Wer wurde noch verfolgt?
Der NS-Staat verfolgte nicht nur Jüdinnen und Juden. Auch Sinti und Roma, Homosexuelle und politische Gegner wurden entrechtet und eingesperrt.
Das lernst du heute
- Ich nenne Gruppen, die der NS-Staat verfolgte.
- Ich erkläre, womit der Staat die Verfolgung jeweils begründete.
- Ich erläutere, was mit den Betroffenen geschah.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Schritt für Schritt entrechtet: 1933 bis 1938
Der NS-Staat teilte Menschen in Gruppen ein. Wer nicht ins Bild passte, wurde verfolgt. Schon im März 1933 entstand bei Dachau eines der ersten Konzentrationslager. Dort sperrte man zuerst politische Gegner ein.
Politische Gegner waren Menschen, die anderer Meinung waren, etwa Gewerkschafter oder Mitglieder anderer Parteien. Bis Juli 1933 wurden alle Parteien außer der NSDAP verboten oder zur Auflösung gezwungen. Auch Christinnen und Christen, die öffentlich widersprachen, wurden bedroht. Die Zeugen Jehovas lehnten Wehrdienst und Treueeid auf den Staat ab. Deshalb wurden sie verfolgt.
Sinti und Roma wurden als „Rasse“ ausgegrenzt. Das war Unsinn. Man erfasste sie in Listen, sperrte sie in Lager und deportierte sie später. Nach Schätzungen wurden bis zu 500 000 Sinti und Roma in Europa ermordet. Die Bundesregierung erkennt dies seit 1982 als Völkermord an.
Homosexuelle Männer wurden strafrechtlich verfolgt. Der Paragraf 175 stellte Beziehungen zwischen Männern unter Strafe. 1935 wurde er verschärft. Zehntausende Männer wurden verurteilt. Viele kamen in Konzentrationslager. Der Paragraf blieb nach 1945 noch lange gültig. Erst 1994 wurde er ganz gestrichen. Die Urteile aus der NS-Zeit hob der Bundestag 2002 auf, die Urteile nach 1945 im Jahr 2017.
| Gruppe | Begründung des Staates | Folgen |
|---|---|---|
| Politische Gegner | Gefahr für die Macht | Haft, Folter, Lager |
| Sinti und Roma | „Rassenlehre“ | Erfassung, Lager, Ermordung |
| Homosexuelle Männer | Strafgesetz, „Volksgesundheit“ | Verurteilung, Lager |
| Zeugen Jehovas | Verweigerung von Wehrdienst und Treueeid | Haft, Lager |
Eine Gruppe untersuchen
- Wir wählen eine Gruppe.
- Wir fragen: Womit begründete der Staat die Verfolgung?
- Wir fragen: Was geschah mit den Menschen?
- Wir halten fest: Die Begründungen waren Vorwände, das Unrecht war real.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Der Staat verfolgte viele Gruppen.
Politische Gegner. Sinti und Roma. Homosexuelle. Andere.
Viele kamen in Lager.
Ein Beispiel
Ein ausgedachtes Beispiel: Ein Gewerkschafter wird 1933 verhaftet, weil er für Arbeiterrechte eintrat. Der Staat nennt ihn „Staatsfeind“. Das war ein Vorwand, um Widerspruch zu ersticken.
Schritt für Schritt
Wir vergleichen die Gruppen
- Wir lesen die Tabelle Zeile für Zeile.
- Wir finden bei jeder Gruppe die Begründung.
- Wir finden die Folge.
- Wir nennen eine Gemeinsamkeit: Der Staat entrechtete sie.
Mit einem Bild erklärt
| Gruppe | Schlüsselwort |
|---|---|
| Politische Gegner | Widerspruch |
| Sinti und Roma | „Rassenlehre“ |
| Homosexuelle | Paragraf 175 |
Zur Grundlage zurück
- Schritt für Schritt entrechtet: 1933 bis 1938 – Du kennst das Vorgehen des Staates gegen Jüdinnen und Juden.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Dachau entstand im März 1933.
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Lösung: Vor allem politische Gegner
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Die Zahl liegt bei einigen hunderttausend.
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Lösung: Bis zu 500 000
Tipp: Lies jede Begründung des NS-Staates als Vorwand. Frage: Wem nützte sie?
Merksatz: Der NS-Staat verfolgte viele Gruppen: politische Gegner, Sinti und Roma, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und weitere. Keine dieser Begründungen rechtfertigte das Unrecht.
Typischer Fehler: Viele glauben, nur eine einzige Gruppe sei betroffen gewesen. Der NS-Staat verfolgte viele Gruppen mit unterschiedlichen Begründungen.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Menschen mit anderer Meinung als die Regierung
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Sie verweigerten Wehrdienst und Treueeid.
Geschafft
Der NS-Staat verfolgte politische Gegner, Sinti und Roma, Homosexuelle und andere. Er sperrte sie ein, entrechtete sie und ermordete viele.
Kannst du das schon?
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