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Deutsch

Wie sich Sprache verändert

Sprache bleibt nicht gleich. Wörter, Laute, Schreibweisen und Satzbau verändern sich langsam über viele Jahre.

  • ca. 11 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Plus

Das lernst du heute

  • Ich kann erklären, was Sprachwandel ist.
  • Ich kann Wandel auf verschiedenen Ebenen an Beispielen zeigen.
  • Ich kann Ursachen für Sprachwandel nennen.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Alltagssprache, Standardsprache, Bildungssprache

Sprachwandel heißt: Eine Sprache verändert sich im Lauf der Zeit. Niemand beschließt das. Es geschieht langsam, weil viele Menschen sprechen und schreiben. Der Wandel zeigt sich an mehreren Stellen. Im Wortschatz kommen neue Wörter dazu, andere verschwinden. Bei den Lauten ändert sich die Aussprache. In der Schreibung ändern sich Regeln. In der Grammatik ändern sich Endungen und Satzbau. Dafür gibt es Gründe. Neue Dinge brauchen Namen. Sprecher wollen sich kurz fassen. Sprachen kommen miteinander in Kontakt. Medien verbreiten Wörter schnell. Wichtig: Wandel ist kein Verfall. Jede Sprache war früher anders als heute. Auch die Sprache, die du heute für „richtig“ hältst, hat sich verändert. Man unterscheidet Sprachstufen: Althochdeutsch (ab etwa 750), Mittelhochdeutsch (etwa 1050 bis 1350), Frühneuhochdeutsch und Neuhochdeutsch. Die Grenzen sind fließend.

SprachstufeBeispiel (Satzteil)
Mittelhochdeutsch (etwa 1050–1350)mîn niuwes hûs
Neuhochdeutsch (heute)mein neues Haus

Sprachwandel an einem Beispiel

  1. Mittelhochdeutsch: „mîn niuwes hûs“. Neuhochdeutsch: „mein neues Haus“.
  2. Das lange î wurde zu „ei“: mîn – mein.
  3. Das „iu“ wurde zu „eu“: niuwes – neues.
  4. Das lange û wurde zu „au“: hûs – Haus.
  5. Dieser Lautwandel heißt Diphthongierung: Aus einem langen Selbstlaut wird ein Doppellaut. Er geschah über mehrere Jahrhunderte.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Eine Sprache bleibt nicht gleich.

Alles verändert sich langsam.

Das ist normal.

Ein Beispiel

Beispiel

Auch Dinge im Alltag verändern sich: Ein Telefon von früher sieht anders aus als ein heutiges. Bei Sprache ist es ähnlich: Sie wird dem Gebrauch angepasst.

Schritt für Schritt

Wir ordnen eine Veränderung zu.

  1. Ein Beispiel: früher „Thür“, heute „Tür“. Was hat sich geändert: Wortschatz, Aussprache, Schreibung oder Grammatik?
  2. Die Aussprache blieb gleich. Nur die Schreibung ist anders.
  3. Seit der Rechtschreibregelung von 1901 schreibt man solche Wörter ohne „h“.

Mit einem Bild erklärt

EbeneBeispiel
Wortschatzneue Wörter wie „streamen“
Aussprachemîn → mein
SchreibungThür → Tür
GrammatikEndungen fallen weg: dem Manne → dem Mann

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Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was ist Sprachwandel?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an das Wort „langsam“.

Lösung ansehen

Lösung: eine langsame Veränderung der Sprache im Lauf der Zeit

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Auf welcher Ebene liegt der Wandel von „Thür“ zu „Tür“?
Zeig mir den ersten Schritt

Was hat sich am Wort geändert: Bedeutung oder Buchstaben?

Lösung ansehen

Lösung: Schreibung

Tipp: Vergleiche alte und neue Wörter laut. Du hörst, wie sich die Laute geändert haben.

Merksatz: Sprache verändert sich langsam und ungeplant. Wandel ist kein Verfall.

Typischer Fehler: Viele glauben, früher sei die Sprache „richtiger“ gewesen. Sprachforscher sagen: Jede Stufe hatte eigene Regeln.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Welche Ursache kann Sprachwandel haben?
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Lösung: Neue Dinge brauchen neue Wörter.

Frage 2 Was zeigt der Vergleich „mîn niuwes hûs“ – „mein neues Haus“?
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Lösung: Die Laute haben sich verändert.

Frage 3 Welche Aussage passt zu Sprachwandel?
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Lösung: Er ist normal und kein Verfall.

Frage 4 Sprachwandel wird von einer Behörde festgelegt.
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Lösung: Stimmt nicht

Frage 5 Auch die Grammatik kann sich wandeln.
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Lösung: Stimmt

Geschafft

Sprachwandel ist eine langsame Veränderung von Wortschatz, Lauten, Schreibung und Grammatik. Er hat viele Ursachen.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Sprache im Wandel

Kurz erklärt, 54 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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