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Latein

Catull und Martial: kurze Gedichte

Catull und Martial schrieben sehr kurze Gedichte. Ihre Wirkung liegt in der Kürze und in der Pointe.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich erkläre, was ein Epigramm ist.
  • Ich übersetze zwei kurze Gedichte.
  • Ich beschreibe die Wirkung der Wiederholung.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Stilmittel: Parallelismus, Chiasmus, Trikolon

Catull lebte im 1. Jahrhundert v. Chr. in Rom. Er schrieb kurze, persönliche Gedichte. Martial lebte im 1. Jahrhundert n. Chr. und schrieb Epigramme. Ein Epigramm ist ein kurzes Gedicht mit einer Pointe am Ende. Beide dichteten oft in Distichen.

Catull, Gedicht 85: Odi et amo. quare id faciam, fortasse requiris. nescio, sed fieri sentio et excrucior. Das heißt: Ich hasse und liebe. Warum ich das tue, fragst du vielleicht. Ich weiß es nicht, aber ich spüre, dass es geschieht, und ich werde gequält.

Martial, Epigramm 1,32: Non amo te, Sabidi, nec possum dicere quare; hoc tantum possum dicere: non amo te. Das heißt: Ich mag dich nicht, Sabidius, und kann nicht sagen, warum. Dies eine kann ich sagen: Ich mag dich nicht.

Beide Gedichte spielen mit der Frage nach dem Grund (quare). Bei Catull steht ein Gefühl im Widerspruch: odi et amo. Bei Martial wiederholt sich der Schluss: non amo te.

Zwei kurze Gedichte im Vergleich.
MerkmalCatull 85Martial 1,32
Längezwei Zeilenzwei Zeilen
FormDistichonDistichon
Kernaussagezwei Gefühle, die sich widersprechenich mag dich nicht, ohne Grund
MittelGegensatz odi et amoWiederholung non amo te

Ein kurzes Gedicht deuten

  1. Wir lesen Odi et amo.
  2. odi heißt ich hasse, amo heißt ich liebe.
  3. Beide Verben stehen direkt nebeneinander.
  4. Deutung: Der Dichter fühlt zwei gegensätzliche Gefühle zugleich und kann es nicht erklären.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Catull: ein Gefühl, zwei Seiten.

Martial: Pointe am Schluss.

Beide: nur zwei Zeilen.

Ein Beispiel

Beispiel

Wenn dich jemand fragt, warum du etwas magst, und du sagst „keine Ahnung“, kennst du die Lage in beiden Gedichten.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: ein Epigramm lesen

  1. Lies das Gedicht laut.
  2. Übersetze jeden Satz.
  3. Suche Wiederholung oder Gegensatz.
  4. Formuliere die Pointe.

Mit einem Bild erklärt

GedichtMittelWirkung
Catull 85GegensatzVerwirrung
Martial 1,32WiederholungPointe

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Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was ist ein Epigramm?
Zeig mir den ersten Schritt

Epigramme sind sehr kurz.

Lösung ansehen

Lösung: ein kurzes Gedicht mit Pointe

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was heißt Odi et amo?
Zeig mir den ersten Schritt

amo heißt „ich liebe“.

Lösung ansehen

Lösung: Ich hasse und liebe.

Tipp: Lies kurze Gedichte zweimal: erst für den Wortlaut, dann für die Wirkung.

Merksatz: Epigramm: kurzes Gedicht mit Pointe. Catull: persönlich, Gegensatz. Martial: Spott, Pointe, Wiederholung.

Typischer Fehler: Viele halten kurze Gedichte für einfach. Gerade die Kürze verlangt genaue Wortwahl.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Welches Mittel nutzt Martial am Schluss von 1,32?
Lösung ansehen

Lösung: eine Wiederholung

Frage 2 Was heißt quare?
Lösung ansehen

Lösung: warum

Frage 3 Catull und Martial schrieben ihre Gedichte oft in Distichen.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 4 Wie übersetzt du non amo te, Sabidi?
Lösung ansehen

Lösung: Ich mag dich nicht, Sabidius.

Geschafft

In sehr kurzen Texten trägt jedes Wort Bedeutung. Wiederholung und Gegensatz sind wichtige Mittel.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

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