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Geschichte

Propaganda und „Volksgemeinschaft“

Der NS-Staat lenkte Medien und Feste, um Zustimmung zu erzeugen. Die „Volksgemeinschaft“ versprach Zugehörigkeit und schloss viele aus.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich erkläre, was Propaganda ist.
  • Ich beschreibe Mittel der NS-Propaganda.
  • Ich erkläre, wer zur „Volksgemeinschaft“ gehören sollte und wer nicht.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Die NS-Ideologie: „Rassenlehre“, Antisemitismus, „Führerprinzip“

Propaganda ist gezielte Beeinflussung der Meinung. Sie arbeitet mit Gefühlen, einfachen Botschaften, Wiederholung und einem Feindbild. Neutral informieren will sie nicht.

Im März 1933 entstand das „Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda“. Es lenkte Zeitungen, Rundfunk, Film, Theater und Literatur. Wer Künstler oder Journalist bleiben wollte, musste in einer staatlichen Kammer Mitglied sein. Unerwünschte Meinungen wurden zensiert. Ein billiges Radio, der „Volksempfänger“, brachte die Botschaften in viele Haushalte. Große Aufmärsche und Feiern sollten Begeisterung erzeugen.

Ein Schlüsselwort der Propaganda war die „Volksgemeinschaft“. Das klang nach Zusammenhalt. Alle sollten dazugehören, unabhängig von Beruf und Einkommen. Es gab Sammlungen für Bedürftige, zum Beispiel das „Winterhilfswerk“. Viele machten mit, manche auch unter Druck.

Aber die „Volksgemeinschaft“ hatte Grenzen. Dazugehören sollte nur, wer nach der „Rassenlehre“ als „deutsch“ galt und sich anpasste. Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, politische Gegner und viele andere wurden ausgegrenzt. Auch wer die Regeln nicht befolgte, geriet unter Druck. Zugehörigkeit gab es also nur gegen Anpassung. Das war Zusammenhalt auf Kosten anderer.

Wie Propaganda wirkte.
Mittel der PropagandaBeispiel
Medien lenkenZeitungen und Rundfunk unter Kontrolle
MassenveranstaltungenAufmärsche und große Feiern
FeindbildVerleumdung von Gegnern und Minderheiten
Gemeinschaftsgefühl„Volksgemeinschaft“, Sammlungen

Eine Botschaft analysieren

  1. Wir lesen eine Aussage, zum Beispiel: „Wir sind alle eine Gemeinschaft.“
  2. Wir fragen: Wer ist mit „wir“ gemeint?
  3. Wir fragen: Wer wird ausgeschlossen?
  4. Wir halten fest: Die Gemeinschaft galt nicht für alle.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Medien unter Kontrolle.

Gemeinschaft für manche.

Ausgrenzung für andere.

Ein Beispiel

Beispiel

Eine Gruppe feiert gemeinsam ein Fest. Wer neu ist, darf nur mitmachen, wenn er alle Regeln der Gruppe annimmt. Wer sie ablehnt, wird ausgeschlossen. So ähnlich funktionierte die „Volksgemeinschaft“.

Schritt für Schritt

Wir prüfen eine Botschaft

  1. Wir wählen eine Botschaft: „Gemeinsam sind wir stark.“
  2. Wir fragen: Wer gehört dazu?
  3. Wir fragen: Wer wird ausgeschlossen, ohne dass es gesagt wird?
  4. Wir halten fest: Gemeinschaft kann Menschen auch ausschließen.

Mit einem Bild erklärt

VersprechenWirklichkeit
Zusammenhalt für alleAusgrenzung vieler Gruppen
InformationLenkung der Meinung
Freiwillige BegeisterungDruck und Zwang

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was ist Propaganda?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an das Ziel der Botschaft.

Lösung ansehen

Lösung: Gezielte Beeinflussung der Meinung

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Wer gehörte zur „Volksgemeinschaft“?
Zeig mir den ersten Schritt

Lies den letzten Absatz.

Lösung ansehen

Lösung: Nur wer nach der „Rassenlehre“ als „deutsch“ galt und sich anpasste

Tipp: Prüfe bei Botschaften immer: Wer spricht? Was will er erreichen? Wen schließt er aus? Welche Gefühle soll ich haben?

Merksatz: Propaganda lenkt Meinungen mit einfachen Botschaften und Feindbildern. Die „Volksgemeinschaft“ versprach Zugehörigkeit und schloss viele Menschen aus.

Typischer Fehler: Viele denken, Propaganda wirke nur durch Lügen. Sie wirkt auch durch Gefühle, Wiederholung und das Weglassen von Informationen.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Wozu diente der „Volksempfänger“?
Lösung ansehen

Lösung: Er brachte die Botschaften des Staates in viele Haushalte.

Frage 2 Die NS-Propaganda informierte neutral und vollständig.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 3 Welches ist ein typisches Mittel der Propaganda?
Lösung ansehen

Lösung: Ein Feindbild

Frage 4 Zur „Volksgemeinschaft“ gehörten auch Jüdinnen und Juden.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 5 Wie wurden Zeitungen und Rundfunk im NS-Staat behandelt?
Lösung ansehen

Lösung: Sie standen unter staatlicher Kontrolle.

Geschafft

Der NS-Staat kontrollierte Medien und Veranstaltungen. Die „Volksgemeinschaft“ schuf Zusammenhalt für die einen und Ausgrenzung für die anderen.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft NS-Ideologie und Alltag in der Diktatur

Kurz erklärt, 41 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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