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Deutsch

Leerstellen füllen: innerer Monolog

Texte lassen oft etwas offen. Ein innerer Monolog füllt diese Leerstelle und zeigt, was eine Figur denkt und fühlt.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 7
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich weiß, was eine Leerstelle und ein innerer Monolog sind.
  • Ich kann zu einer Leerstelle einen inneren Monolog schreiben, der zum Text passt.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Eine Geschichte fortsetzen, Einen Paralleltext schreiben

Ein Erzähltext sagt nie alles. Was fehlt, nennt man Leerstelle. In „Der Brief“ erfahren wir zum Beispiel nicht, was Karim denkt, als er den Brief weglegt. Ein innerer Monolog füllt diese Lücke: Die Figur „spricht“ in der Ich-Form im Präsens mit sich selbst. Er enthält Gedanken, Gefühle, Fragen und oft kurze, unvollständige Sätze. Wichtig ist: Der Monolog muss zum Text passen und darf ihm nicht widersprechen.

Der Brief: (Z. 1) Als Karim aus der Schule kommt, liegt ein Brief auf dem Küchentisch. (Z. 2) Sein Name steht darauf, in der kantigen Schrift seines Opas. (Z. 3) Der Opa ruft sonst immer an. Briefe schreibt er nie. (Z. 4) Karim hebt den Umschlag hoch und legt ihn gleich wieder hin. (Z. 5) „Später“, sagt er laut zu niemandem. (Z. 6) Er macht sich ein Brot und isst es am Fenster. (Z. 7) Draußen fährt der Postbote davon. Karim sieht ihm lange nach. (Z. 8) Dann geht er in sein Zimmer und lässt die Tür offen.
Was denkt Karim in Zeile 4 und 5?

Einen inneren Monolog schreiben

  1. Wähle die Leerstelle: Was denkt Karim in Zeile 4 und 5, als er den Brief weglegt?
  2. Sammle Hinweise aus dem Text: Opa ruft sonst an (Z. 3). Karim sagt „Später“ (Z. 5).
  3. Wähle Ich-Form und Präsens: „Ich lege den Brief weg.“
  4. Schreibe Gedanken, Fragen und Gefühle: Seit wann schreibt Opa Briefe? Was, wenn etwas Schlimmes drinsteht?
  5. Prüfe: Passt es zum Text? Karim öffnet den Brief nicht, also darf der Monolog nicht sagen, dass er ihn liest.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Leerstelle: Was der Text offenlässt.

Innerer Monolog: Die Figur denkt in Ich-Form.

Präsens.

Er passt zum Text.

Ein Beispiel

Beispiel

Wenn du vor einer Prüfung nervös bist, gehen dir viele Gedanken durch den Kopf, die niemand hört. Ein innerer Monolog schreibt genau diese Gedanken auf.

Schritt für Schritt

Wir schreiben einen inneren Monolog zu Zeile 4 bis 5.

  1. Schreibe in der Ich-Form: „Ein Brief. Von Opa.“
  2. Schreibe eine Frage: „Seit wann schreibt Opa Briefe?“
  3. Schreibe das Gefühl: „Mir wird ein bisschen mulmig.“
  4. Passt es zum Text? Ja, denn Karim sagt „Später“ und öffnet den Brief nicht.

Mit einem Bild erklärt

MerkmalBeispiel für Karim
Ich-Form„Ich lege den Brief weg.“
Präsens„Ich will jetzt nicht lesen.“
Gedanken„Was, wenn etwas Schlimmes drinsteht?“
Gefühle„Mein Bauch zieht sich zusammen.“

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Lies den Text. Der Brief: (Z. 1) Als Karim aus der Schule kommt, liegt ein Brief auf dem Küchentisch. (Z. 2) Sein Name steht darauf, in der kantigen Schrift seines Opas. (Z. 3) Der Opa ruft sonst immer an. Briefe schreibt er nie. (Z. 4) Karim hebt den Umschlag hoch und legt ihn gleich wieder hin. (Z. 5) „Später“, sagt er laut zu niemandem. (Z. 6) Er macht sich ein Brot und isst es am Fenster. (Z. 7) Draußen fährt der Postbote davon. Karim sieht ihm lange nach. (Z. 8) Dann geht er in sein Zimmer und lässt die Tür offen. Welcher Satz passt NICHT in einen inneren Monolog von Karim zu Zeile 4 und 5?
Zeig mir den ersten Schritt

Prüfe: Ich-Form? Präsens?

Lösung ansehen

Lösung: Karim legte den Brief auf den Tisch und ging.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Lies den Text. Der Brief: (Z. 1) Als Karim aus der Schule kommt, liegt ein Brief auf dem Küchentisch. (Z. 2) Sein Name steht darauf, in der kantigen Schrift seines Opas. (Z. 3) Der Opa ruft sonst immer an. Briefe schreibt er nie. (Z. 4) Karim hebt den Umschlag hoch und legt ihn gleich wieder hin. (Z. 5) „Später“, sagt er laut zu niemandem. (Z. 6) Er macht sich ein Brot und isst es am Fenster. (Z. 7) Draußen fährt der Postbote davon. Karim sieht ihm lange nach. (Z. 8) Dann geht er in sein Zimmer und lässt die Tür offen. Welcher Satz würde dem Text widersprechen?
Zeig mir den ersten Schritt

Öffnet Karim den Brief?

Lösung ansehen

Lösung: Ich reiße den Umschlag sofort auf und lese ihn.

Tipp: Schreibe, wie du denkst: kurze Sätze, Fragen, Pausen mit Gedankenstrich.

Merksatz: Innerer Monolog: Ich-Form, Präsens, Gedanken und Gefühle. Er muss zum Text passen.

Typischer Fehler: Viele schreiben im inneren Monolog die Handlung weiter oder erfinden etwas ganz Neues. Der Monolog soll aber nur Gedanken und Gefühle zeigen und zum Text passen.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Was ist eine Leerstelle?
Lösung ansehen

Lösung: etwas, das der Text offenlässt

Frage 2 In welcher Zeitform schreibst du einen inneren Monolog meist?
Lösung ansehen

Lösung: Präsens

Frage 3 Welcher Satz zeigt ein Gefühl im inneren Monolog?
Lösung ansehen

Lösung: Mein Bauch zieht sich zusammen.

Frage 4 Ein innerer Monolog darf dem Text widersprechen.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Geschafft

Eine Leerstelle ist etwas, das der Text offenlässt. Ein innerer Monolog füllt sie in der Ich-Form, im Präsens, mit Gedanken und Gefühlen, passend zum Text.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Erzähltexte genau lesen

Kurz erklärt, 46 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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