Wohnungspolitik: Instrumente im Überblick
Der Staat nutzt verschiedene Mittel, um Wohnen bezahlbarer zu machen. Jedes Mittel wirkt anders.
Das lernst du heute
- Ich erläutere Mietpreisbremse, Wohngeld und sozialen Wohnungsbau.
- Ich unterscheide Angebots- und Nachfrageinstrumente.
- Ich nenne weitere Instrumente.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Was ist gerecht? Maßstäbe vergleichen
Wohnungspolitik sind alle Entscheidungen des Staates, die das Wohnen betreffen. Instrumente sind die Mittel, mit denen der Staat sein Ziel verfolgt. Das Ziel ist oft: Wohnen soll bezahlbar bleiben.
Die Mietpreisbremse begrenzt die Miete bei einem neuen Mietvertrag. In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt darf die Miete höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Die Vergleichsmiete zeigt, was für ähnliche Wohnungen in der Gegend gezahlt wird. Der Mietspiegel hilft dabei. Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel für Neubauten und umfassende Modernisierungen. Die Länder legen fest, wo die Regel gilt.
Das Wohngeld ist ein Zuschuss zur Miete für Haushalte mit geringem Einkommen. Es wird beantragt, zum Beispiel bei der Wohngeldstelle der Gemeinde. Die Höhe hängt vom Einkommen, von der Zahl der Haushaltsmitglieder und von der Miete ab. Das Wohngeld hilft schnell, sobald es bewilligt ist. Es schafft aber keine neuen Wohnungen.
Sozialer Wohnungsbau fördert den Bau von Wohnungen, die günstiger vermietet werden. Dafür gibt es staatliche Zuschüsse oder günstige Kredite. Als Gegenleistung gilt eine Bindung. Die Miete bleibt für eine bestimmte Zeit niedrig. Wer einziehen möchte, braucht meist einen Wohnberechtigungsschein, der das Einkommen prüft. Nach Ablauf der Bindung kann die Wohnung teurer werden.
Es gibt weitere Instrumente. Gemeinden können Bauland bereitstellen und Genehmigungen beschleunigen. Der Staat kann Wohnungen fördern, die energiesparend gebaut werden. Für manche Gebiete gelten Regeln, die Verdrängung begrenzen sollen (Milieuschutz).
| Instrument | Wirkt auf | Was es tut |
|---|---|---|
| Mietpreisbremse | Preis bei Neuvermietung | begrenzt die Miete auf höchstens 10 Prozent über der Vergleichsmiete |
| Wohngeld | Nachfrage | unterstützt Haushalte mit geringem Einkommen |
| Sozialer Wohnungsbau | Angebot | fördert den Bau günstiger Wohnungen |
| Bauland und Genehmigungen | Angebot | macht Bauen schneller und einfacher |
| Milieuschutz | Verdrängung | begrenzt bestimmte Veränderungen in Gebieten |
Mietpreisbremse anwenden (ausgedachte Werte)
- Die ortsübliche Vergleichsmiete beträgt 10 Euro je Quadratmeter.
- Erlaubt sind höchstens 10 Prozent mehr.
- 10 · 1,1 = 11.
- Die Miete darf höchstens 11 Euro je Quadratmeter betragen. Bei 60 Quadratmetern sind das 660 Euro.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Preis begrenzen: Mietpreisbremse.
Miete unterstützen: Wohngeld.
Wohnungen bauen: sozialer Wohnungsbau.
Ein Beispiel
Eine Familie mit wenig Einkommen findet keine bezahlbare Wohnung. Sie bekommt Wohngeld für die Miete. Gleichzeitig baut die Stadt Sozialwohnungen. Beides hilft auf unterschiedliche Weise.
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt: ein Instrument erklären
- Namen des Instruments nennen.
- Sagen, was es regelt.
- Sagen, wem es hilft.
- Sagen, ob es Angebot, Nachfrage oder Preis betrifft.
Mit einem Bild erklärt
| Instrument | Hilft sofort? | Schafft neue Wohnungen? |
|---|---|---|
| Mietpreisbremse | ja, bei neuen Verträgen | nein |
| Wohngeld | ja, nach dem Antrag | nein |
| Sozialer Wohnungsbau | erst nach dem Bau | ja |
Zur Grundlage zurück
- Was ist gerecht? Maßstäbe vergleichen – Du kennst Maßstäbe der Gerechtigkeit.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Die ortsübliche Vergleichsmiete beträgt 10 Euro je Quadratmeter. Die Miete darf höchstens 10 Prozent darüber liegen. Wie viele Euro je Quadratmeter sind höchstens erlaubt?
Zeig mir den ersten Schritt
10 Prozent von 10 Euro sind 1 Euro. Addiere.
Lösung ansehen
Lösung: 11
10 + 1 = 11. Erlaubt sind höchstens 11 Euro je Quadratmeter.
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Die Vergleichsmiete beträgt 20 Euro je Quadratmeter. Wie viele Euro je Quadratmeter sind mit einer Obergrenze von 10 Prozent darüber höchstens erlaubt?
Zeig mir den ersten Schritt
Berechne 10 Prozent von 20 und addiere.
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Lösung: 22
10 Prozent von 20 sind 2. 20 + 2 = 22 Euro.
Tipp: Frage bei jedem Instrument: Hilft es sofort oder erst später? Wirkt es auf Angebot, Nachfrage oder den Preis?
Merksatz: Mietpreisbremse: Preis begrenzen. Wohngeld: Zuschuss zur Miete. Sozialer Wohnungsbau: neue, günstige Wohnungen.
Typischer Fehler: Viele denken, die Mietpreisbremse gelte überall und ausnahmslos. Sie gilt nur in festgelegten Gebieten und hat Ausnahmen.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
Lösung ansehen
Lösung: Die Miete bei einem neuen Mietvertrag.
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Lösung: Ein Zuschuss zur Miete für Haushalte mit geringem Einkommen.
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Sozialer Wohnungsbau
Geschafft
Mietpreisbremse, Wohngeld, sozialer Wohnungsbau, Bauland und Milieuschutz sind Instrumente der Wohnungspolitik. Sie wirken auf Preis, Nachfrage oder Angebot.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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