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Politik und Wirtschaft

Der Staat in der Sozialen Marktwirtschaft

Der Staat setzt Regeln, tritt selbst am Markt auf und sorgt für sozialen Ausgleich. Er kann die Konjunktur beeinflussen.

  • ca. 11 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich kann die Rolle des Staates als Regelgeber beschreiben.
  • Ich kann den Staat als Marktakteur beschreiben.
  • Ich kann antizyklische Politik erklären.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Konjunktur: Aufschwung und Abschwung, Freie und Soziale Marktwirtschaft

In der Sozialen Marktwirtschaft treffen Betriebe und Haushalte viele Entscheidungen selbst. Der Staat hat aber wichtige Aufgaben. Erstens setzt er die Ordnung: Er sichert Eigentum und Verträge, schützt den Wettbewerb und verhindert Machtmissbrauch durch sehr große Unternehmen. Das nennt man ordnungspolitische Rolle. Zweitens ist er selbst Marktakteur. Er kauft Waren und Leistungen, zum Beispiel beim Bau von Straßen. Er bietet öffentliche Güter an, etwa Schulen oder Polizei. Und er ist ein großer Arbeitgeber. Drittens sorgt er für sozialen Ausgleich. Er erhebt Steuern und baut ein Sozialsystem auf. Dazu gehört die Sozialversicherung mit fünf Säulen: Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung. Viertens kann er die Konjunktur beeinflussen. Im Abschwung kann er mehr ausgeben oder Steuern senken, damit die Nachfrage steigt. In der Hochkonjunktur kann er sparen. Das nennt man antizyklisch, also gegen die Welle. Den Gedanken entwickelte der britische Ökonom John Maynard Keynes (1883–1946). Grenzen: Mehr Ausgaben bedeuten oft mehr Schulden. Wie viel der Staat tun soll, ist politisch umstritten.

Rolle des StaatesBeispiel
RegelgeberWettbewerb schützen, Verträge sichern
MarktakteurStraßen bauen, Schulen betreiben
sozialer AusgleichSteuern, Sozialversicherung
Konjunkturim Abschwung mehr ausgeben

Antizyklisch handeln

  1. Lage: Die Wirtschaft ist im Abschwung. Viele Menschen verlieren Arbeit.
  2. Antizyklisch heißt: gegen die Welle handeln.
  3. Maßnahme: Der Staat gibt mehr Geld für Bauprojekte aus oder senkt Steuern.
  4. Wirkung: Die Nachfrage steigt, Betriebe stellen ein.
  5. Risiko: Der Staat nimmt dafür möglicherweise Schulden auf.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Der Staat macht die Regeln.

Er kauft und baut auch selbst.

Er hilft bei sozialen Problemen.

Ein Beispiel

Beispiel

Beim Fußball gibt es einen Schiedsrichter. Er spielt nicht mit, sorgt aber für faire Regeln. So ähnlich schützt der Staat den Wettbewerb.

Schritt für Schritt

Wir ordnen Maßnahmen zu.

  1. Frage: Setzt der Staat eine Regel?
  2. Frage: Tritt er selbst als Käufer oder Anbieter auf?
  3. Frage: Gleicht er sozial aus?

Mit einem Bild erklärt

MaßnahmeRolle
Verbot von PreisabsprachenRegelgeber
Bau einer SchuleMarktakteur
Arbeitslosenversicherungsozialer Ausgleich

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Welche Aufgabe gehört zur ordnungspolitischen Rolle des Staates?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an den Schiedsrichter im Spiel.

Lösung ansehen

Lösung: den Wettbewerb schützen

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Der Staat baut eine Schule. In welcher Rolle handelt er?
Zeig mir den ersten Schritt

Kauft oder bietet der Staat etwas an?

Lösung ansehen

Lösung: als Marktakteur

Tipp: Antizyklisch: im Abschwung stützen, in der Hochkonjunktur bremsen.

Merksatz: Der Staat setzt die Ordnung, ist Marktakteur, sorgt für sozialen Ausgleich und kann die Konjunktur beeinflussen.

Typischer Fehler: Manche denken, der Staat bestimme in der Sozialen Marktwirtschaft alle Preise. Das ist nicht so. Er setzt den Rahmen und greift an bestimmten Stellen ein.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Was heißt antizyklische Konjunkturpolitik?
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Lösung: Der Staat stützt die Wirtschaft im Abschwung.

Frage 2 Welche Versicherung gehört zu den fünf Säulen der Sozialversicherung?
Lösung ansehen

Lösung: Pflegeversicherung

Frage 3 Welches Risiko gehört zu mehr Staatsausgaben?
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Lösung: mehr Schulden

Frage 4 In der Sozialen Marktwirtschaft legt der Staat alle Preise fest.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 5 Im Abschwung kann der Staat mehr ausgeben, um die Nachfrage zu stärken.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Geschafft

Der Staat sichert Regeln und Wettbewerb, kauft und bietet Leistungen an, gleicht sozial aus und kann antizyklisch handeln. Zu viel Staatsverschuldung ist ein Risiko.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Wirtschaftspolitik: Ziele, Wachstum, Konjunktur

Kurz erklärt, 42 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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