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Latein

Latein nach Rom: Mittelalter und Neuzeit

Latein blieb nach dem Ende des Römischen Reiches lange die Sprache der Gelehrten. Viele Fachwörter stammen bis heute daraus.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Plus

Das lernst du heute

  • Ich beschreibe, wo Latein nach der Antike genutzt wurde.
  • Ich nenne Beispiele für lateinische Fachsprache.
  • Ich erkläre, warum Latein als gemeinsame Sprache half.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Die Fabel: kurz, klar, mit Lehre

Das Römische Reich endete im Westen im 5. Jahrhundert. Latein blieb trotzdem wichtig. Im Mittelalter schrieben Mönche und Gelehrte auf Latein. Die Kirche nutzte es für Gottesdienste und Urkunden. Auch Universitäten lehrten auf Latein, so konnten sich Gelehrte aus vielen Ländern verstehen.

Um 1500 entdeckten Gelehrte alte Texte neu. Man nennt diese Zeit Humanismus. Erasmus von Rotterdam schrieb auf Latein. Mit dem Buchdruck verbreiteten sich lateinische Bücher schnell.

Auch später schrieben Forscher Latein. Isaac Newton veröffentlichte 1687 sein Hauptwerk auf Latein. René Descartes schrieb in den Principia philosophiae (1644): Ego cogito, ergo sum. Das heißt: Ich denke, also bin ich. Carl von Linné benannte Pflanzen und Tiere mit lateinischen Namen, zum Beispiel Homo sapiens.

Heute begegnet dir Latein in Medizin, Recht, Biologie und im Alltag: Kapitel (von capitulum, zu caput „Kopf“), Fenster (von fenestra), Student (von studens).

Latein lebt in Fachsprachen weiter.
BereichBeispieleAus dem Latein
BiologieHomo sapiensder weise Mensch
RechtVerdiktvon vere dictum, „wahr gesprochen“
AlltagFenstervon fenestra
WissenschaftEgo cogito, ergo sumIch denke, also bin ich

Ein Lehnwort erkennen

  1. Wort: Fenster.
  2. Es stammt von fenestra.
  3. Im Deutschen blieb der Wortstamm, die Endung änderte sich.
  4. Lehnwörter zeigen, wie viel Latein im Deutschen steckt.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Mönche schrieben Latein.

Gelehrte forschten auf Latein.

Heute steckt Latein in Wörtern.

Ein Beispiel

Beispiel

Heute nutzen Wissenschaftler oft Englisch als gemeinsame Sprache. Früher nahm Latein diese Rolle ein.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: ein Lehnwort herleiten

  1. Nenne das deutsche Wort.
  2. Suche das lateinische Wort.
  3. Vergleiche die Bedeutung.
  4. Beschreibe die Veränderung.

Mit einem Bild erklärt

DeutschLateinBedeutung
FensterfenestraFenster
KapitelcaputKopf (über capitulum, „Abschnitt“)
StudentstudensEifriger, Lernender

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Warum blieb Latein im Mittelalter wichtig?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an Universitäten.

Lösung ansehen

Lösung: Gelehrte aus vielen Ländern verstanden sich so.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was heißt Ego cogito, ergo sum?
Zeig mir den ersten Schritt

ergo heißt also.

Lösung ansehen

Lösung: Ich denke, also bin ich.

Tipp: Suche in deiner Umgebung lateinische Wörter: Fachbegriffe, Fremdwörter und Namen.

Merksatz: Mittelalter und Neuzeit: Latein als Sprache der Gelehrten. Heute: Fachsprache und Lehnwörter.

Typischer Fehler: Viele denken, Latein sei „tot“, weil es niemand mehr als Muttersprache spricht. In Fachsprachen und Lehnwörtern lebt es weiter.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Woher stammt das Wort „Fenster“?
Lösung ansehen

Lösung: von fenestra

Frage 2 Welche Epoche nennt man Humanismus?
Lösung ansehen

Lösung: die Zeit um 1500, in der man alte Texte neu las

Frage 3 Carl von Linné nutzte lateinische Namen für Pflanzen und Tiere.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 4 Was bedeutet Homo sapiens?
Lösung ansehen

Lösung: der weise Mensch

Geschafft

Latein verband Gelehrte über Jahrhunderte. Heute ist es Grundlage vieler Fachwörter.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

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