Der Nahostkonflikt: historische Ursachen
Im Nahen Osten stehen sich seit über hundert Jahren Ansprüche auf dasselbe Land gegenüber. Die Ursachen reichen weit zurück und betreffen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Das lernst du heute
- Ich nenne historische Ursachen des Nahostkonflikts.
- Ich beschreibe die Sichtweisen beider Seiten.
- Ich beurteile den Konflikt auf der Grundlage seiner Ursachen.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Die NS-Verbrechen vor Gericht
Der Konflikt hat viele Wurzeln. Wir betrachten ihn aus mehreren Perspektiven. Aktuelle Kriege bewerten wir hier nicht. Wir fragen nach den Ursachen.
Im 19. Jahrhundert entstand in Europa der Zionismus. Das war eine jüdische Nationalbewegung. Sie wollte einen eigenen, sicheren Staat für Jüdinnen und Juden in Palästina schaffen. Hintergrund war der Antisemitismus in Europa. 1897 fand in Basel der erste Zionistische Kongress statt. Gleichzeitig entwickelte sich unter den Araberinnen und Arabern eine eigene Nationalbewegung. Das Gebiet gehörte damals zum Osmanischen Reich. Dort lebte schon eine arabische Bevölkerung.
Nach dem Ersten Weltkrieg bekam Großbritannien die Verwaltung Palästinas als Mandat. 1917 hatte die britische Regierung in der Balfour-Erklärung eine „nationale Heimstätte“ für das jüdische Volk in Palästina befürwortet. Zugleich hatte sie arabischen Führern Zusagen gemacht. Das erzeugte Misstrauen. Nach 1933 flohen viele Jüdinnen und Juden vor der NS-Verfolgung nach Palästina. Der Streit um Land und Einwanderung nahm zu.
Am 29. November 1947 schlugen die Vereinten Nationen vor, das Land in einen jüdischen und einen arabischen Staat zu teilen. Die jüdische Seite stimmte zu. Die arabische Seite lehnte den Plan ab. Am 14. Mai 1948 wurde der Staat Israel gegründet. Arabische Nachbarstaaten griffen an. In diesem Krieg flohen oder wurden etwa 700 000 Palästinenserinnen und Palästinenser vertrieben (Schätzungen). Sie nennen das „Nakba“, die Katastrophe. Auch Hunderttausende Jüdinnen und Juden mussten in den folgenden Jahren arabische Länder verlassen oder flohen von dort.
Auch wirtschaftliche Fragen spielen eine Rolle. Land und Wasser sind knapp, und die Region liegt an wichtigen Handelswegen und hat große Ölvorkommen. Im Kalten Krieg unterstützten die USA und die Sowjetunion unterschiedliche Seiten.
1967 besetzte Israel im Sechstagekrieg unter anderem das Westjordanland, den Gazastreifen und Ostjerusalem. 1979 schlossen Israel und Ägypten Frieden. Viele Fragen bleiben bis heute offen: Grenzen, Sicherheit, der Status Jerusalems und die Rückkehr der Flüchtlinge.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1897 | Erster Zionistischer Kongress in Basel |
| 1917 | Balfour-Erklärung |
| 29.11.1947 | UN-Teilungsplan |
| 14.5.1948 | Gründung des Staates Israel |
| 1967 | Sechstagekrieg |
| 1979 | Frieden zwischen Ägypten und Israel |
Zwei Perspektiven darstellen
- Perspektive 1: Jüdische Menschen wollten nach der Verfolgung in Europa einen sicheren Staat.
- Perspektive 2: Palästinensische Menschen lebten schon im Land und verloren Heimat und Besitz.
- Wir fragen: Welche Interessen und Sorgen hat jede Seite?
- Wir halten fest: Beide Seiten haben nachvollziehbare Anliegen. Das macht den Konflikt schwer.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Zwei Gruppen wollen im selben Land leben.
Beide haben wichtige Gründe.
Die Geschichte macht den Streit schwer.
Ein Beispiel
Zwei Familien haben beide eine Wohnung in einem Haus, in dem es nur eine Küche gibt. Jede sagt: Wir brauchen sie. So ähnlich ist es beim Streit um Land, nur viel größer.
Schritt für Schritt
Ursachen sortieren
- Wir sammeln politische Ursachen: Nationalbewegungen, Mandat.
- Wir sammeln gesellschaftliche Ursachen: Antisemitismus, Flucht und Vertreibung.
- Wir sammeln wirtschaftliche Ursachen: Land, Wasser, Handelswege, Öl.
- Wir ordnen sie in eine Tabelle.
Mit einem Bild erklärt
| Politisch | Gesellschaftlich | Wirtschaftlich |
|---|---|---|
| Zwei Nationalbewegungen, Mandat | Antisemitismus, Flucht, Vertreibung | Land, Wasser, Handelswege |
| Teilungsplan 1947 | Identität, Religion, Erinnerung | Interessen von Großmächten |
Zur Grundlage zurück
- Die NS-Verbrechen vor Gericht – Du kennst die Folgen der NS-Verbrechen.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Das arabische Wort bedeutet „Katastrophe“.
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Lösung: Nakba
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
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Lösung: Stimmt
Tipp: Beschreibe Ursachen und Sichtweisen, ohne eine Seite zu verurteilen. Hass auf Menschen wegen ihrer Herkunft oder Religion ist nie in Ordnung, zum Beispiel Antisemitismus oder Hass auf Musliminnen und Muslime.
Merksatz: Der Nahostkonflikt hat historische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ursachen: Nationalbewegungen, Antisemitismus, Mandatszeit, Landfragen und Interessen von Großmächten.
Typischer Fehler: Viele denken, der Konflikt sei nur religiös. Er hat auch mit Land, Wasser, Sicherheit und der Politik von Großmächten zu tun.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Am 14. Mai 1948
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Lösung: Eine jüdische Nationalbewegung
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Großbritannien
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Lösung: Ursachen und Sichtweisen sachlich darstellen
Geschafft
Der Nahostkonflikt entstand aus zwei Nationalbewegungen und dem Streit um dasselbe Land. 1947 und 1948 sind wichtige Einschnitte.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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