Gregor Mendel und seine Erbsen
Gregor Mendel fand im 19. Jahrhundert die Regeln der Vererbung. Du lernst, wie er vorging und warum er Erbsen nutzte.
Das lernst du heute
- Ich kann beschreiben, wie Mendel vorging.
- Ich kann erklären, warum die Erbse gut geeignet war.
- Ich kenne die Begriffe P-Generation, F1 und F2.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Wie Züchtung funktioniert, DNA, Gen, Allel, Chromosom
Gregor Mendel lebte von 1822 bis 1884. Er war Mönch in einem Kloster in Brünn, einer Stadt im heutigen Tschechien. Im Klostergarten untersuchte er etwa von 1856 bis 1863 die Vererbung bei Erbsen. 1866 veröffentlichte er seine Ergebnisse. Erst um das Jahr 1900 wurden sie von anderen Forschenden wiederentdeckt und verstanden.
Die Erbse eignete sich aus mehreren Gründen:
Sie hat Merkmale mit klaren Gegensätzen, zum Beispiel Samen rund oder runzlig, gelb oder grün, Blüten violett oder weiß.
Sie wächst schnell. Man kann in kurzer Zeit viele Generationen untersuchen.
Man kann sie gezielt bestäuben. Normalerweise bestäubt sich die Erbsenblüte selbst. Mendel konnte aber auch Pollen einer Pflanze auf die Blüte einer anderen übertragen.
Mendel begann mit reinerbigen Pflanzen. Sie hatten über viele Generationen immer dasselbe Merkmal. Dann kreuzte er zwei reinerbige Pflanzen, die sich in einem Merkmal unterschieden. Das Wort Kreuzung bedeutet: gezielt zwei Pflanzen miteinander bestäuben.
Die Eltern nennt man P-Generation (Parentalgeneration). Ihre Nachkommen sind die F1-Generation (erste Filialgeneration). Deren Nachkommen sind die F2-Generation.
Das Besondere an Mendel: Er zählte alle Nachkommen genau und wertete die Zahlen aus. So entdeckte er Zahlenverhältnisse.
| Merkmal | Variante 1 | Variante 2 |
|---|---|---|
| Samenform | rund | runzlig |
| Samenfarbe | gelb | grün |
| Blütenfarbe | violett | weiß |
| Pflanzenhöhe | hoch | niedrig |
Ein Versuch von Mendel
- P-Generation: reinerbig violett × reinerbig weiß.
- Er bestäubt die Blüten gezielt mit Pollen der anderen Pflanze.
- Er sät die Samen aus: Das ist die F1-Generation.
- Er kreuzt die F1-Pflanzen untereinander und zählt die F2-Nachkommen.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Mendel kreuzte Erbsen.
Er zählte die Nachkommen.
Daraus fand er Regeln.
Ein Beispiel
Du willst wissen, wie oft ein Würfel eine 6 zeigt. Du würfelst oft und zählst. Mendel hat Nachkommen gezählt, so wie du Würfe zählst.
Schritt für Schritt
Wir ordnen die Generationen.
- Eltern: P-Generation.
- Kinder der P-Generation: F1.
- Kinder der F1: F2.
Mit einem Bild erklärt
| P | → | F1 | → | F2 |
|---|---|---|---|---|
| Eltern | erste Nachkommen | zweite Nachkommen |
Zur Grundlage zurück
- Wie Züchtung funktioniert – Du kennst Züchtung schon.
- DNA, Gen, Allel, Chromosom – Du kennst Gen und Allel.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
P = Eltern.
Lösung ansehen
Lösung: die Eltern, die Mendel kreuzte
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Wer sind die ersten Nachkommen?
Lösung ansehen
Lösung: F1-Generation
Tipp: Zeichne dir die Generationen als Pfeile auf: P → F1 → F2. Schreibe darüber, welche Pflanzen du kreuzt.
Merksatz: Mendel kreuzte reinerbige Erbsen, zählte die Nachkommen genau und fand Zahlenverhältnisse.
Typischer Fehler: F1 bedeutet nicht „Formel 1“, sondern die erste Tochtergeneration (Filialgeneration). Die P-Generation sind die Eltern.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
Lösung ansehen
Lösung: Sie hat klare Merkmale und lässt sich gezielt kreuzen.
Lösung ansehen
Lösung: Er zählte genau und wertete die Zahlen aus.
Lösung ansehen
Lösung: Die Pflanze zeigt über viele Generationen immer dasselbe Merkmal.
Lösung ansehen
Lösung: Stimmt
Geschafft
Mendel nutzte Erbsen, weil sie klare Merkmale haben, schnell wachsen und gezielt gekreuzt werden können. Er zählte genau und fand so die Regeln der Vererbung.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
Übungsheft Mendel und die Regeln der Vererbung
Kurz erklärt, 43 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.
Das Heft ist für alle kostenlos – auch wenn gerade kein Geld dafür da ist. Wer es einrichten kann, unterstützt DYS+ Campus mit einem selbst gewählten Betrag. Freiwillig unterstützen