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Evangelische Religion

Die „Deutschen Christen“

Die „Deutschen Christen“ wollten die evangelische Kirche nach den Ideen des Nationalsozialismus umbauen.

  • ca. 11 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Basis

Das lernst du heute

  • Ich erkläre, was die „Deutschen Christen“ wollten.
  • Ich nenne Beispiele, wie sie die Kirche verändern wollten.
  • Ich beurteile ihre Forderungen mit Blick auf die Bibel.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Die evangelischen Kirchen und das Jahr 1933

Die „Deutschen Christen“ gründeten sich 1932. Sie waren eine Gruppe innerhalb der evangelischen Kirche. Sie wollten die Kirche eng mit dem Nationalsozialismus verbinden.

Drei Forderungen waren zentral. Erstens: ein Führerprinzip. Statt Synoden und Gemeinden sollte ein Reichsbischof allein bestimmen. Zweitens: Kirche und „Volk“ im Sinn der NS-Rassenlehre. Drittens: der „Arierparagraph“. Das ist ein Begriff der Nationalsozialisten. Er sollte Menschen jüdischer Herkunft von bestimmten Berufen ausschließen. Die „Deutschen Christen“ wollten ihn in der Kirche anwenden. Auch getaufte Christen jüdischer Herkunft hätten dann kein Pfarramt behalten dürfen. Einzelne Landeskirchen übernahmen ihn im Herbst 1933.

Im November 1933 trafen sich Anhänger im Berliner Sportpalast. Dort wurde gefordert, das Alte Testament abzuschaffen oder abzuwerten. Das führte zu starkem Protest in vielen Gemeinden. Danach verloren die „Deutschen Christen“ an Rückhalt.

Was spricht aus Sicht vieler Theologinnen und Theologen gegen diese Forderungen? Jesus war Jude. Das Alte Testament ist auch Teil der christlichen Bibel. Im Brief an die Galater (Galater 3,28) schreibt Paulus, dass in Christus alle gleich sind, ob Jude oder Grieche. Die Taufe gilt für alle.

Die „Deutschen Christen“ hatten nie alle Gemeinden hinter sich. Aber viele Pfarrer und Gemeindeglieder ließen sich zumindest teilweise von ihren Ideen gewinnen.

Forderungen der „Deutschen Christen“.
ForderungWas sie bedeutete
FührerprinzipEin Reichsbischof bestimmt. Gemeinden und Synoden verlieren Einfluss.
Rassenlehre in der KircheMenschen werden nach Herkunft eingeteilt.
„Arierparagraph“Getaufte jüdischer Herkunft sollen aus Ämtern verdrängt werden.
Altes Testament abwertenDer jüdische Teil der Bibel soll verschwinden.

Eine Forderung prüfen

  1. Forderung: Christen jüdischer Herkunft dürfen kein Pfarramt haben.
  2. Frage: Was gilt in der Kirche für getaufte Menschen? Die Taufe gilt für alle, unabhängig von Herkunft.
  3. Frage: Was sagt Paulus? In Christus gilt: nicht Jude noch Grieche (Galater 3,28).
  4. Ergebnis: Die Forderung widerspricht der Taufe und dem Brief an die Galater.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Eine Gruppe in der Kirche sagt: Wir machen die Kirche zu einem Teil des Staates.

Viele sagen Nein. Die Taufe gilt für alle.

Ein Beispiel

Beispiel

In einer Klasse will eine Gruppe, dass nur ein Schüler bestimmt und manche nicht mehr mitmachen dürfen. Viele wehren sich. So ähnlich war der Streit in der Kirche.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: eine Forderung prüfen

  1. Lies die Forderung.
  2. Frage: Wer wird ausgeschlossen?
  3. Frage: Was sagen Taufe und Bibel dazu?
  4. Urteile: Passt die Forderung zur Kirche?

Mit einem Bild erklärt

ForderungEinwand
Nur ein Reichsbischof bestimmtGemeinden und Synoden verlieren Mitsprache
„Arierparagraph“Die Taufe gilt für alle
Altes Testament abschaffenJesus und die Bibel sind jüdisch geprägt

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Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was war das Führerprinzip in der Kirche?
Zeig mir den ersten Schritt

Wer sollte nach dem Führerprinzip entscheiden?

Lösung ansehen

Lösung: Ein Reichsbischof sollte allein bestimmen.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was war der „Arierparagraph“?
Zeig mir den ersten Schritt

Es geht um Herkunft und um Berufe.

Lösung ansehen

Lösung: Eine Regel, die Menschen jüdischer Herkunft von Berufen ausschließen sollte.

Tipp: Prüfe jede Forderung: Passt sie zur Taufe und zur ganzen Bibel?

Merksatz: Die „Deutschen Christen“ wollten Führerprinzip, Rassenlehre und „Arierparagraph“ in der Kirche. Viele Gemeinden widersprachen.

Typischer Fehler: Man denkt oft, die Kirche insgesamt sei 1933 nationalsozialistisch gewesen. Die „Deutschen Christen“ waren nur eine Gruppe, wenn auch eine einflussreiche.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Wann gründeten sich die „Deutschen Christen“?
Lösung ansehen

Lösung: 1932

Frage 2 Die „Deutschen Christen“ vertraten die gesamte evangelische Kirche.
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Lösung: Stimmt nicht

Frage 3 Warum löste die Sportpalast-Kundgebung Protest aus?
Lösung ansehen

Lösung: Dort wurde gefordert, das Alte Testament abzuwerten.

Frage 4 Welches biblische Argument nennen Theologinnen und Theologen gegen den „Arierparagraphen“?
Lösung ansehen

Lösung: In Christus gilt: nicht Jude noch Grieche (Galater 3,28).

Geschafft

Die „Deutschen Christen“ wollten die Kirche nach NS-Ideen umbauen. Das widersprach dem biblischen Zeugnis, dass alle Getauften gleich sind. Aus dem Protest dagegen entstand die Bekennende Kirche.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Kirche im Nationalsozialismus

Kurz erklärt, 43 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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