Jugend im Nationalsozialismus
Der NS-Staat wollte Kinder und Jugendliche früh erfassen und formen. Es gab Begeisterung, Zwang und auch Eigensinn.
Das lernst du heute
- Ich beschreibe, wie der NS-Staat Kinder und Jugendliche erfasste.
- Ich erkläre, wofür die Erziehung gedacht war.
- Ich nenne Beispiele für Eigensinn und Widerspruch.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Propaganda und „Volksgemeinschaft“
Der NS-Staat wollte Kinder und Jugendliche früh prägen. Dafür sorgten zwei Wege: die Jugendorganisationen und die Schule.
Hitlerjugend und BDM. Die Hitlerjugend (HJ) war für Jungen, der Bund Deutscher Mädel (BDM) für Mädchen. Ab 1933 wurden andere Jugendverbände nach und nach aufgelöst oder verboten. Die HJ wuchs von etwa 100 000 Mitgliedern Ende 1932 auf mehr als sieben Millionen Ende 1938. Ab Dezember 1936 sollte die gesamte Jugend in der HJ erfasst werden, ab 1939 galt eine Dienstpflicht. Es gab Sport, Fahrten, Lager und Gemeinschaft. Das gefiel vielen. Es gab aber auch Drill und Gehorsam. Jungen sollten auf den Kriegsdienst vorbereitet werden, Mädchen auf die Rolle als Hausfrau und Mutter.
Schule. Lehrpläne und Schulbücher wurden angepasst. Es gab neue Unterrichtsinhalte wie „Rassenkunde“. Lehrkräfte, die Kritik äußerten, riskierten ihre Stellen. Jüdische Kinder wurden zunehmend ausgegrenzt. Ab November 1938 durften sie keine öffentlichen Schulen mehr besuchen.
Eigensinn. Damit ist gemeint: eigene Wege gehen, auch ohne offenen Widerstand. Nicht alle machten mit. Manche Jugendliche trafen sich in eigenen Gruppen, hörten verbotene Musik oder lehnten den Drill ab. Beispiele sind die „Swing-Jugend“ und die „Edelweißpiraten“. Der Staat verfolgte solche Gruppen. Manche Jugendliche kamen ins Gefängnis oder in Lager. Im November 1944 wurden in Köln mehrere junge Menschen aus dem Umfeld der Edelweißpiraten öffentlich hingerichtet.
| Bereich | Ziel des Staates | Beispiel |
|---|---|---|
| Hitlerjugend | Gehorsam und Vorbereitung auf den Kriegsdienst | Lager, Uniformen, Sport |
| BDM | Vorbereitung auf die Rolle als Hausfrau und Mutter | Gemeinschaft, Hauswirtschaft |
| Schule | Weltbild der NSDAP verbreiten | „Rassenkunde“, angepasste Schulbücher |
| Eigensinn | Von Jugendlichen selbst gewählt | „Swing-Jugend“, „Edelweißpiraten“ |
Zwischen Begeisterung und Zwang abwägen
- Wir sammeln, was den Jugendlichen gefiel: Gemeinschaft, Sport, Fahrten.
- Wir sammeln, was der Staat wollte: Gehorsam und Vorbereitung auf den Krieg.
- Wir fragen: Wer zahlte den Preis? Wer ausgeschlossen wurde und wer Widerspruch äußerte.
- Wir formulieren ein Urteil mit beiden Seiten.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Hitlerjugend und BDM.
Neue Schulbücher.
Manche sagten Nein.
Ein Beispiel
Ein Verein bietet tolle Fahrten und Sport, aber du musst immer gehorchen und darfst keine anderen Gruppen besuchen. Das wäre ein Beispiel für Lockung und Zwang zugleich.
Schritt für Schritt
Wir ordnen Quellen ein
- Wir lesen eine ausgedachte Aussage einer Zeitzeugin: „Ich fand die Fahrten toll.“
- Wir fragen: Was zeigt das? Es zeigt, warum manche mitmachten.
- Wir fragen: Was zeigt es nicht? Wer ausgegrenzt wurde.
- Wir halten fest: Eine Quelle zeigt immer nur einen Teil.
Mit einem Bild erklärt
| Mitmachen | Nicht mitmachen |
|---|---|
| Gemeinschaft, Sport, Fahrten | Verbot und Verfolgung möglich |
| Gehorsam und Drill | Eigene Gruppen, eigene Musik |
Zur Grundlage zurück
- Propaganda und „Volksgemeinschaft“ – Du kennst Propaganda und „Volksgemeinschaft“.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Denke an das Ziel des Staates.
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Lösung: Vorbereitung auf den Kriegsdienst und Gehorsam
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Lies den Abschnitt zur Hitlerjugend.
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Lösung: Sie wurden aufgelöst oder verboten.
Tipp: Die Faszination vieler Jugendlicher war echt. Aber sie diente dem Ziel des Staates. Beides gehört zu einem fairen Urteil.
Merksatz: Der NS-Staat erfasste Jugendliche in der HJ und im BDM und prägte sie in der Schule. Manche zeigten Eigensinn und wurden verfolgt.
Typischer Fehler: Viele denken, alle Jugendlichen seien begeistert gewesen. Es gab Begeisterung, Anpassung, Ablehnung und Widerstand.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Es gab Begeisterung, aber auch Zwang und Eigensinn.
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Jugendliche Gruppen, die den Drill ablehnten
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Lösung: Stimmt
Frage 5 Seit welchem Jahr galt für die Jugend eine Dienstpflicht in der HJ?
Zeig mir den ersten Schritt
Lies die Jahreszahl im Text.
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Lösung: 1939
Ab 1939 galt eine Dienstpflicht.
Geschafft
Kinder und Jugendliche sollten gehorsam und für den Krieg bereit sein. Manche folgten, andere wehrten sich.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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