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Katholische Religion

Die Theodizeefrage

Die Theodizeefrage fragt: Wie kann es Leid geben, wenn Gott gut und allmächtig ist?

  • ca. 11 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Basis

Das lernst du heute

  • Ich kann den Begriff Theodizee erklären.
  • Ich kann den Gedankengang hinter der Frage in Schritten wiedergeben.
  • Ich kann erläutern, warum die Frage „Wozu?“ so schwer zu beantworten ist.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Warum gibt es Leid?

Das Wort Theodizee kommt aus dem Griechischen. „Theos“ heißt Gott, „dike“ heißt Gerechtigkeit. Gemeint ist die Rechtfertigung Gottes angesichts des Leids. Der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz verwendete das Wort im Jahr 1710 als Buchtitel.

Die Frage selbst ist viel älter. Man kann sie als Gedankengang aufschreiben. Man schreibt diesen Gedankengang dem griechischen Philosophen Epikur zu. Er lebte etwa 341 bis 270 vor Christus. Ob der Gedankengang wirklich von ihm stammt, ist nicht sicher. Heute schreibt man ihn oft so auf:

1. Christinnen und Christen glauben, dass Gott gut ist und alles kann (allmächtig).
2. Es gibt Leid in der Welt.
3. Ein guter Gott würde das Leid nicht wollen. Ein allmächtiger Gott könnte es verhindern.
4. Also scheint es einen Widerspruch zu geben.

Die Theodizeefrage fragt deshalb auch: „Wozu lässt Gott das Leid zu?“ Es gibt dazu keine Antwort, die alle überzeugt. Gläubige und Nichtglaubende haben sich damit lange beschäftigt.

SchrittAussage
1Gott ist gut und allmächtig.
2Es gibt Leid.
3Ein guter, allmächtiger Gott könnte das Leid verhindern.
4Scheinbarer Widerspruch: Die Frage entsteht.

Den Widerspruch prüfen

  1. Aussage A: Gott ist gut. Aussage B: Gott ist allmächtig. Aussage C: Es gibt Leid.
  2. Prüfe: Passen A, B und C zusammen?
  3. Auf den ersten Blick nicht: Ein gütiger und mächtiger Gott würde das Leid beenden.
  4. Darum fragt die Theodizeefrage nach einer Erklärung.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Theodizee heißt: Gott rechtfertigen.

Gott ist gut. Gott ist allmächtig. Es gibt Leid.

Daraus entsteht die Frage.

Ein Beispiel

Beispiel

Stell dir einen Vater vor, der gütig ist und alles kann. Sein Kind leidet. Warum hilft er nicht? So ähnlich fragt die Theodizeefrage.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

  1. Schritt 1: Nenne die Aussage über Gott (gut, allmächtig).
  2. Schritt 2: Nenne die Erfahrung (Leid).
  3. Schritt 3: Frage: Wie passt das zusammen?

Mit einem Bild erklärt

AussageGehört zu
Gott ist gutGlaube
Gott ist allmächtigGlaube
Es gibt LeidErfahrung

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Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was bedeutet das Wort Theodizee?
Zeig mir den ersten Schritt

Teile das Wort: „theos“ und „dike“.

Lösung ansehen

Lösung: Rechtfertigung Gottes

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Welche beiden Aussagen über Gott stehen am Anfang des Gedankengangs?
Zeig mir den ersten Schritt

Was soll Gott laut Glauben sein, damit der Widerspruch entsteht?

Lösung ansehen

Lösung: Gott ist gut und allmächtig.

Tipp: Schreibe die drei Aussagen (gut, allmächtig, Leid) auf drei Karten. So siehst du, wo der scheinbare Widerspruch liegt.

Merksatz: Theodizee heißt „Rechtfertigung Gottes“. Die Frage lautet: Wie passt das Leid zu einem guten und allmächtigen Gott?

Typischer Fehler: Viele denken, die Theodizeefrage sei ein Beweis gegen Gott. Sie ist zuerst eine Frage, die man prüfen kann.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Wer verwendete das Wort Theodizee im Jahr 1710 als Buchtitel?
Lösung ansehen

Lösung: Gottfried Wilhelm Leibniz

Frage 2 Wem wird der Gedankengang zugeschrieben?
Lösung ansehen

Lösung: dem griechischen Philosophen Epikur

Frage 3 Warum entsteht die Theodizeefrage?
Lösung ansehen

Lösung: Gott soll gut und allmächtig sein, und es gibt Leid.

Frage 4 Die Theodizeefrage hat eine Antwort, die alle überzeugt.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Geschafft

Theodizee kommt von „theos“ (Gott) und „dike“ (Gerechtigkeit). Die Frage lautet: Wie passt das Leid zu einem guten und allmächtigen Gott? Der Gedankengang wird Epikur zugeschrieben.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Gott und das Leid

Kurz erklärt, 40 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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