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Geschichte

Jugend im Nationalsozialismus

Der NS-Staat wollte Kinder und Jugendliche früh erfassen und formen. Es gab Begeisterung, Zwang und auch Eigensinn.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich beschreibe, wie der NS-Staat Kinder und Jugendliche erfasste.
  • Ich erkläre, wofür die Erziehung gedacht war.
  • Ich nenne Beispiele für Eigensinn und Widerspruch.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Propaganda und „Volksgemeinschaft“

Der NS-Staat wollte Kinder und Jugendliche früh prägen. Dafür sorgten zwei Wege: die Jugendorganisationen und die Schule.

Hitlerjugend und BDM. Die Hitlerjugend (HJ) war für Jungen, der Bund Deutscher Mädel (BDM) für Mädchen. Ab 1933 wurden andere Jugendverbände nach und nach aufgelöst oder verboten. Die HJ wuchs von etwa 100 000 Mitgliedern Ende 1932 auf mehr als sieben Millionen Ende 1938. Ab Dezember 1936 sollte die gesamte Jugend in der HJ erfasst werden, ab 1939 galt eine Dienstpflicht. Es gab Sport, Fahrten, Lager und Gemeinschaft. Das gefiel vielen. Es gab aber auch Drill und Gehorsam. Jungen sollten auf den Kriegsdienst vorbereitet werden, Mädchen auf die Rolle als Hausfrau und Mutter.

Schule. Lehrpläne und Schulbücher wurden angepasst. Es gab neue Unterrichtsinhalte wie „Rassenkunde“. Lehrkräfte, die Kritik äußerten, riskierten ihre Stellen. Jüdische Kinder wurden zunehmend ausgegrenzt. Ab November 1938 durften sie keine öffentlichen Schulen mehr besuchen.

Eigensinn. Damit ist gemeint: eigene Wege gehen, auch ohne offenen Widerstand. Nicht alle machten mit. Manche Jugendliche trafen sich in eigenen Gruppen, hörten verbotene Musik oder lehnten den Drill ab. Beispiele sind die „Swing-Jugend“ und die „Edelweißpiraten“. Der Staat verfolgte solche Gruppen. Manche Jugendliche kamen ins Gefängnis oder in Lager. Im November 1944 wurden in Köln mehrere junge Menschen aus dem Umfeld der Edelweißpiraten öffentlich hingerichtet.

Jugend im NS-Staat.
BereichZiel des StaatesBeispiel
HitlerjugendGehorsam und Vorbereitung auf den KriegsdienstLager, Uniformen, Sport
BDMVorbereitung auf die Rolle als Hausfrau und MutterGemeinschaft, Hauswirtschaft
SchuleWeltbild der NSDAP verbreiten„Rassenkunde“, angepasste Schulbücher
EigensinnVon Jugendlichen selbst gewählt„Swing-Jugend“, „Edelweißpiraten“

Zwischen Begeisterung und Zwang abwägen

  1. Wir sammeln, was den Jugendlichen gefiel: Gemeinschaft, Sport, Fahrten.
  2. Wir sammeln, was der Staat wollte: Gehorsam und Vorbereitung auf den Krieg.
  3. Wir fragen: Wer zahlte den Preis? Wer ausgeschlossen wurde und wer Widerspruch äußerte.
  4. Wir formulieren ein Urteil mit beiden Seiten.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Hitlerjugend und BDM.

Neue Schulbücher.

Manche sagten Nein.

Ein Beispiel

Beispiel

Ein Verein bietet tolle Fahrten und Sport, aber du musst immer gehorchen und darfst keine anderen Gruppen besuchen. Das wäre ein Beispiel für Lockung und Zwang zugleich.

Schritt für Schritt

Wir ordnen Quellen ein

  1. Wir lesen eine ausgedachte Aussage einer Zeitzeugin: „Ich fand die Fahrten toll.“
  2. Wir fragen: Was zeigt das? Es zeigt, warum manche mitmachten.
  3. Wir fragen: Was zeigt es nicht? Wer ausgegrenzt wurde.
  4. Wir halten fest: Eine Quelle zeigt immer nur einen Teil.

Mit einem Bild erklärt

MitmachenNicht mitmachen
Gemeinschaft, Sport, FahrtenVerbot und Verfolgung möglich
Gehorsam und DrillEigene Gruppen, eigene Musik

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was war das Ziel der Hitlerjugend für Jungen?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an das Ziel des Staates.

Lösung ansehen

Lösung: Vorbereitung auf den Kriegsdienst und Gehorsam

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was geschah ab 1933 mit anderen Jugendverbänden?
Zeig mir den ersten Schritt

Lies den Abschnitt zur Hitlerjugend.

Lösung ansehen

Lösung: Sie wurden aufgelöst oder verboten.

Tipp: Die Faszination vieler Jugendlicher war echt. Aber sie diente dem Ziel des Staates. Beides gehört zu einem fairen Urteil.

Merksatz: Der NS-Staat erfasste Jugendliche in der HJ und im BDM und prägte sie in der Schule. Manche zeigten Eigensinn und wurden verfolgt.

Typischer Fehler: Viele denken, alle Jugendlichen seien begeistert gewesen. Es gab Begeisterung, Anpassung, Ablehnung und Widerstand.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Welcher Satz über die Jugend im NS-Staat stimmt?
Lösung ansehen

Lösung: Es gab Begeisterung, aber auch Zwang und Eigensinn.

Frage 2 Jüdische Kinder durften ab November 1938 keine öffentlichen Schulen mehr besuchen.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 3 Wer waren die „Edelweißpiraten“?
Lösung ansehen

Lösung: Jugendliche Gruppen, die den Drill ablehnten

Frage 4 Mädchen im BDM sollten auf die Rolle als Hausfrau und Mutter vorbereitet werden.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 5 Seit welchem Jahr galt für die Jugend eine Dienstpflicht in der HJ?

Zeig mir den ersten Schritt

Lies die Jahreszahl im Text.

Lösung ansehen

Lösung: 1939

Ab 1939 galt eine Dienstpflicht.

Geschafft

Kinder und Jugendliche sollten gehorsam und für den Krieg bereit sein. Manche folgten, andere wehrten sich.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft NS-Ideologie und Alltag in der Diktatur

Kurz erklärt, 41 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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