Was ist gerecht? Maßstäbe vergleichen
Gerechtigkeit kann Verschiedenes heißen. Wer sie beurteilt, muss Maßstäbe vergleichen.
Das lernst du heute
- Ich nenne Gerechtigkeitsmaßstäbe.
- Ich wende sie auf Beispiele an.
- Ich begründe ein eigenes Urteil.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Das Existenzminimum sichern: die Grundsicherung
Soziale Gerechtigkeit ist ein Ziel, über das viele Menschen streiten. Nicht alle verstehen darunter dasselbe. Vier Maßstäbe kommen oft vor.
Leistungsgerechtigkeit: Wer mehr leistet, soll mehr bekommen. Bedarfsgerechtigkeit: Wer mehr braucht, soll mehr Unterstützung bekommen. Gleichheit: Alle bekommen dasselbe. Chancengerechtigkeit: Alle sollen gleiche Chancen haben, unabhängig von Herkunft und Einkommen der Eltern.
Die Maßstäbe können sich widersprechen. Ein Beispiel: Ein Kind aus einer Familie mit wenig Geld braucht vielleicht mehr Unterstützung in der Schule (Bedarf, Chancengerechtigkeit). Gleichzeitig sagen manche, wer sich mehr anstrengt, soll auch mehr haben (Leistung). Das lässt sich nicht immer in Einklang bringen.
Wenn du etwas beurteilst, hilft ein Vorgehen: Maßstab nennen, Beispiel prüfen, Argumente sammeln, Gegenargumente bedenken, begründet entscheiden. Dein Urteil darf anders ausfallen als das deiner Mitschülerinnen und Mitschüler. Wichtig ist, dass du es begründest.
Auch der Staat muss Maßstäbe abwägen: Steuern, Sozialleistungen und Bildung werden danach gestaltet. Hier werden keine Parteien oder Personen bewertet.
| Maßstab | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|
| Leistung | Wer mehr leistet, bekommt mehr? | Höhere Rente bei höheren Beiträgen |
| Bedarf | Wer mehr braucht, bekommt mehr? | Mehr Hilfe bei Pflegebedürftigkeit |
| Gleichheit | Bekommen alle dasselbe? | Kindergeld je Kind |
| Chancen | Haben alle gleiche Startchancen? | Förderung in der Schule |
Einen Fall prüfen
- Fall: Der Staat zahlt Zuschüsse für Schulmaterial nur für Familien mit niedrigem Einkommen.
- Maßstab: Bedarfsgerechtigkeit und Chancengerechtigkeit.
- Argument dafür: Alle Kinder können gleich gut lernen.
- Argument dagegen: Familien knapp über der Grenze bekommen nichts.
- Urteil: Eine Begründung mit beiden Seiten.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Leistung, Bedarf, Gleichheit, Chancen.
Man muss abwägen.
Begründe dein Urteil.
Ein Beispiel
Eine Klassenkasse: Soll jeder gleich viel zahlen, oder zahlt jeder nach seinen Möglichkeiten? Beides lässt sich begründen.
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt: ein Urteil bilden
- Maßstab nennen.
- Beispiel prüfen.
- Argumente sammeln.
- Gegenargumente bedenken.
- Urteil begründen.
Mit einem Bild erklärt
| Schritt | Frage |
|---|---|
| 1 | Welcher Maßstab? |
| 2 | Was spricht dafür? |
| 3 | Was spricht dagegen? |
| 4 | Wie lautet das begründete Urteil? |
Zur Grundlage zurück
- Das Existenzminimum sichern: die Grundsicherung – Du kennst das Existenzminimum.
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Zeig mir den ersten Schritt
Was entscheidet: Leistung, Bedarf oder gleiche Anteile?
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Lösung: Bedarfsgerechtigkeit
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Es geht um den Start, nicht um das Ergebnis.
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Lösung: Alle sollen gleiche Chancen haben.
Tipp: Nenne den Maßstab, bevor du urteilst. So wird dein Urteil klar.
Merksatz: Maßstäbe: Leistung, Bedarf, Gleichheit, Chancen. Sie können sich widersprechen.
Typischer Fehler: Viele halten ihren eigenen Maßstab für den einzig richtigen. Gerechtigkeit hat mehrere Seiten.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Argumente, Gegenargumente und eine Entscheidung
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Lösung: Höhere Rente bei höheren Beiträgen
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Lösung: Sie verfolgen verschiedene Ziele.
Geschafft
Gerechtigkeit kann Verschiedenes heißen. Man vergleicht Maßstäbe, wägt ab und begründet sein Urteil.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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