Leerstellen füllen: innerer Monolog
Texte lassen oft etwas offen. Ein innerer Monolog füllt diese Leerstelle und zeigt, was eine Figur denkt und fühlt.
Das lernst du heute
- Ich weiß, was eine Leerstelle und ein innerer Monolog sind.
- Ich kann zu einer Leerstelle einen inneren Monolog schreiben, der zum Text passt.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Eine Geschichte fortsetzen, Einen Paralleltext schreiben
Ein Erzähltext sagt nie alles. Was fehlt, nennt man Leerstelle. In „Der Brief“ erfahren wir zum Beispiel nicht, was Karim denkt, als er den Brief weglegt. Ein innerer Monolog füllt diese Lücke: Die Figur „spricht“ in der Ich-Form im Präsens mit sich selbst. Er enthält Gedanken, Gefühle, Fragen und oft kurze, unvollständige Sätze. Wichtig ist: Der Monolog muss zum Text passen und darf ihm nicht widersprechen.
Einen inneren Monolog schreiben
- Wähle die Leerstelle: Was denkt Karim in Zeile 4 und 5, als er den Brief weglegt?
- Sammle Hinweise aus dem Text: Opa ruft sonst an (Z. 3). Karim sagt „Später“ (Z. 5).
- Wähle Ich-Form und Präsens: „Ich lege den Brief weg.“
- Schreibe Gedanken, Fragen und Gefühle: Seit wann schreibt Opa Briefe? Was, wenn etwas Schlimmes drinsteht?
- Prüfe: Passt es zum Text? Karim öffnet den Brief nicht, also darf der Monolog nicht sagen, dass er ihn liest.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Leerstelle: Was der Text offenlässt.
Innerer Monolog: Die Figur denkt in Ich-Form.
Präsens.
Er passt zum Text.
Ein Beispiel
Wenn du vor einer Prüfung nervös bist, gehen dir viele Gedanken durch den Kopf, die niemand hört. Ein innerer Monolog schreibt genau diese Gedanken auf.
Schritt für Schritt
Wir schreiben einen inneren Monolog zu Zeile 4 bis 5.
- Schreibe in der Ich-Form: „Ein Brief. Von Opa.“
- Schreibe eine Frage: „Seit wann schreibt Opa Briefe?“
- Schreibe das Gefühl: „Mir wird ein bisschen mulmig.“
- Passt es zum Text? Ja, denn Karim sagt „Später“ und öffnet den Brief nicht.
Mit einem Bild erklärt
| Merkmal | Beispiel für Karim |
|---|---|
| Ich-Form | „Ich lege den Brief weg.“ |
| Präsens | „Ich will jetzt nicht lesen.“ |
| Gedanken | „Was, wenn etwas Schlimmes drinsteht?“ |
| Gefühle | „Mein Bauch zieht sich zusammen.“ |
Zur Grundlage zurück
- Eine Geschichte fortsetzen – Du hast schon eine Geschichte fortgesetzt.
- Einen Paralleltext schreiben – Du hast schon zu einem Text einen eigenen Text geschrieben.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Prüfe: Ich-Form? Präsens?
Lösung ansehen
Lösung: Karim legte den Brief auf den Tisch und ging.
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Öffnet Karim den Brief?
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Lösung: Ich reiße den Umschlag sofort auf und lese ihn.
Tipp: Schreibe, wie du denkst: kurze Sätze, Fragen, Pausen mit Gedankenstrich.
Merksatz: Innerer Monolog: Ich-Form, Präsens, Gedanken und Gefühle. Er muss zum Text passen.
Typischer Fehler: Viele schreiben im inneren Monolog die Handlung weiter oder erfinden etwas ganz Neues. Der Monolog soll aber nur Gedanken und Gefühle zeigen und zum Text passen.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
Lösung ansehen
Lösung: etwas, das der Text offenlässt
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Lösung: Präsens
Lösung ansehen
Lösung: Mein Bauch zieht sich zusammen.
Lösung ansehen
Lösung: Stimmt nicht
Geschafft
Eine Leerstelle ist etwas, das der Text offenlässt. Ein innerer Monolog füllt sie in der Ich-Form, im Präsens, mit Gedanken und Gefühlen, passend zum Text.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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