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Deutsch

Thema und lyrisches Ich

Wer spricht in einem Gedicht, und worum geht es? Diese beiden Fragen stehen am Anfang jeder Gedichtanalyse.

  • ca. 10 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Basis

Das lernst du heute

  • Ich kann das lyrische Ich vom Autor unterscheiden.
  • Ich kann Thema, Motiv und Stimmung benennen.
  • Ich kann meinen ersten Eindruck am Text begründen.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Ein Gedicht deuten

Ein Gedicht hat eine Sprecherin oder einen Sprecher. Diese Stimme nennt man das lyrische Ich. Das lyrische Ich ist nicht automatisch der Dichter oder die Dichterin. Es ist eine Rolle, die im Gedicht spricht. Du erkennst es oft an Wörtern wie „ich“, „mein“ und „mir“. Manchmal tritt kein „ich“ auf, und die Stimme spricht nur über andere. Auch dann gibt es eine Sprecherin oder einen Sprecher. Beschreibe, was das lyrische Ich sagt, fühlt und tut. Dann bestimmst du das Thema. Das Thema ist die Grundfrage, um die es geht, zum Beispiel Einsamkeit, Abschied oder Hoffnung. Ein Motiv ist ein wiederkehrendes Bild oder Element, zum Beispiel Fluss, Nacht oder Stern. Die Stimmung ist die Gefühlslage, die das Gedicht ausdrückt. Hilfreich sind der Titel, die erste und die letzte Zeile sowie Wiederholungen. Halte deinen ersten Eindruck fest. Prüfe dann, ob der Text ihn stützt. Belege jede Aussage mit einer Textstelle.

BegriffFrageBeispiel: „Abend am Fluss“
lyrisches IchWer spricht?Jemand, der allein am Fluss steht (ich, mein Herz)
ThemaWorum geht es im Kern?Einsamkeit und die Suche nach Ruhe
MotivWelche Bilder kehren wieder?Fluss, Wasser, Stern, Abend
StimmungWie fühlt es sich an?still, nachdenklich, ein wenig traurig

Ein Gedicht erschließen

  1. Gedicht:
    Abend am Fluss

    Die Sonne sinkt, der Tag wird still,
    Der Fluss zieht stumm am Ufer fort.
    Ich weiß nicht, was mein Herz noch will,
    Und suche einen stillen Ort.

    Das Wasser trägt die Blätter weg,
    Sie drehen sich und sind bald fern.
    Auch mir bleibt nur der schmale Steg,
    Und über mir ein früher Stern.
  2. Lyrisches Ich: spricht in der Ich-Form („Ich weiß nicht“, „mein Herz“, „mir“).
  3. Thema: Das Ich sucht Ruhe und ist unsicher, was es will.
  4. Motiv: Fluss und Wasser stehen für Bewegung und Vergehen.
  5. Stimmung: ruhig und traurig, am Ende mit etwas Hoffnung („früher Stern“).

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Wer spricht? Das lyrische Ich.

Worum geht es? Das Thema.

Welche Bilder kehren wieder? Die Motive.

Ein Beispiel

Beispiel

In einem Film spielt ein Schauspieler eine Rolle. Das lyrische Ich ist die Rolle im Gedicht, nicht der Autor selbst.

Schritt für Schritt

Wir bestimmen das Thema.

  1. Lies das Gedicht einmal ganz.
  2. Frage: Was beschäftigt das Ich? Es weiß nicht, was es will, und sucht Ruhe.
  3. Formuliere das Thema in einem Wort: Einsamkeit.

Mit einem Bild erklärt

FrageAntwort
Wer spricht?ein Ich am Fluss
Was beschäftigt es?Es weiß nicht, was es will.
ThemaEinsamkeit und Suche nach Ruhe

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Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Lies das Gedicht. Abend am Fluss

Die Sonne sinkt, der Tag wird still,
Der Fluss zieht stumm am Ufer fort.
Ich weiß nicht, was mein Herz noch will,
Und suche einen stillen Ort.

Das Wasser trägt die Blätter weg,
Sie drehen sich und sind bald fern.
Auch mir bleibt nur der schmale Steg,
Und über mir ein früher Stern.

Woran erkennt man das lyrische Ich?
Zeig mir den ersten Schritt

Suche die Wörter, die auf die sprechende Person verweisen.

Lösung ansehen

Lösung: an Wörtern wie „ich“, „mein“ und „mir“

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Welches Thema passt am besten?
Zeig mir den ersten Schritt

Was beschäftigt das Ich?

Lösung ansehen

Lösung: Einsamkeit und die Suche nach Ruhe

Tipp: Schreibe nach dem ersten Lesen drei Wörter auf, die zur Stimmung passen. Suche danach die Zeilen, die sie stützen.

Merksatz: Wer spricht? Worum geht es? Welche Bilder kehren wieder? Alles mit Textstellen belegen.

Typischer Fehler: Manche setzen das lyrische Ich mit dem Dichter gleich. Diese Annahme lässt sich am Text meist nicht belegen.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Was ist ein Motiv?
Lösung ansehen

Lösung: ein wiederkehrendes Bild oder Element

Frage 2 Was ist das lyrische Ich?
Lösung ansehen

Lösung: die sprechende Stimme im Gedicht

Frage 3 Welche Stimmung hat das Gedicht „Stadtnacht“?
Stadtnacht

Die Straße schreit.
Laternen glühen wie Augen.
Menschen, Menschen, Schatten, Rauch.
Ich renne. Wohin? Kein Stern.
Die Stadt frisst mich
und spuckt mich aus.
Lösung ansehen

Lösung: unruhig und bedrohlich

Frage 4 Das lyrische Ich ist immer die Autorin oder der Autor.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 5 Auch der Titel hilft, ein Gedicht zu verstehen.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Geschafft

Das lyrische Ich ist die Stimme im Gedicht. Thema, Motiv und Stimmung belege ich mit Textstellen.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

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Kurz erklärt, 46 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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