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Politik und Wirtschaft

Wehrhafte Demokratie: Verfassungsschutz und Parteiverbot

Die Demokratie kann sich schützen. Der Verfassungsschutz beobachtet, das Bundesverfassungsgericht kann Parteien verbieten.

  • ca. 11 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich erkläre den Begriff „wehrhafte Demokratie“.
  • Ich beschreibe die Aufgaben des Verfassungsschutzes.
  • Ich erkläre, wer ein Parteiverbot beschließen kann.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Bundespräsident und Bundesverfassungsgericht, Parteien und ihre Aufgaben

In der Weimarer Republik nutzten Gegner der Demokratie Wahlen, um an die Macht zu kommen, und schafften die Demokratie dann ab. Daraus hat das Grundgesetz gelernt: Die Demokratie soll sich verteidigen können. Man nennt das wehrhafte oder streitbare Demokratie.

Dazu gehören mehrere Mittel. Die Ewigkeitsgarantie schützt die Grundprinzipien. Wer Grundrechte bekämpft, kann sie verlieren. Man nennt das Verwirkung. Das entscheidet das Bundesverfassungsgericht. Vereine, die sich gegen die Verfassung richten, können verboten werden. Und es gibt das Parteiverbot.

Der Verfassungsschutz ist eine Behörde. Er sammelt Informationen über Bestrebungen gegen die Grundordnung. Er beobachtet zum Beispiel Gruppen, die Gewalt rechtfertigen. Er hat keine Polizeibefugnisse. Er darf niemanden festnehmen. Man nennt das Trennungsgebot: Nachrichtendienste und Polizei sind getrennt. Seine Ergebnisse veröffentlicht er in Berichten.

Ein Parteiverbot ist nur beim Bundesverfassungsgericht möglich. Den Antrag können Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung stellen. Die Hürden sind hoch, denn Parteien sind wichtig für die Meinungsbildung. Eine Partei muss aktiv das Ziel verfolgen, die Grundordnung zu beseitigen oder zu beeinträchtigen. Außerdem muss es Anzeichen geben, dass sie dieses Ziel erreichen könnte.

Wehrhaft heißt nicht, dass alles verboten wird. Es gibt Grenzen: Der Staat muss sich selbst an Recht und Gesetz halten.

Mittel der wehrhaften Demokratie.
MittelWer entscheidetWirkung
Beobachtung durch den VerfassungsschutzBehördeInformationen sammeln, Berichte
Verbot von VereinenInnenbehörden, Gerichte können überprüfenVerein darf nicht mehr bestehen
ParteiverbotBundesverfassungsgerichtPartei wird aufgelöst
Verwirkung von GrundrechtenBundesverfassungsgerichtEinzelnen werden bestimmte Rechte entzogen

Ein Parteiverbot Schritt für Schritt

  1. Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung stellt einen Antrag.
  2. Das Bundesverfassungsgericht prüft die Ziele der Partei.
  3. Es prüft, ob die Partei die Grundordnung beseitigen will.
  4. Es entscheidet, ob sie verboten wird.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Beobachten: Verfassungsschutz.

Verbieten: Bundesverfassungsgericht.

Festnehmen: Polizei.

Ein Beispiel

Beispiel

In manchen Vereinen kann der Vorstand Warnungen aussprechen. Nur die Mitgliederversammlung darf jemanden ausschließen. So hat jede Stelle eine eigene Aufgabe.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: Aufgaben zuordnen

  1. Nenne die Aufgabe: beobachten, beantragen oder entscheiden.
  2. Ordne die Stelle zu.
  3. Prüfe die Grenzen.

Mit einem Bild erklärt

AufgabeStelle
Informationen sammelnVerfassungsschutz
Antrag auf Parteiverbot stellenBundestag, Bundesrat, Bundesregierung
Über das Verbot entscheidenBundesverfassungsgericht

Zur Grundlage zurück

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Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Wer kann eine Partei verbieten?
Zeig mir den ersten Schritt

Welches Gericht schützt die Verfassung?

Lösung ansehen

Lösung: das Bundesverfassungsgericht

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was darf der Verfassungsschutz nicht?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an das Trennungsgebot.

Lösung ansehen

Lösung: Menschen festnehmen

Tipp: Frage: Wer darf was? Beobachten, ein Verbot beantragen und entscheiden sind verschiedene Aufgaben.

Merksatz: Wehrhafte Demokratie: Ewigkeitsgarantie, Verfassungsschutz, Vereinsverbot, Parteiverbot, Verwirkung von Grundrechten.

Typischer Fehler: Viele denken, der Verfassungsschutz sei eine Art Polizei. Er sammelt nur Informationen und hat keine Zwangsbefugnisse.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Ein Parteiverbot kann die Bundesregierung allein beschließen.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 2 Warum hat das Grundgesetz eine wehrhafte Demokratie eingeführt?
Lösung ansehen

Lösung: Weil Gegner der Demokratie früher Wahlen genutzt haben, um sie abzuschaffen.

Frage 3 Warum sind die Hürden für ein Parteiverbot hoch?
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Lösung: Parteien sind wichtig für die Meinungsbildung.

Frage 4 Was veröffentlicht der Verfassungsschutz regelmäßig?
Lösung ansehen

Lösung: Berichte über Bestrebungen gegen die Grundordnung

Geschafft

Die wehrhafte Demokratie kann sich schützen. Der Verfassungsschutz beobachtet, nur das Bundesverfassungsgericht kann Parteien verbieten.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

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Kurz erklärt, 41 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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