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Geschichte

Frauen und Männer im NS-Staat

Die NS-Ideologie wies Frauen und Männern feste Rollen zu. Die Wirklichkeit war widersprüchlicher, und es gab Handlungsspielräume bis hin zum Widerspruch.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich beschreibe die Rollenbilder des NS-Staates.
  • Ich vergleiche Ideologie und Wirklichkeit.
  • Ich erörtere an Beispielen Handlungsspielräume von Frauen und Männern.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Jugend im Nationalsozialismus, Frauen in der Weimarer Republik: Anspruch und Wirklichkeit

Der NS-Staat hatte feste Vorstellungen. Männer sollten Soldaten und Arbeiter sein. Frauen sollten vor allem Hausfrau und Mutter sein. Wer anders lebte oder dachte, passte nicht in dieses Bild und geriet unter Druck.

Frauen. Der Staat drängte Frauen aus manchen Berufen, zum Beispiel aus Beamtenstellen. Für Studienplätze gab es Beschränkungen. Der Staat lieh jungen Ehepaaren Geld, wenn die Frau ihren Beruf aufgab. Das hieß Ehestandsdarlehen. Viele Mädchen und Frauen engagierten sich in Organisationen wie dem BDM. Als im Krieg Arbeitskräfte fehlten, arbeiteten viele Frauen doch in Fabriken, Büros und Landwirtschaft. Ideologie und Wirklichkeit passten also nicht zusammen.

Männer. 1935 wurde die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt. Junge Männer mussten außerdem einen Arbeitsdienst leisten. Im Krieg wurden Millionen Männer Soldaten. Wer den Kriegsdienst verweigerte, riskierte sein Leben.

Handlungsspielräume. Frauen und Männer konnten sich unterschiedlich verhalten. Sie konnten mitmachen, sich anpassen, wegsehen, aber auch helfen oder widersprechen. Sophie Scholl verteilte als Studentin Flugblätter und wurde 1943 hingerichtet. Im Februar und März 1943 protestierten in Berlin Ehefrauen vor einem Gebäude in der Rosenstraße gegen die Verhaftung ihrer jüdischen Ehemänner. Viele der Männer wurden freigelassen. Wie stark der Protest wirkte, bewertet die Forschung unterschiedlich. Andere Frauen und Männer versteckten verfolgte Menschen oder halfen ihnen heimlich.

Rollenbilder und Wirklichkeit.
IdeologieWirklichkeit
FrauenHausfrau und MutterIm Krieg oft berufstätig in Industrie und Landwirtschaft
MännerSoldat und ArbeiterWehrpflicht, Arbeitsdienst, Millionen im Krieg
HandlungsspielraumGehorsamMitmachen, Anpassen, Helfen oder Widersprechen

Einen Handlungsspielraum erörtern

  1. Wir wählen ein Beispiel, zum Beispiel den Protest der Ehefrauen.
  2. Wir fragen: Was war riskant? Der Protest konnte zu Verhaftung führen.
  3. Wir fragen: Was war das Ergebnis? Viele Männer kamen frei.
  4. Wir halten fest: Es gab Spielräume, aber sie waren begrenzt.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Männer Soldat.

Frauen Mutter.

Menschen handelten verschieden.

Ein Beispiel

Beispiel

In deiner Schule gibt es klare Regeln. Manche halten sich genau daran, manche nutzen Lücken, manche sagen offen Nein. So unterschiedlich verhielten sich auch Menschen im NS-Staat, nur mit viel größeren Risiken.

Schritt für Schritt

Wir vergleichen Ideologie und Wirklichkeit

  1. Wir lesen das Ideal: Die Frau gehört ins Haus.
  2. Wir prüfen die Wirklichkeit: Im Krieg fehlten Arbeitskräfte, Frauen arbeiteten.
  3. Wir fragen: Was folgt? Das Ideal und die Wirklichkeit passten nicht zusammen.
  4. Wir halten fest: Ideologie beschreibt nicht, wie Menschen wirklich lebten.

Mit einem Bild erklärt

BeispielHandlung
Sophie SchollFlugblätter verteilt, 1943 hingerichtet
Ehefrauen in Berlin 1943Protest gegen die Verhaftung der Ehemänner
Helferinnen und HelferVersteckten Verfolgte

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Welches Rollenbild hatte die NS-Ideologie für Frauen?
Zeig mir den ersten Schritt

Lies den ersten Absatz.

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Lösung: Hausfrau und Mutter

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Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was änderte sich in der Wirklichkeit, als im Krieg Arbeitskräfte fehlten?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an den Krieg und fehlende Arbeiter.

Lösung ansehen

Lösung: Viele Frauen arbeiteten in Fabriken, Büros und Landwirtschaft.

Tipp: Fasse nicht alle Frauen oder alle Männer zusammen. Frage immer: Wer genau? In welcher Lage? Mit welchen Möglichkeiten?

Merksatz: Der NS-Staat wies Frauen und Männern feste Rollen zu. In der Wirklichkeit gab es Widersprüche und unterschiedliche Handlungsspielräume.

Typischer Fehler: Viele denken, alle Frauen seien nur zu Hause gewesen. Im Krieg arbeiteten viele Frauen, und einige leisteten Widerstand.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Was wurde 1935 wieder eingeführt?
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Lösung: Die allgemeine Wehrpflicht

Frage 2 Sophie Scholl wurde 1943 hingerichtet.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 3 Welche Aussage über Handlungsspielräume stimmt?
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Lösung: Es gab Spielräume, aber sie waren oft riskant.

Frage 4 Der Protest der Ehefrauen in Berlin 1943 richtete sich gegen die Verhaftung ihrer jüdischen Ehemänner.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 5 Was trifft auf das Verhalten der Menschen im NS-Staat nicht zu?
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Lösung: Alle Menschen verhielten sich gleich.

Geschafft

Die Ideologie wollte Männer als Soldaten und Frauen als Mütter. Die Menschen handelten sehr unterschiedlich.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft NS-Ideologie und Alltag in der Diktatur

Kurz erklärt, 41 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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