Gerechtigkeitsgrundsätze beurteilen
Ein gutes Urteil nennt Kriterien, wägt Argumente ab und begründet die Entscheidung.
Das lernst du heute
- Ich beurteile einen Gerechtigkeitsgrundsatz mit Kriterien.
- Ich schreibe ein begründetes Urteil mit Gegenargument.
- Ich reflektiere das Verhältnis von Recht, Gerechtigkeit und Staat.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Drei Prinzipien: Gleichheit, Bedürfnis, Leistung
Beurteilen heißt: Du sagst nicht nur „Das finde ich gut.“ Du prüfst nach Maßstäben und begründest.
Ein Beispiel: Ein Verein verteilt Plätze in einer Ferienfreizeit nach dem Grundsatz Leistung. Wer im Jahr am meisten mitgeholfen hat, bekommt zuerst einen Platz. Ist das gerecht?
Mögliche Kriterien: Ist der Grundsatz fair für alle? Berücksichtigt er unterschiedliche Startbedingungen? Ist er verständlich und überprüfbar? Welche Folgen hat er? Nicht jeder Grundsatz erfüllt alle Kriterien gleich gut.
Ein Urteil hat einen festen Aufbau: Das ist meine Position (These). Das sind meine Gründe (Argumente) mit Beispielen. Das spricht dagegen (Gegenargument). Deshalb komme ich zu diesem Ergebnis. Auch beim Verhältnis von Recht, Gerechtigkeit und Staat lohnt sich das: Der Staat setzt Recht durch, Gerechtigkeit ist der Maßstab, und beide müssen immer wieder überprüft werden.
| Baustein | Beispiel |
|---|---|
| Position | Der Grundsatz Leistung allein ist nicht ausreichend. |
| Argument | Nicht alle haben dieselben Möglichkeiten zu helfen. |
| Beispiel | Wer krank war, konnte weniger mitarbeiten. |
| Gegenargument | Leistung ist leicht nachzuweisen. |
| Ergebnis | Leistung mit Bedürfnis und fairem Verfahren verbinden. |
Ein Urteil aufbauen
- Frage: Ist die Vergabe nach Leistung gerecht?
- Kriterien: Fairness, Startbedingungen, Überprüfbarkeit.
- Abwägen: Leistung ist überprüfbar, berücksichtigt aber nicht die Startbedingungen.
- Ergebnis: Nur Leistung genügt nicht. Ein zusätzlicher Grundsatz kann helfen.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Beurteilen heißt: prüfen und begründen.
Nenne Kriterien.
Prüfe auch das Gegenargument.
Ein Beispiel
Wenn du zwei Handys vergleichst, sagst du nicht nur: „Das ist schöner.“ Du prüfst Preis, Akku und Nutzen. So gehst du auch bei Gerechtigkeit vor.
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt: Ein Urteil schreiben
- Schreibe die Frage auf.
- Lege Kriterien fest.
- Sammle Argumente und ein Gegenargument.
- Formuliere dein Ergebnis.
Mit einem Bild erklärt
| Schritt | Frage |
|---|---|
| Position | Was meine ich? |
| Argument | Warum? |
| Gegenargument | Was spricht dagegen? |
| Ergebnis | Was folgt daraus? |
Zur Grundlage zurück
- Drei Prinzipien: Gleichheit, Bedürfnis, Leistung – Die Grundsätze kennst du aus früheren Lektionen.
Jetzt zusammen
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Zeig mir den ersten Schritt
Ein Urteil hat mehrere Teile.
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Lösung: Eine Position, Gründe und ein Gegenargument
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Ein Gegenargument widerspricht der Position.
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Lösung: Nicht alle haben dieselben Möglichkeiten, Leistung zu zeigen.
Tipp: Schreibe zuerst Kriterien auf. Beurteile dann.
Merksatz: Urteil: Position, Gründe, Gegenargument, Ergebnis.
Typischer Fehler: Viele schreiben nur ihre Meinung. Ein Urteil nennt Kriterien und prüft auch die Gegenseite.
Mini-Quiz
3 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Behandelt die Regel alle Betroffenen fair?
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Lösung: Der Staat setzt Recht durch. Gerechtigkeit ist ein Maßstab, an dem man Recht prüft.
Geschafft
Ein gutes Urteil nennt Kriterien, wägt ab und begründet. So kann man auch Gerechtigkeitsgrundsätze beurteilen.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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