Die Theodizeefrage
Die Theodizeefrage fragt: Wie kann es Leid geben, wenn Gott gut und allmächtig ist?
Das lernst du heute
- Ich kann den Begriff Theodizee erklären.
- Ich kann den Gedankengang hinter der Frage in Schritten wiedergeben.
- Ich kann erläutern, warum die Frage „Wozu?“ so schwer zu beantworten ist.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Warum gibt es Leid?
Das Wort Theodizee kommt aus dem Griechischen. „Theos“ heißt Gott, „dike“ heißt Gerechtigkeit. Gemeint ist die Rechtfertigung Gottes angesichts des Leids. Der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz verwendete das Wort im Jahr 1710 als Buchtitel.
Die Frage selbst ist viel älter. Man kann sie als Gedankengang aufschreiben. Man schreibt diesen Gedankengang dem griechischen Philosophen Epikur zu. Er lebte etwa 341 bis 270 vor Christus. Ob der Gedankengang wirklich von ihm stammt, ist nicht sicher. Heute schreibt man ihn oft so auf:
1. Christinnen und Christen glauben, dass Gott gut ist und alles kann (allmächtig).
2. Es gibt Leid in der Welt.
3. Ein guter Gott würde das Leid nicht wollen. Ein allmächtiger Gott könnte es verhindern.
4. Also scheint es einen Widerspruch zu geben.
Die Theodizeefrage fragt deshalb auch: „Wozu lässt Gott das Leid zu?“ Es gibt dazu keine Antwort, die alle überzeugt. Gläubige und Nichtglaubende haben sich damit lange beschäftigt.
| Schritt | Aussage |
|---|---|
| 1 | Gott ist gut und allmächtig. |
| 2 | Es gibt Leid. |
| 3 | Ein guter, allmächtiger Gott könnte das Leid verhindern. |
| 4 | Scheinbarer Widerspruch: Die Frage entsteht. |
Den Widerspruch prüfen
- Aussage A: Gott ist gut. Aussage B: Gott ist allmächtig. Aussage C: Es gibt Leid.
- Prüfe: Passen A, B und C zusammen?
- Auf den ersten Blick nicht: Ein gütiger und mächtiger Gott würde das Leid beenden.
- Darum fragt die Theodizeefrage nach einer Erklärung.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Theodizee heißt: Gott rechtfertigen.
Gott ist gut. Gott ist allmächtig. Es gibt Leid.
Daraus entsteht die Frage.
Ein Beispiel
Stell dir einen Vater vor, der gütig ist und alles kann. Sein Kind leidet. Warum hilft er nicht? So ähnlich fragt die Theodizeefrage.
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt
- Schritt 1: Nenne die Aussage über Gott (gut, allmächtig).
- Schritt 2: Nenne die Erfahrung (Leid).
- Schritt 3: Frage: Wie passt das zusammen?
Mit einem Bild erklärt
| Aussage | Gehört zu |
|---|---|
| Gott ist gut | Glaube |
| Gott ist allmächtig | Glaube |
| Es gibt Leid | Erfahrung |
Zur Grundlage zurück
- Warum gibt es Leid? – Du kennst die Fragen „Warum?“ und „Wozu?“.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Teile das Wort: „theos“ und „dike“.
Lösung ansehen
Lösung: Rechtfertigung Gottes
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Was soll Gott laut Glauben sein, damit der Widerspruch entsteht?
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Lösung: Gott ist gut und allmächtig.
Tipp: Schreibe die drei Aussagen (gut, allmächtig, Leid) auf drei Karten. So siehst du, wo der scheinbare Widerspruch liegt.
Merksatz: Theodizee heißt „Rechtfertigung Gottes“. Die Frage lautet: Wie passt das Leid zu einem guten und allmächtigen Gott?
Typischer Fehler: Viele denken, die Theodizeefrage sei ein Beweis gegen Gott. Sie ist zuerst eine Frage, die man prüfen kann.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
Lösung ansehen
Lösung: Gottfried Wilhelm Leibniz
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Lösung: dem griechischen Philosophen Epikur
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Lösung: Gott soll gut und allmächtig sein, und es gibt Leid.
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Lösung: Stimmt nicht
Geschafft
Theodizee kommt von „theos“ (Gott) und „dike“ (Gerechtigkeit). Die Frage lautet: Wie passt das Leid zu einem guten und allmächtigen Gott? Der Gedankengang wird Epikur zugeschrieben.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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