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Evangelische Religion

Die evangelischen Kirchen und das Jahr 1933

1933 kommt der Nationalsozialismus an die Macht. Er greift auch in die evangelischen Kirchen ein.

  • ca. 11 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Basis

Das lernst du heute

  • Ich beschreibe, wie die NS-Regierung 1933 Einfluss auf die evangelischen Kirchen nehmen wollte.
  • Ich nenne Auswirkungen auf kirchliche Strukturen und kirchliches Leben.
  • Ich erkläre, warum viele Protestanten anfangs zustimmend oder unsicher reagierten.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Was heute evangelisch ist

Am 30. Januar 1933 wird Adolf Hitler Reichskanzler. Seine Partei, die NSDAP, will einen Staat, in dem sie alles bestimmt. Man nennt so einen Staat totalitär. Es gibt keine freie Presse, keine freien Wahlen und keine unabhängigen Vereine mehr.

Die Regierung will auch die Kirchen auf ihre Linie bringen. Das Wort dafür heißt „Gleichschaltung“. Alles soll nach dem Willen der Partei laufen.

Die evangelische Kirche bestand damals aus vielen Landeskirchen. Sie hatten keine gemeinsame Leitung. Viele evangelische Christinnen und Christen dachten national und konservativ. Die Demokratie der Weimarer Republik war ihnen fremd geblieben. Manche begrüßten deshalb den „nationalen Aufbruch“ von 1933. Viele wussten noch nicht, wohin das führt. Das bedeutet nicht, dass alle Nationalsozialisten waren.

Im Juli 1933 gab es Kirchenwahlen. Die „Deutschen Christen“ erhielten mit starker Unterstützung der Regierung in vielen Landeskirchen große Mehrheiten. Im September 1933 wurde Ludwig Müller zum Reichsbischof gewählt. Ende 1933 wurde die evangelische Jugend in die Hitlerjugend eingegliedert.

Später kamen Überwachung, Verbote und Druck auf Pfarrer dazu. Die Kirchenbücher mit Taufen und Trauungen wurden auch für Abstammungsnachweise benutzt. So bekam die Kirche eine Aufgabe im Dienst der Rassenpolitik des Staates, die sie nicht hätte übernehmen dürfen. Viele Pfarrämter halfen dabei ohne Widerspruch. Am Ende dieser Politik stand der Holocaust: Etwa sechs Millionen europäische Jüdinnen und Juden wurden ermordet.

30. Jan. 1933Hitler ReichskanzlerJuli 1933KirchenwahlenSept. 1933ReichsbischofDez. 1933Jugend in der HJ
Das Jahr 1933 in vier Schritten.

Eine Maßnahme einordnen

  1. Maßnahme: Die evangelische Jugend wird Ende 1933 in die Hitlerjugend eingegliedert.
  2. Frage: Was ändert sich? Die Jugendarbeit der Kirche verliert ihre Selbstständigkeit.
  3. Frage: Wer bestimmt jetzt? Die Partei.
  4. Ergebnis: Das ist ein Beispiel für Gleichschaltung. Die Kirche verliert Einfluss auf ihre eigene Arbeit.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

1933 kommt eine neue Regierung. Sie will alles bestimmen.

Sie will auch die Kirche bestimmen.

Darauf gibt es unterschiedliche Antworten.

Ein Beispiel

Beispiel

Stell dir einen Verein vor. Ein Neuer will Chef sein. Er ändert die Satzung und holt eigene Leute in den Vorstand. Genau so wollte die Regierung die Kirchen steuern.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: eine Maßnahme prüfen

  1. Lies, was die Regierung tut.
  2. Frage: Wer hatte vorher die Freiheit, das zu entscheiden?
  3. Frage: Wer entscheidet jetzt?
  4. Urteile: Ist das Gleichschaltung?

Mit einem Bild erklärt

MaßnahmeFolge für die Kirche
Reichsbischof statt SynodenLeitung nach dem Führerprinzip
Jugend in die HitlerjugendJugendarbeit verliert Selbstständigkeit
Kirchenbücher als NachweisKirche liefert Daten für die Rassenpolitik

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

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Was bedeutet „Gleichschaltung“?
Zeig mir den ersten Schritt

Wer sollte laut NSDAP in Kirche, Schule und Presse das Sagen haben?

Lösung ansehen

Lösung: Alle Bereiche sollen nach dem Willen der Partei laufen.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Warum konnte die NS-Regierung 1933 gut Einfluss auf die Kirche nehmen?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an die Landeskirchen und an die Haltung vieler Gemeinden.

Lösung ansehen

Lösung: Die Landeskirchen hatten keine gemeinsame Leitung, und viele dachten national.

Tipp: Prüfe bei jeder Maßnahme: Wer bestimmt danach? Wer verliert Freiheit?

Merksatz: 1933: Der NS-Staat will alle Bereiche kontrollieren. Das heißt „Gleichschaltung“. Auch die Kirchen werden unter Druck gesetzt.

Typischer Fehler: Viele denken, alle Menschen hätten 1933 gewusst, was kommt. Das stimmt nicht. Manche stimmten zu, andere waren unsicher, einige sahen die Gefahr früh.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Alle evangelischen Christen waren 1933 Mitglied der NSDAP.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 2 Was geschah mit der evangelischen Jugend Ende 1933?
Lösung ansehen

Lösung: Sie wurde in die Hitlerjugend eingegliedert.

Frage 3 Wozu benutzte der Staat die Kirchenbücher?
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Lösung: Für Abstammungsnachweise im Rahmen der Rassenpolitik.

Frage 4 Wer wurde im September 1933 zum Reichsbischof gewählt?
Lösung ansehen

Lösung: Ludwig Müller

Geschafft

Ab 1933 versucht der totalitäre NS-Staat, die evangelischen Kirchen zu kontrollieren: durch Kirchenwahlen, einen Reichsbischof und die Eingliederung der Jugend. Die Reaktionen in den Gemeinden sind sehr unterschiedlich.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Kirche im Nationalsozialismus

Kurz erklärt, 43 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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