Diskriminierende Sprache beurteilen
Sprache kann Menschen herabsetzen. Mit Kriterien beurteilst du sachlich, wann Sprache diskriminiert und wie du damit umgehen kannst.
Das lernst du heute
- Ich kann erklären, was diskriminierende Sprache ist.
- Ich kann Aussagen mit Kriterien beurteilen.
- Ich kenne Möglichkeiten, sachlich zu reagieren.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Signale der Beeinflussung, Rollenbilder in der Werbung
Diskriminierung heißt: Menschen werden wegen eines Merkmals benachteiligt oder herabgesetzt. Merkmale sind zum Beispiel Herkunft, Geschlecht, Religion, Sprache oder eine Behinderung. Im Grundgesetz steht in Artikel 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar. In Artikel 3 steht, dass niemand wegen solcher Merkmale benachteiligt werden darf. Sprache kann diskriminieren, auch ohne dass jemand es so meint. Wichtig ist die Wirkung. Absicht und Wirkung können auseinanderfallen. Zur Beurteilung helfen Kriterien. Erstens: Wird eine Gruppe pauschal abgewertet? Zweitens: Wie könnte die Aussage auf Betroffene wirken? Drittens: Gibt es eine neutrale Alternative? Viertens: Welcher Kontext liegt vor? Ein Wort in einem Zitat, das erklärt wird, ist etwas anderes als eine Beleidigung. Meinungsfreiheit ist geschützt. Sie endet dort, wo Menschen beleidigt oder in ihrer Würde verletzt werden. Wenn du auf solche Sprache triffst und es für dich sicher ist, kannst du nachfragen, sachlich widersprechen und eine neutrale Formulierung vorschlagen. Bei Beleidigungen holst du Hilfe, zum Beispiel bei einer Lehrkraft oder einer Vertrauensperson. Auch die Nummer gegen Kummer hilft: 116 111.
| Kriterium | Frage |
|---|---|
| Pauschal? | Wird eine ganze Gruppe abgewertet? |
| Wirkung | Wie kann es auf Betroffene wirken? |
| Alternative | Gibt es eine neutrale Formulierung? |
| Kontext | Wird zitiert oder selbst abgewertet? |
Eine Aussage beurteilen
- Ausgedachte Aussage in einer Diskussion: „Diese Leute aus dem Süden der Stadt sind alle faul.“
- Pauschal? Ja, „alle“.
- Wirkung: Betroffene fühlen sich herabgesetzt.
- Alternative: „Ich finde, die Freizeitangebote im Süden sind zu knapp.“
- Beurteilung: Die Aussage wertet eine Gruppe pauschal ab. Sie ist diskriminierend. Die Alternative nennt ein Problem, ohne Menschen herabzusetzen.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Pauschal?
Wirkung?
Alternative?
Kontext?
Ein Beispiel
Stell dir vor, jemand sagt über deine Familie etwas Pauschales. Wie fühlt sich das an? So kann es auch für andere sein.
Schritt für Schritt
Wir wenden die Kriterien an.
- Aussage: „Frauen sind nicht für diesen Beruf geeignet.“
- Pauschal? Ja, eine ganze Gruppe wird ausgeschlossen.
- Wirkung: kränkend und benachteiligend.
- Alternative: „Für diesen Beruf zählen Können und Interesse.“
Mit einem Bild erklärt
| Aussage | Beurteilung |
|---|---|
| Eine ganze Gruppe wird abgewertet. | diskriminierend |
| Ein einzelnes Verhalten wird sachlich kritisiert. | nicht diskriminierend |
| Ein Wort wird zitiert und erklärt. | kommt auf den Kontext an |
Zur Grundlage zurück
- Signale der Beeinflussung – Du kennst Signale der Beeinflussung.
- Rollenbilder in der Werbung – Du kennst Rollenbilder.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Denke an das Wort „benachteiligen“.
Lösung ansehen
Lösung: Menschen werden wegen eines Merkmals benachteiligt oder herabgesetzt.
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Welche Aussage trifft eine ganze Menschengruppe?
Lösung ansehen
Lösung: Diese Leute sind alle faul.
Tipp: Frage vor dem Sprechen: Würde ich das sagen, wenn die Betroffenen dabei wären?
Merksatz: Diskriminierende Sprache setzt Menschen wegen Merkmalen herab. Ich beurteile mit Kriterien: pauschal, Wirkung, Alternative, Kontext.
Typischer Fehler: Manche sagen: „So war das nicht gemeint.“ Für die Beurteilung zählt auch die Wirkung auf die Betroffenen.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Weil eine Aussage auch ohne böse Absicht verletzen kann.
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Lösung: „Wie meinst du das? Gilt das wirklich für alle?“
Lösung ansehen
Lösung: Man holt Hilfe, zum Beispiel bei einer Lehrkraft.
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Stimmt nicht
Geschafft
Sprache kann diskriminieren. Mit Kriterien beurteile ich, ob sie es tut, und reagiere sachlich.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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