Die „Deutschen Christen“
Die „Deutschen Christen“ wollten die evangelische Kirche nach den Ideen des Nationalsozialismus umbauen.
Das lernst du heute
- Ich erkläre, was die „Deutschen Christen“ wollten.
- Ich nenne Beispiele, wie sie die Kirche verändern wollten.
- Ich beurteile ihre Forderungen mit Blick auf die Bibel.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Die evangelischen Kirchen und das Jahr 1933
Die „Deutschen Christen“ gründeten sich 1932. Sie waren eine Gruppe innerhalb der evangelischen Kirche. Sie wollten die Kirche eng mit dem Nationalsozialismus verbinden.
Drei Forderungen waren zentral. Erstens: ein Führerprinzip. Statt Synoden und Gemeinden sollte ein Reichsbischof allein bestimmen. Zweitens: Kirche und „Volk“ im Sinn der NS-Rassenlehre. Drittens: der „Arierparagraph“. Das ist ein Begriff der Nationalsozialisten. Er sollte Menschen jüdischer Herkunft von bestimmten Berufen ausschließen. Die „Deutschen Christen“ wollten ihn in der Kirche anwenden. Auch getaufte Christen jüdischer Herkunft hätten dann kein Pfarramt behalten dürfen. Einzelne Landeskirchen übernahmen ihn im Herbst 1933.
Im November 1933 trafen sich Anhänger im Berliner Sportpalast. Dort wurde gefordert, das Alte Testament abzuschaffen oder abzuwerten. Das führte zu starkem Protest in vielen Gemeinden. Danach verloren die „Deutschen Christen“ an Rückhalt.
Was spricht aus Sicht vieler Theologinnen und Theologen gegen diese Forderungen? Jesus war Jude. Das Alte Testament ist auch Teil der christlichen Bibel. Im Brief an die Galater (Galater 3,28) schreibt Paulus, dass in Christus alle gleich sind, ob Jude oder Grieche. Die Taufe gilt für alle.
Die „Deutschen Christen“ hatten nie alle Gemeinden hinter sich. Aber viele Pfarrer und Gemeindeglieder ließen sich zumindest teilweise von ihren Ideen gewinnen.
| Forderung | Was sie bedeutete |
|---|---|
| Führerprinzip | Ein Reichsbischof bestimmt. Gemeinden und Synoden verlieren Einfluss. |
| Rassenlehre in der Kirche | Menschen werden nach Herkunft eingeteilt. |
| „Arierparagraph“ | Getaufte jüdischer Herkunft sollen aus Ämtern verdrängt werden. |
| Altes Testament abwerten | Der jüdische Teil der Bibel soll verschwinden. |
Eine Forderung prüfen
- Forderung: Christen jüdischer Herkunft dürfen kein Pfarramt haben.
- Frage: Was gilt in der Kirche für getaufte Menschen? Die Taufe gilt für alle, unabhängig von Herkunft.
- Frage: Was sagt Paulus? In Christus gilt: nicht Jude noch Grieche (Galater 3,28).
- Ergebnis: Die Forderung widerspricht der Taufe und dem Brief an die Galater.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Eine Gruppe in der Kirche sagt: Wir machen die Kirche zu einem Teil des Staates.
Viele sagen Nein. Die Taufe gilt für alle.
Ein Beispiel
In einer Klasse will eine Gruppe, dass nur ein Schüler bestimmt und manche nicht mehr mitmachen dürfen. Viele wehren sich. So ähnlich war der Streit in der Kirche.
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt: eine Forderung prüfen
- Lies die Forderung.
- Frage: Wer wird ausgeschlossen?
- Frage: Was sagen Taufe und Bibel dazu?
- Urteile: Passt die Forderung zur Kirche?
Mit einem Bild erklärt
| Forderung | Einwand |
|---|---|
| Nur ein Reichsbischof bestimmt | Gemeinden und Synoden verlieren Mitsprache |
| „Arierparagraph“ | Die Taufe gilt für alle |
| Altes Testament abschaffen | Jesus und die Bibel sind jüdisch geprägt |
Zur Grundlage zurück
- Die evangelischen Kirchen und das Jahr 1933 – Hier siehst du den Rahmen von 1933.
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Zeig mir den ersten Schritt
Wer sollte nach dem Führerprinzip entscheiden?
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Lösung: Ein Reichsbischof sollte allein bestimmen.
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Es geht um Herkunft und um Berufe.
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Lösung: Eine Regel, die Menschen jüdischer Herkunft von Berufen ausschließen sollte.
Tipp: Prüfe jede Forderung: Passt sie zur Taufe und zur ganzen Bibel?
Merksatz: Die „Deutschen Christen“ wollten Führerprinzip, Rassenlehre und „Arierparagraph“ in der Kirche. Viele Gemeinden widersprachen.
Typischer Fehler: Man denkt oft, die Kirche insgesamt sei 1933 nationalsozialistisch gewesen. Die „Deutschen Christen“ waren nur eine Gruppe, wenn auch eine einflussreiche.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
Lösung ansehen
Lösung: 1932
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Dort wurde gefordert, das Alte Testament abzuwerten.
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Lösung: In Christus gilt: nicht Jude noch Grieche (Galater 3,28).
Geschafft
Die „Deutschen Christen“ wollten die Kirche nach NS-Ideen umbauen. Das widersprach dem biblischen Zeugnis, dass alle Getauften gleich sind. Aus dem Protest dagegen entstand die Bekennende Kirche.
Kannst du das schon?
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