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Geschichte

Wer wurde noch verfolgt?

Der NS-Staat verfolgte nicht nur Jüdinnen und Juden. Auch Sinti und Roma, Homosexuelle und politische Gegner wurden entrechtet und eingesperrt.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich nenne Gruppen, die der NS-Staat verfolgte.
  • Ich erkläre, womit der Staat die Verfolgung jeweils begründete.
  • Ich erläutere, was mit den Betroffenen geschah.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Schritt für Schritt entrechtet: 1933 bis 1938

Der NS-Staat teilte Menschen in Gruppen ein. Wer nicht ins Bild passte, wurde verfolgt. Schon im März 1933 entstand bei Dachau eines der ersten Konzentrationslager. Dort sperrte man zuerst politische Gegner ein.

Politische Gegner waren Menschen, die anderer Meinung waren, etwa Gewerkschafter oder Mitglieder anderer Parteien. Bis Juli 1933 wurden alle Parteien außer der NSDAP verboten oder zur Auflösung gezwungen. Auch Christinnen und Christen, die öffentlich widersprachen, wurden bedroht. Die Zeugen Jehovas lehnten Wehrdienst und Treueeid auf den Staat ab. Deshalb wurden sie verfolgt.

Sinti und Roma wurden als „Rasse“ ausgegrenzt. Das war Unsinn. Man erfasste sie in Listen, sperrte sie in Lager und deportierte sie später. Nach Schätzungen wurden bis zu 500 000 Sinti und Roma in Europa ermordet. Die Bundesregierung erkennt dies seit 1982 als Völkermord an.

Homosexuelle Männer wurden strafrechtlich verfolgt. Der Paragraf 175 stellte Beziehungen zwischen Männern unter Strafe. 1935 wurde er verschärft. Zehntausende Männer wurden verurteilt. Viele kamen in Konzentrationslager. Der Paragraf blieb nach 1945 noch lange gültig. Erst 1994 wurde er ganz gestrichen. Die Urteile aus der NS-Zeit hob der Bundestag 2002 auf, die Urteile nach 1945 im Jahr 2017.

Auswahl verfolgter Gruppen.
GruppeBegründung des StaatesFolgen
Politische GegnerGefahr für die MachtHaft, Folter, Lager
Sinti und Roma„Rassenlehre“Erfassung, Lager, Ermordung
Homosexuelle MännerStrafgesetz, „Volksgesundheit“Verurteilung, Lager
Zeugen JehovasVerweigerung von Wehrdienst und TreueeidHaft, Lager

Eine Gruppe untersuchen

  1. Wir wählen eine Gruppe.
  2. Wir fragen: Womit begründete der Staat die Verfolgung?
  3. Wir fragen: Was geschah mit den Menschen?
  4. Wir halten fest: Die Begründungen waren Vorwände, das Unrecht war real.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Der Staat verfolgte viele Gruppen.

Politische Gegner. Sinti und Roma. Homosexuelle. Andere.

Viele kamen in Lager.

Ein Beispiel

Beispiel

Ein ausgedachtes Beispiel: Ein Gewerkschafter wird 1933 verhaftet, weil er für Arbeiterrechte eintrat. Der Staat nennt ihn „Staatsfeind“. Das war ein Vorwand, um Widerspruch zu ersticken.

Schritt für Schritt

Wir vergleichen die Gruppen

  1. Wir lesen die Tabelle Zeile für Zeile.
  2. Wir finden bei jeder Gruppe die Begründung.
  3. Wir finden die Folge.
  4. Wir nennen eine Gemeinsamkeit: Der Staat entrechtete sie.

Mit einem Bild erklärt

GruppeSchlüsselwort
Politische GegnerWiderspruch
Sinti und Roma„Rassenlehre“
HomosexuelleParagraf 175

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Wer kam zuerst in die frühen Konzentrationslager wie Dachau?
Zeig mir den ersten Schritt

Dachau entstand im März 1933.

Lösung ansehen

Lösung: Vor allem politische Gegner

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Wie viele Sinti und Roma wurden nach Schätzungen höchstens ermordet?
Zeig mir den ersten Schritt

Die Zahl liegt bei einigen hunderttausend.

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Lösung: Bis zu 500 000

Tipp: Lies jede Begründung des NS-Staates als Vorwand. Frage: Wem nützte sie?

Merksatz: Der NS-Staat verfolgte viele Gruppen: politische Gegner, Sinti und Roma, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und weitere. Keine dieser Begründungen rechtfertigte das Unrecht.

Typischer Fehler: Viele glauben, nur eine einzige Gruppe sei betroffen gewesen. Der NS-Staat verfolgte viele Gruppen mit unterschiedlichen Begründungen.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Der Paragraf 175 wurde 1935 verschärft.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 2 Was bedeutet „politische Gegner“?
Lösung ansehen

Lösung: Menschen mit anderer Meinung als die Regierung

Frage 3 Mit der Gründung der Bundesrepublik wurde der Paragraf 175 sofort gestrichen.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 4 Warum wurden die Zeugen Jehovas verfolgt?
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Lösung: Sie verweigerten Wehrdienst und Treueeid.

Geschafft

Der NS-Staat verfolgte politische Gegner, Sinti und Roma, Homosexuelle und andere. Er sperrte sie ein, entrechtete sie und ermordete viele.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Verfolgung, Entrechtung und Holocaust

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