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Evangelische Religion

Kirche und Staat in Deutschland

Kirche und Staat standen früher eng zusammen. Heute sind sie getrennt, arbeiten aber in manchen Bereichen zusammen.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Basis

Das lernst du heute

  • Ich beschreibe Stationen im Verhältnis von Kirche und Staat.
  • Ich erkläre, wie das Verhältnis heute in Deutschland geregelt ist.
  • Ich nenne Beispiele für die Zusammenarbeit.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Kirche hat viele Gestalten

Im Römischen Reich wurden Christinnen und Christen zunächst oft verfolgt. Das änderte sich im 4. Jahrhundert. Im Jahr 313 durften sie ihren Glauben frei ausüben. Im Jahr 380 wurde das Christentum Staatsreligion. Kirche und Staat rückten eng zusammen.

Im Mittelalter stritten Päpste und Kaiser darum, wer das letzte Wort hat. Mit der Reformation gewannen die Landesherren in evangelischen Gebieten großen Einfluss: Sie leiteten die Kirche in ihrem Land. Man nennt das landesherrliches Kirchenregiment. Der Augsburger Religionsfriede von 1555 erlaubte den Landesherren, sich für die katholische oder die lutherische Konfession zu entscheiden.

Die Weimarer Reichsverfassung von 1919 beendete das Staatskirchentum. Seit damals gibt es keine Staatskirche mehr. Das Grundgesetz von 1949 übernahm diese Regelung (Artikel 140).

Heute gilt: Der Staat ist weltanschaulich neutral. Jede Person darf glauben oder nicht glauben (Religionsfreiheit, Artikel 4 Grundgesetz). Zugleich arbeiten Staat und Kirchen zusammen. Beispiele: Religionsunterricht an öffentlichen Schulen (Artikel 7), Kirchen als Träger von Krankenhäusern und Kitas, Seelsorge in Gefängnissen und beim Militär. Die Kirchen sind „Körperschaften des öffentlichen Rechts“. Diese besondere Rechtsform erlaubt ihnen zum Beispiel, Steuern zu erheben. Wer Mitglied ist und Lohn- oder Einkommensteuer zahlt, zahlt auch Kirchensteuer. Das Finanzamt zieht sie gegen eine Gebühr für die Kirchen ein.

Man nennt dieses Verhältnis „hinkende Trennung“: getrennt, aber nicht völlig getrennt. Viele diskutieren darüber, ob das richtig ist.

313Religionsfreiheit380Staatsreligion1555Religionsfriede1919Ende Staatskirche1949Grundgesetz
Stationen im Verhältnis von Kirche und Staat.

Zusammenarbeit prüfen

  1. Beispiel: Religionsunterricht an der Schule.
  2. Wer organisiert? Der Staat, mit Inhalten nach den Grundsätzen der Religionsgemeinschaft.
  3. Warum ist das möglich? Das Grundgesetz sieht es in Artikel 7 vor.
  4. Ergebnis: Das ist ein Beispiel für Zusammenarbeit bei Trennung.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Früher: eng verbunden.

Heute: getrennt, aber Zusammenarbeit.

Ein Beispiel

Beispiel

Zwei Vereine nutzen dieselbe Halle, haben aber getrennte Kassen. So ähnlich ist das Verhältnis von Staat und Kirchen.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: Verhältnis einordnen

  1. Nenne die Zeit.
  2. Wer bestimmte?
  3. Was galt?
  4. Wie ist es heute?

Mit einem Bild erklärt

ZeitVerhältnis
380Christentum wird Staatsreligion
nach 1517Landesherren leiten die Kirche
1919keine Staatskirche mehr
heuteneutral, aber mit Zusammenarbeit

Zur Grundlage zurück

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Was endete mit der Weimarer Reichsverfassung 1919?
Zeig mir den ersten Schritt

Schau auf die Zeitleiste: Was steht bei 1919?

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Lösung: Das Staatskirchentum

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Welche Aussage passt zum Staat heute?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an Artikel 4 des Grundgesetzes.

Lösung ansehen

Lösung: Er ist weltanschaulich neutral.

Tipp: Ordne die Jahreszahlen: 313, 380, 1555, 1919, 1949.

Merksatz: Staatskirche war früher üblich. Heute gilt: Trennung von Staat und Kirche, aber mit Zusammenarbeit.

Typischer Fehler: Viele meinen, Staat und Kirche seien ganz getrennt. In Deutschland gibt es Zusammenarbeit.

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Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Im Jahr 380 wurde das Christentum im Römischen Reich Staatsreligion.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 2 Was ist ein Beispiel für Zusammenarbeit von Kirche und Staat?
Lösung ansehen

Lösung: Religionsunterricht an öffentlichen Schulen

Frage 3 Was meint „hinkende Trennung“?
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Lösung: Getrennt, aber nicht völlig getrennt

Frage 4 Wer leitete nach der Reformation oft die Kirche in evangelischen Gebieten?
Lösung ansehen

Lösung: Die Landesherren

Geschafft

Von der Staatsreligion bis zur heutigen Neutralität: Das Verhältnis von Kirche und Staat hat sich geändert. Heute sind beide getrennt, arbeiten aber zusammen.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

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