Erinnern: Gedenkstätten, Gedenktage, Stolpersteine
Erinnerung an den Nationalsozialismus zeigt sich in Orten, Tagen und Zeichen. Wie sie entstand, ist selbst ein Stück Geschichte.
Das lernst du heute
- Ich nenne Formen des Erinnerns.
- Ich vergleiche die Erinnerungskultur in beiden deutschen Staaten.
- Ich bewerte, wozu kollektive Erinnerung dient.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Erinnern an den Ersten Weltkrieg: Denkmäler und Gedenken, Die NS-Verbrechen vor Gericht
Kollektive Erinnerung heißt: Eine Gesellschaft erinnert sich gemeinsam an wichtige Ereignisse. Das geschieht an Orten, an Tagen und mit Zeichen.
Gedenkstätten sind Orte, an denen Verbrechen geschahen. Dazu gehören ehemalige Konzentrationslager wie Dachau, Buchenwald oder Sachsenhausen. Dort erfährt man, was geschah, und gedenkt der Opfer. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin wurde 2005 eingeweiht. Es besteht aus 2 711 Betonstelen.
Gedenktage erinnern jedes Jahr. Der 27. Januar erinnert an die Befreiung von Auschwitz 1945. In Deutschland ist er seit 1996 Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Am 9. November erinnern viele an die Novemberpogrome von 1938. Der 8. Mai 1945 war das Kriegsende in Europa. 1985 nannte der Bundespräsident ihn in einer Rede einen „Tag der Befreiung“.
Stolpersteine sind kleine Messingplatten von zehn mal zehn Zentimetern. Ein Künstler begann damit in den 1990er-Jahren. Sie liegen im Gehweg vor dem letzten frei gewählten Wohnort einer Person. Auf ihnen stehen Name, Geburtsjahr und Schicksal.
Die Erinnerung war nicht immer gleich. In der Bundesrepublik wurde in den 1950er-Jahren wenig darüber gesprochen. In den 1960er-Jahren fragte die junge Generation nach. Die Fernsehserie „Holocaust“ erreichte 1979 viele Menschen. In der DDR stand der kommunistische Widerstand im Mittelpunkt. Die Verfolgung der Jüdinnen und Juden spielte eine kleinere Rolle. Nach 1990 begann ein gemeinsames Nachdenken in ganz Deutschland.
| Form | Beispiel | Zweck |
|---|---|---|
| Ort | KZ-Gedenkstätte, Denkmal in Berlin | Wissen und Gedenken an Ort und Stelle |
| Tag | 27. Januar, 9. November, 8. Mai | Jährliche Erinnerung |
| Zeichen | Stolperstein | Namen und Schicksale sichtbar machen |
Formen des Erinnerns vergleichen
- Wir sammeln Orte, Tage und Zeichen.
- Wir fragen: Wer wird erinnert?
- Wir fragen: Was lernen wir daraus für heute?
- Wir urteilen: Erinnerung ist nötig, damit sich Unrecht nicht wiederholt.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Wir erinnern an Orten.
Wir erinnern an Tagen.
Wir erinnern mit Zeichen.
Ein Beispiel
Eine Familie bewahrt Briefe und Fotos von Verstorbenen auf, damit sie nicht vergessen werden. Gedenkorte tun etwas Ähnliches, nur für ein ganzes Land.
Schritt für Schritt
Erinnerung ordnen
- Wir sammeln Beispiele.
- Wir ordnen sie in Ort, Tag oder Zeichen.
- Wir fragen: Wer hat sie geschaffen und warum?
- Wir halten fest: Alle Formen wollen warnen und erinnern.
Mit einem Bild erklärt
| Ort | Tag | Zeichen |
|---|---|---|
| Gedenkstätte | 27. Januar | Stolperstein |
| Denkmal in Berlin | 9. November | Namenstafel |
Zur Grundlage zurück
- Erinnern an den Ersten Weltkrieg: Denkmäler und Gedenken – Du kennst das Erinnern an den Ersten Weltkrieg.
- Die NS-Verbrechen vor Gericht – Du kennst die juristische Aufarbeitung.
Jetzt zusammen
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Zeig mir den ersten Schritt
Denke an ein Lager.
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Lösung: An die Befreiung von Auschwitz 1945
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
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Lösung: Eine kleine Messingplatte im Gehweg zur Erinnerung an eine Person
Tipp: Frage bei jedem Gedenken: Wer wird erinnert, wer erinnert, und was soll daraus folgen?
Merksatz: Erinnerung braucht Orte, Tage und Zeichen. Sie war in West und Ost unterschiedlich und wurde nach 1990 gemeinsam diskutiert.
Typischer Fehler: Viele denken, Erinnerung sei nur Gefühl. Sie beruht auf Wissen und Verantwortung, damit sich Unrecht nicht wiederholt.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Der kommunistische Widerstand
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Lösung: Eine Gesellschaft erinnert sich gemeinsam an Ereignisse.
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Sie erreichte viele Menschen und löste Gespräche aus.
Geschafft
Gedenkstätten, Gedenktage und Stolpersteine halten die Erinnerung an die Opfer wach. In Ost und West entwickelte sie sich verschieden.
Kannst du das schon?
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