Ethische Positionen: Folgen oder Pflichten?
Es gibt verschiedene Wege, eine Handlung zu beurteilen. Man kann auf die Folgen schauen oder auf die Pflicht.
Das lernst du heute
- Ich weiß: Ethische Positionen beurteilen Handlungen nach bestimmten Gesichtspunkten.
- Ich kann Folgenorientierung und Pflichtorientierung unterscheiden.
- Ich kann ein Beispiel mit beiden Positionen beurteilen.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Wertekonflikte erkennen
Ethik fragt: Was ist gutes Handeln? Dazu gibt es verschiedene Antworten, die man ethische Positionen nennt. Zwei sind besonders bekannt. Bei der folgenorientierten Position zählt, was am Ende herauskommt. Eine Handlung ist gut, wenn sie möglichst viel Gutes für möglichst viele bringt. Diese Sicht geht unter anderem auf die englischen Philosophen Jeremy Bentham und John Stuart Mill zurück. Bei der pflichtorientierten Position zählen Regeln, die immer gelten. Eine Handlung ist gut, wenn sie einer Pflicht folgt, zum Beispiel nicht zu lügen, auch wenn es Vorteile bringt. Der Philosoph Immanuel Kant hat die Pflicht stark betont. Beide Positionen haben Stärken und Schwächen. Wer nur auf Folgen schaut, kann Einzelne übersehen. Wer nur auf Pflichten schaut, kann Folgen aus dem Blick verlieren.
| Position | Frage | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|---|
| Folgenorientiert | Was kommt dabei heraus? | Denkt an das Wohl vieler | Einzelne können zu kurz kommen |
| Pflichtorientiert | Welche Regel gilt immer? | Klare, verlässliche Maßstäbe | Folgen können aus dem Blick geraten |
Eine Handlung mit zwei Positionen beurteilen
- Beschreibe die Handlung.
- Frage folgenorientiert: Was sind die Folgen für alle?
- Frage pflichtorientiert: Welche Regel gilt hier?
- Vergleiche beide Urteile und begründe deins.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Folgenorientiert: Was kommt heraus?
Pflichtorientiert: Welche Regel gilt?
Beide helfen beim Urteilen.
Ein Beispiel
Aylin bekommt von ihrer Tante einen Pullover, der ihr nicht gefällt. Sie sagt trotzdem, er sei schön, um die Tante nicht zu enttäuschen. Folgenorientiert: Die Notlüge erspart Enttäuschung und schadet kaum. Pflichtorientiert: Man soll nicht lügen.
Schritt für Schritt
Du beurteilst eine Handlung auf zwei Weisen.
- Beschreibe die Handlung.
- Frage nach den Folgen.
- Frage nach der Pflicht.
- Vergleiche.
Mit einem Bild erklärt
| Position | Leitfrage |
|---|---|
| Folgenorientiert | Was kommt dabei heraus? |
| Pflichtorientiert | Welche Regel gilt immer? |
Zur Grundlage zurück
- Wertekonflikte erkennen – Hier hast du Wertekonflikte kennengelernt.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Geht es um das Ergebnis oder um eine feste Regel?
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Lösung: Was kommt am Ende für alle dabei heraus?
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Zählt hier das Ergebnis oder die Regel?
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Lösung: Pflichtorientiert
Tipp: Prüfe jede Handlung mit zwei Fragen: Was folgt daraus? Und: Welche Pflicht gilt hier?
Merksatz: Folgenorientiert zählt das Ergebnis, pflichtorientiert zählt die Regel. Beide Sichtweisen sind sinnvoll.
Typischer Fehler: Zu denken, eine ethische Position sei die einzig richtige. Jede Position hat Stärken und Grenzen.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Einzelne Menschen können zu kurz kommen.
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Die Handlung ist gut, weil sie vielen hilft und niemandem schadet.
Geschafft
Ethische Positionen beurteilen Handlungen. Folgenorientiert zählt das Ergebnis, pflichtorientiert zählt die gültige Regel.
Kannst du das schon?
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