktuell ist es? |
Ein Beispiel bewerten
- Ausgedachtes Beispiel: Eine Stadt „Beispielstadt“ hat eine „Kolonialstraße“ mit einer Tafel, die erklärt, wer der Namensgeber war und was er tat.
- Kriterium Quellen: Die Tafel nennt Belege.
- Kriterium Perspektiven: Es fehlt die Sicht Betroffener.
- Urteil: Gut, weil Information vorhanden ist. Verbesserbar, weil die Perspektive Betroffener fehlt.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Erinnerung gibt es in Straßen, Museen und im Netz.
Prüfe: Quellen, Perspektiven, Sprache, Zugang.
Ein Beispiel
Wie bei einer Rezension: Man sagt nicht nur „gut“ oder „schlecht“, sondern begründet, woran man es misst.
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt
- Beispiel wählen: Straße mit Erklärtafel.
- Kriterium nennen: Quellen und Perspektiven.
- Ergebnis formulieren.
Mit einem Bild erklärt
| Kriterium | Bewertung im Beispiel |
|---|---|
| Quellen | gut |
| Perspektiven | fehlt |
Zur Grundlage zurück
- Folgen der Kolonialzeit bis heute – Du kennst die Folgen der Kolonialzeit.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Provenienz bedeutet Herkunft.
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Lösung: die Herkunft von Museumsobjekten
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Welche Antwort nennt Gründe?
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Lösung: Die Tafel nennt Belege, doch die Sicht Betroffener fehlt.
Tipp: Bewerte immer mit mindestens zwei Kriterien. Nenne dann ein Ergebnis, das beides berücksichtigt.
Merksatz: Erinnerung bewerten: Kriterien wählen, Beispiel prüfen, Urteil begründen. Perspektiven Betroffener beachten.
Typischer Fehler: Man urteilt oft nach Bauchgefühl. Besser ist, Kriterien zu nutzen und das Urteil zu begründen.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Ob Quellen genannt werden
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Lösung: Deutschland übertrug den Besitz an Nigeria.
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Lösung: Sie zeigen, wie die Ereignisse erlebt wurden.
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Stimmt
Geschafft
Straßennamen, Museumsobjekte und digitale Angebote sind Formen der Erinnerung. Mit Kriterien bewertest du sie begründet.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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