Gesellschaftliche Entwicklungen begründet beurteilen
Du lernst ein Verfahren, mit dem du Entwicklungen und Probleme Schritt für Schritt ethisch beurteilst.
Das lernst du heute
- Ich wende ein Verfahren zur ethischen Beurteilung an.
- Ich nenne Betroffene, Werte und Folgen.
- Ich begründe ein Urteil und nenne ein Gegenargument.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Gerechtigkeitsgrundsätze beurteilen
Gesellschaftliche Entwicklungen verändern das Zusammenleben, zum Beispiel neue Technik, neue Regeln oder neue Lebensweisen. Du kannst sie mit einem festen Verfahren beurteilen.
Schritt 1: Die Lage klären. Was genau ist passiert? Welche Fakten gibt es?
Schritt 2: Betroffene benennen. Wen betrifft es, und wie?
Schritt 3: Werte prüfen. Welche Werte sind berührt, zum Beispiel Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit, Würde?
Schritt 4: Folgen und Alternativen abwägen. Was passiert, wenn man so handelt? Was wäre anders möglich?
Schritt 5: Urteil mit Begründung. Du entscheidest begründet und nennst ein Gegenargument.
Beispiel (ausgedacht): Eine Stadt bietet Behördengänge nur noch online an. Vorteil: Das spart Zeit. Betroffen sind aber auch Menschen, die kein Gerät haben oder sich damit nicht auskennen. Die Werte Teilhabe und Gleichbehandlung sind berührt. Ein begründetes Urteil könnte lauten: Online-Angebote sind sinnvoll, wenn es weiter eine Alternative für alle gibt.
| Schritt | Frage |
|---|---|
| 1 Lage | Was ist passiert? Welche Fakten? |
| 2 Betroffene | Wen betrifft es? |
| 3 Werte | Welche Werte sind berührt? |
| 4 Folgen | Was geschieht? Was wäre anders möglich? |
| 5 Urteil | Was ist meine begründete Entscheidung? |
Ein Urteil bilden
- Lage: Behördengänge gibt es nur noch online.
- Betroffene: alle, besonders Menschen ohne Gerät oder Übung.
- Werte: Teilhabe, Gleichbehandlung, Effizienz.
- Folgen: Zeit wird gespart, manche werden ausgeschlossen. Alternative: weiter eine persönliche Beratung.
- Urteil: Online ist gut, wenn es eine Alternative gibt. Gegenargument: Zwei Wege kosten mehr.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Erst die Fakten.
Dann Betroffene und Werte.
Dann ein Urteil mit Gründen.
Ein Beispiel
In der Schule wird ein Handyverbot im Unterricht eingeführt. Man klärt die Lage, fragt die Betroffenen und prüft die Werte. Dann entscheidet man mit Gründen.
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt: Ein Urteil begründen
- Sammle Fakten.
- Nenne Betroffene und Werte.
- Wäge Folgen und Alternativen.
- Schreibe dein Urteil mit Gegenargument.
Mit einem Bild erklärt
| Schritt | Ergebnis im Beispiel |
|---|---|
| Lage | Ämter nur online |
| Betroffene | Alle, besonders ohne Gerät |
| Werte | Teilhabe, Gleichbehandlung |
| Urteil | Online ja, aber mit Alternative |
Zur Grundlage zurück
- Gerechtigkeitsgrundsätze beurteilen – Das Beurteilen mit Gerechtigkeitsgrundsätzen hast du schon geübt.
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Lösung: Ein Gegenargument
Tipp: Gehe die fünf Schritte nacheinander durch. Ein Urteil braucht Gründe und ein Gegenargument.
Merksatz: Lage klären, Betroffene nennen, Werte prüfen, Folgen abwägen, Urteil begründen.
Typischer Fehler: Viele springen direkt zum Urteil. Erst Lage, Betroffene, Werte und Folgen, dann das Urteil.
Mini-Quiz
3 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Man sieht, für wen die Entwicklung etwas verändert.
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Lösung: Welche Werte sind berührt?
Geschafft
Ein ethisches Urteil entsteht in Schritten: Lage, Betroffene, Werte, Folgen, begründetes Urteil mit Gegenargument.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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