Geschichte im Netz: Quellen im digitalen Zeitalter
Seit den 1990er-Jahren verändert das Internet, wie wir Geschichte finden, veröffentlichen und prüfen. Quellen können einfacher zugänglich sein, aber auch gefälscht.
Das lernst du heute
- Ich beschreibe, wie sich Quellen und Informationen seit den 1990er-Jahren verändert haben.
- Ich prüfe Quellen aus dem Netz mit einfachen Fragen.
- Ich beurteile Chancen und Risiken der Digitalität für die Geschichte.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Erinnern: Gedenkstätten, Gedenktage, Stolpersteine
Früher musste man für Geschichtsquellen in ein Archiv oder eine Bibliothek gehen. Seit den 1990er-Jahren stellen viele Archive Teile ihrer Bestände digital ins Netz. Fotos, Zeitungen, Karten und Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind für viele Menschen zugänglich. Das ist eine Chance.
Auch das Veröffentlichen hat sich verändert. Früher entschieden Verlage und Redaktionen, was gedruckt wird. Heute können fast alle Menschen Texte, Bilder und Videos selbst ins Netz stellen. Das erhöht die Vielfalt. Es erhöht aber auch das Risiko, dass Falsches verbreitet wird.
Dazu gehören Fälschungen. Bilder und Videos lassen sich mit Computerprogrammen verändern oder ganz neu erzeugen. Auch falsche Behauptungen über die Geschichte verbreiten sich schnell. Das Leugnen des Holocaust ist in Deutschland strafbar. Wer so etwas im Netz sieht, sollte es nicht weiterverbreiten, sondern melden und mit einer erwachsenen Vertrauensperson sprechen.
Deshalb braucht man Quellenkritik. Vier Fragen helfen: Wer hat die Quelle verfasst? Wann und wozu? Welche Belege gibt es? Bestätigen andere unabhängige Quellen die Aussage? Eine einzige Quelle reicht meist nicht. Zeitzeugen-Interviews sind wertvoll, aber auch sie sind persönliche Erinnerungen. Man vergleicht sie mit anderen Quellen.
| Früher | Heute |
|---|---|
| Quellen im Archiv, nur vor Ort | Viele Quellen digital, von überall nutzbar |
| Verlage entscheiden über Veröffentlichung | Fast alle können selbst veröffentlichen |
| Fälschungen aufwendig | Fälschungen mit Programmen schnell möglich |
Eine Quelle im Netz prüfen
- Wir fragen: Wer hat das veröffentlicht?
- Wir fragen: Wann und wozu?
- Wir suchen Belege und eine zweite, unabhängige Quelle.
- Wir urteilen: Ist die Aussage belegt oder nur behauptet?
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Im Netz findet man viele Quellen.
Nicht alle stimmen.
Man prüft sie mit Fragen.
Ein Beispiel
Du bekommst eine Nachricht, ein Foto sei echt. Du fragst: Von wem? Wann? Gibt es andere Quellen? So gehst du bei Geschichtsquellen vor.
Schritt für Schritt
Eine Quelle prüfen
- Wir lesen die Quelle genau.
- Wir suchen Informationen über Verfasser und Datum.
- Wir suchen eine zweite Quelle.
- Wir schreiben ein Urteil mit Begründung.
Mit einem Bild erklärt
| Frage | Beispiel |
|---|---|
| Wer? | Name oder Organisation |
| Wann? | Datum der Veröffentlichung |
| Wozu? | Information, Werbung, Meinung |
| Belege? | Quellenangaben, andere Quellen |
Zur Grundlage zurück
- Erinnern: Gedenkstätten, Gedenktage, Stolpersteine – Du kennst Formen des Erinnerns.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Denke an Fragen an eine Quelle.
Lösung ansehen
Lösung: Eine Quelle genau prüfen
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Lösung ansehen
Lösung: Stimmt nicht
Tipp: Prüfe immer: Wer? Wann? Wozu? Belege? Eine zweite Quelle?
Merksatz: Im Netz sind viele Quellen leicht zu finden, aber nicht alle sind verlässlich. Quellenkritik schützt vor Fälschungen.
Typischer Fehler: Viele denken, was oft geteilt wird, sei wahr. Wie oft etwas geteilt wird, sagt nichts über seine Richtigkeit.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
Lösung ansehen
Lösung: Viele Archive stellen Quellen ins Netz.
Lösung ansehen
Lösung: Bilder und Videos können leicht gefälscht werden.
Lösung ansehen
Lösung: Stimmt
Lösung ansehen
Lösung: Nicht weiterverbreiten, melden und mit einer erwachsenen Vertrauensperson sprechen
Lösung ansehen
Lösung: Sie halten persönliche Erinnerungen fest.
Geschafft
Digitale Medien erleichtern den Zugang zu Quellen, erleichtern aber auch Fälschungen. Deshalb prüft man Quellen mit klaren Fragen.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
Übungsheft Aussöhnung, Europa und Erinnerung
Kurz erklärt, 43 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.
Das Heft ist für alle kostenlos – auch wenn gerade kein Geld dafür da ist. Wer es einrichten kann, unterstützt DYS+ Campus mit einem selbst gewählten Betrag. Freiwillig unterstützen