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Geschichte

Anpassen, mitmachen, widerstehen

Zwischen Begeisterung und Widerstand gab es viele Verhaltensweisen. Wer sie unterscheidet, versteht Handlungsspielräume besser.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich unterscheide Verhaltensweisen in der NS-Diktatur.
  • Ich erörtere an Beispielen Handlungsspielräume.
  • Ich begründe, warum man das Verhalten der Menschen nicht allein mit Zwang erklären kann.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Frauen und Männer im NS-Staat

Nach 1933 verhielten sich Menschen sehr unterschiedlich. Man kann ihr Verhalten grob ordnen.

Zustimmung: Manche glaubten an die Ideologie und machten begeistert mit. Anpassung: Andere passten sich an, um Nachteile zu vermeiden. Sie traten Organisationen bei oder befolgten Vorschriften. Wegsehen: Viele sahen weg, wenn Nachbarn ausgegrenzt wurden. Anzeigen: Manche zeigten andere an. Viele Verfahren der Geheimen Staatspolizei begannen mit Hinweisen aus der Bevölkerung. Mitwirken: Manche halfen bei Verfolgung, zum Beispiel in Behörden. Helfen: Einige unterstützten Verfolgte heimlich. Widerstand: Wenige handelten bewusst gegen das Regime.

Die Spielräume waren nicht für alle gleich. Wer verfolgt wurde, hatte kaum Wahl. Wer zur „Volksgemeinschaft“ zählte, hatte oft mehr Möglichkeiten. Wer sich weigerte, riskierte Nachteile oder schlimmere Folgen.

Wichtig ist: Zwang erklärt nicht alles. Viele machten freiwillig mit, weil sie Vorteile sahen. Andere ließen sich einschüchtern. Es gibt keine einfache Antwort. Die Forschung unterscheidet deshalb Haltungen und fragt, wer welche Möglichkeiten hatte.

Ein ausgedachtes Beispiel: In einer Kleinstadt meiden plötzlich viele Kundinnen und Kunden einen jüdischen Laden. Eine Nachbarin sieht zu. Ein Lehrer entscheidet, ob er mitmacht. Jede Person hat eine Wahl, aber nicht jede dieselbe.

Haltungen in der NS-Diktatur.
HaltungKurz erklärtBeispiel (ausgedacht)
ZustimmungAus Überzeugung mitmachenTritt begeistert einer Organisation bei
AnpassungMitmachen, um Nachteile zu vermeidenBefolgt Vorschriften, ohne zu widersprechen
WegsehenNichts sagen und nichts tunSieht Ausgrenzung und schweigt
AnzeigenAndere bei Polizei oder Gestapo meldenMeldet eine Nachbarin
HelfenVerfolgten heimlich beistehenVersteckt eine Familie
WiderstandBewusst gegen das Regime handelnVerteilt Flugblätter

Handlungsspielräume beurteilen

  1. Wir wählen eine Person, zum Beispiel eine Lehrerin.
  2. Wir fragen: Welche Möglichkeiten hatte sie? Mitmachen, schweigen, widersprechen.
  3. Wir fragen: Welches Risiko gab es? Entlassung, Ärger, Haft.
  4. Wir urteilen: Es gab Spielräume, aber das Risiko war unterschiedlich groß.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Mitmachen.

Wegsehen.

Helfen oder widerstehen.

Ein Beispiel

Beispiel

In einer Klasse wird jemand gemobbt. Einige machen mit, einige sehen weg, einige helfen. Alle hatten eine Wahl. Die Folgen waren aber verschieden.

Schritt für Schritt

Wir ordnen Haltungen

  1. Wir lesen eine Beschreibung: „Er sah weg und sagte nichts.“
  2. Wir ordnen zu: Das ist Wegsehen.
  3. Wir fragen: Welche Folgen hatte das? Der Betroffene blieb allein.
  4. Wir halten fest: Auch Wegsehen ist eine Entscheidung.

Mit einem Bild erklärt

HaltungWirkung auf den Staat
ZustimmungStärkt das Regime
WegsehenLässt das Regime gewähren
Helfen und WiderstandSchwächt oder bremst das Regime

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Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was bedeutet Anpassung in der NS-Diktatur?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an Nachteile.

Lösung ansehen

Lösung: Mitmachen, um Nachteile zu vermeiden

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Welche Aussage über Handlungsspielräume stimmt?
Zeig mir den ersten Schritt

Lies den dritten Absatz.

Lösung ansehen

Lösung: Sie waren für verschiedene Menschen unterschiedlich groß.

Tipp: Ein Urteil über Menschen braucht drei Fragen: Was konnte die Person tun? Was riskierte sie? Was hat sie getan?

Merksatz: Menschen verhielten sich sehr unterschiedlich: Zustimmung, Anpassung, Wegsehen, Mitwirken, Helfen oder Widerstand. Spielräume waren ungleich verteilt.

Typischer Fehler: Viele erklären alles mit Zwang. Zwang erklärt nicht alles. Viele machten freiwillig mit.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Wie begannen viele Verfahren der Geheimen Staatspolizei?
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Lösung: Mit Hinweisen aus der Bevölkerung

Frage 2 Zwang erklärt das Verhalten der Menschen im NS-Staat vollständig.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 3 Was ist Wegsehen?
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Lösung: Ausgrenzung bemerken, aber nichts sagen oder tun

Frage 4 Verfolgte Menschen hatten oft kaum Handlungsspielraum.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 5 Welche Frage gehört zu einem fairen Urteil?
Lösung ansehen

Lösung: Was konnte die Person tun, und was riskierte sie?

Geschafft

Es gab viele Haltungen zwischen Begeisterung und Widerstand. Wer sie unterscheidet, versteht die Zeit besser.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft NS-Ideologie und Alltag in der Diktatur

Kurz erklärt, 41 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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