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Latein

Die Stoa: was in meiner Macht steht

Die Stoiker unterscheiden, was wir ändern können und was nicht. Daraus entsteht Gelassenheit.

  • ca. 13 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich erkläre den Kerngedanken der Stoa.
  • Ich unterscheide, was in unserer Macht steht und was nicht.
  • Ich übersetze zwei stoische Sätze.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Übersetzungen vergleichen und beurteilen

Die Stoiker glauben: Ein gutes Leben beruht auf Tugend und Vernunft. Lateinisch heißen sie virtus und ratio. Gut ist, wer vernünftig handelt. Äußeres wie Besitz, Ruf oder Gesundheit kann man verlieren. Wichtig ist deshalb, wie man darauf reagiert.

Die zentrale Unterscheidung: Manches liegt in unserer Macht, etwa unsere Urteile, unser Handeln und unsere Haltung. Anderes liegt nicht in unserer Macht, etwa das Wetter, das Verhalten anderer oder der Zufall. Wer sich nur um das kümmert, was er beeinflussen kann, bleibt gelassener.

Ein Satz von Seneca (Sen. epist. 107,11), nach einem griechischen Vers des Stoikers Kleanthes: Ducunt volentem fata, nolentem trahunt. Das heißt: Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zieht es mit. Der Gedanke: Wer das Unvermeidliche annimmt, behält seine Freiheit.

Ein zweiter Satz (Sen. epist. 1,3): Omnia, Lucili, aliena sunt, tempus tantum nostrum est. Das heißt: Alles, Lucilius, ist fremd, nur die Zeit gehört uns.

Die stoische Unterscheidung.
In unserer MachtNicht in unserer Macht
unsere Urteile und Meinungendas Wetter
unser Handelnwas andere tun
unsere HaltungZufall und Schicksal

Einen stoischen Satz verstehen

  1. Satz: Ducunt volentem fata, nolentem trahunt.
  2. ducunt und trahunt sind die Verben, fata das Subjekt.
  3. volentem und nolentem sind Akkusative: den Willigen, den Unwilligen.
  4. Deutung: Man kann sich fügen oder wehren, das Schicksal bleibt.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Urteile und Handeln: in meiner Macht.

Wetter und andere Menschen: nicht in meiner Macht.

Darauf konzentrieren, was ich ändern kann.

Ein Beispiel

Beispiel

Du schreibst eine Klassenarbeit und kannst lernen, aber nicht die Fragen bestimmen. Lernen liegt in deiner Macht, die Fragen nicht.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: ein Problem stoisch prüfen

  1. Nenne das Problem.
  2. Frage: Was kann ich ändern?
  3. Frage: Was kann ich nicht ändern?
  4. Entscheide, womit du beginnst.

Mit einem Bild erklärt

SituationIn meiner MachtNicht in meiner Macht
Klassenarbeitlernendie Fragen
Streitwie ich antwortewas der andere sagt

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Ausprobieren

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Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was liegt nach den Stoikern in unserer Macht?
Zeig mir den ersten Schritt

Frage: Was kann ich selbst bestimmen?

Lösung ansehen

Lösung: unser Urteil und unser Handeln

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was heißt Ducunt volentem fata, nolentem trahunt?
Zeig mir den ersten Schritt

Suche das Subjekt im Nominativ Plural.

Lösung ansehen

Lösung: Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zieht es mit.

Tipp: Teile ein Problem in zwei Spalten: Was kann ich ändern? Was nicht? Beginne mit der ersten Spalte.

Merksatz: Stoa: Tugend (virtus) und Vernunft (ratio). Unterscheide, was in meiner Macht steht und was nicht.

Typischer Fehler: Viele denken, Stoiker seien gefühllos. Sie wollen Gefühle verstehen und vernünftig mit ihnen umgehen.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Was bedeutet tempus tantum nostrum est?
Lösung ansehen

Lösung: nur die Zeit gehört uns

Frage 2 Wie heißt Tugend auf Latein?
Lösung ansehen

Lösung: virtus

Frage 3 Die Stoiker wollten sich um alles gleich stark sorgen.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 4 Welcher Satz beschreibt stoische Gelassenheit?
Lösung ansehen

Lösung: Ich kümmere mich um das, was ich ändern kann.

Geschafft

Die Stoa lehrt Gelassenheit. Man ändert, was man ändern kann, und nimmt an, was man nicht ändern kann.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

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