Was eine Figur denkt und fühlt
Gefühle und Gedanken stehen oft nicht direkt im Text. Du erschließt sie aus Verhalten, Körpersprache, Rede und Gedanken.
Das lernst du heute
- Ich kann Gefühle einer Figur aus dem Text erschließen.
- Ich kann direkte und indirekte Hinweise unterscheiden und belegen.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Figuren und ihre Beziehungen
Manchmal nennt der Text ein Gefühl direkt: „Ben hatte Angst.“ Meist müssen wir es aber erschließen. Hinweise sind das Verhalten (was die Figur tut), die Körpersprache (zum Beispiel heiße Ohren), die Rede (was und wie sie spricht) und die Gedanken (was sie denkt). Gibt der Text wieder, was eine Figur denkt („Er denkt: Hoffentlich …“), nennt man das Gedankenrede. Sie steht ohne Anführungszeichen. Aus mehreren Hinweisen schließt du, wie sich die Figur fühlt.
Gefühle aus Hinweisen erschließen
- Lies die Szene „Die Rückgabe“ genau.
- Verhalten: Ben dreht das Heft nicht um und schiebt es unter sein Etui.
- Körpersprache: „Seine Ohren fühlen sich heiß an.“
- Rede: „Alles gut“, sagt er schnell. Er weicht aus.
- Gedanken: „Hoffentlich fragt er nicht weiter.“
- Ergebnis: Ben ist besorgt und schämt sich wohl. Er will nicht, dass Selim seine Note sieht.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Direkt: Der Text sagt es.
Indirekt: Du erschließt es.
Hinweise: tun, zeigen, sagen, denken.
Immer mit Textstelle.
Ein Beispiel
Wenn ein Freund mit gesenktem Kopf in die Klasse kommt und nur „Passt schon“ sagt, merkst du, dass etwas nicht stimmt. Genau so liest du Figuren.
Schritt für Schritt
Wir erschließen das Gefühl von Selim.
- Lies, was Selim tut: Er lacht, weil seine Arbeit gut gelaufen ist.
- Das Gefühl: Er ist zufrieden, vielleicht auch stolz.
- Beleg: „Neben ihm lacht Selim, weil seine Arbeit gut gelaufen ist.“
- Wichtig: Selim ahnt nicht, wie sich Ben fühlt.
Mit einem Bild erklärt
| Hinweis | Textstelle | Schluss |
|---|---|---|
| Verhalten | Ben schiebt das Heft unter sein Etui. | Er will es verstecken. |
| Körpersprache | Seine Ohren fühlen sich heiß an. | Er schämt sich oder ist aufgeregt. |
| Rede | „Alles gut“, sagt Ben schnell. | Er weicht aus. |
| Gedanken | „Hoffentlich fragt er nicht weiter.“ | Er hat Angst vor der Frage. |
Zur Grundlage zurück
- Figuren und ihre Beziehungen – Du kennst schon Figuren und ihre Beziehungen.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Was passiert im Körper, wenn man sich schämt?
Lösung ansehen
Lösung: Ben ist aufgeregt oder schämt sich.
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Achte auf das, was Ben sagt.
Lösung ansehen
Lösung: „Alles gut“, sagt Ben schnell.
Tipp: Sammle mindestens zwei Hinweise für ein Gefühl. Dann ist dein Schluss sicherer.
Merksatz: Hinweise: Verhalten, Körper, Rede, Gedanken. Aus mehreren Hinweisen ein Gefühl erschließen.
Typischer Fehler: Viele schreiben: „Ben ist sauer.“ Dazu steht aber nichts im Text. Prüfe immer, ob eine Textstelle dein Gefühlswort stützt. Ein Gefühl braucht einen Beleg.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: besorgt und unsicher
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Lösung: Gedankenrede
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Nervosität
Geschafft
Gefühle werden oft nicht genannt, sondern gezeigt. Man erschließt sie aus Verhalten, Körpersprache, Rede und Gedanken. Jeder Schluss braucht einen Beleg.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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