Geschlechtergerechte Sprache: Formen und Debatte
Es gibt verschiedene Formen, Menschen sprachlich anzusprechen. Über sie wird diskutiert. Hier lernst du Formen und Argumente kennen.
Das lernst du heute
- Ich kann Formen geschlechtergerechter Sprache nennen.
- Ich kann Argumente beider Seiten wiedergeben.
- Ich weiß, was das amtliche Regelwerk dazu sagt.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Alltagssprache, Standardsprache, Bildungssprache
Geschlechtergerechte Sprache ist ein Beispiel für aktuellen Sprachwandel. Es gibt dafür mehrere Formen. Beim generischen Maskulinum steht nur die männliche Form: „die Lehrer“. Sie soll alle Personen meinen. Bei der Paarform nennt man beide Formen: „Lehrerinnen und Lehrer“. Neutrale Formen vermeiden die Unterscheidung: „die Lehrkräfte“, „die Lehrenden“, „die Studierenden“. Es gibt auch Sonderzeichen im Wortinneren: Sternchen („Lehrer*innen“), Doppelpunkt („Lehrer:innen“) oder Unterstrich („Lehrer_innen“). Die Argumente sind unterschiedlich. Befürworter sagen: Alle Menschen sollen sichtbar sein. Manche Untersuchungen legen nahe, dass bei männlichen Formen eher an Männer gedacht wird. Kritiker sagen: Sonderzeichen erschweren das Lesen und das Vorlesen. Das generische Maskulinum meine alle. Texte würden länger und schwerer verständlich. Für Menschen mit Leseschwierigkeiten könne das ein Nachteil sein. Das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung führt Sonderzeichen im Wortinneren nicht als Regel. Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat sie bisher nicht als Regel aufgenommen. Er beschreibt sie als Zeichen, die nicht zum Kern der Rechtschreibung gehören. Paarformen und neutrale Formen sind ohne Weiteres möglich. In Schulen und Betrieben können eigene Vorgaben gelten. Hier geht es nicht darum, eine Form vorzuschreiben. Du sollst Formen erkennen und Argumente prüfen.
| Form | Beispiel |
|---|---|
| generisches Maskulinum | die Lehrer |
| Paarform | Lehrerinnen und Lehrer |
| neutrale Form | Lehrkräfte, Lehrende |
| Sonderzeichen | Lehrer*innen, Lehrer:innen, Lehrer_innen |
Formen vergleichen
- Ausgangssatz: „Die Schüler gehen in die Pause.“
- Paarform: „Die Schülerinnen und Schüler gehen in die Pause.“
- Neutral: „Die Lernenden gehen in die Pause.“
- Mit Sonderzeichen: „Die Schüler:innen gehen in die Pause.“
- Jede Form hat Vorteile und Nachteile. Die Aussage bleibt gleich, die Wirkung ist unterschiedlich.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Es gibt vier Formen.
Für jede gibt es Argumente.
Ich prüfe sie ruhig.
Ein Beispiel
Wenn jemand fragt „Wer kommt zur Party?“, sagt man oft „alle“. So ähnlich suchen manche Formen eine Antwort, die alle einschließt.
Schritt für Schritt
Wir bestimmen die Form.
- Satz: „Die Studierenden lernen für die Klausur.“
- Hier steht ein Partizip als Nomen: studierend → die Studierenden. Diese Form ist neutral.
- Sie nennt kein Geschlecht.
Mit einem Bild erklärt
| Form | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Maskulinum | kurz, vertraut | nennt Frauen nicht ausdrücklich |
| Paarform | nennt beide | länger |
| neutral | kurz und offen | nicht immer möglich |
| Sonderzeichen | soll alle einschließen | nicht als Regel im Regelwerk, schwerer vorzulesen |
Zur Grundlage zurück
- Alltagssprache, Standardsprache, Bildungssprache – Du kennst die Standardsprache und ihre Regeln.
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Zeig mir den ersten Schritt
Welcher Ausdruck nennt zwei Wörter?
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Lösung: Lehrerinnen und Lehrer
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Welcher Ausdruck unterscheidet nicht nach Geschlecht?
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Lösung: die Studierenden
Tipp: Prüfe bei jeder Form drei Dinge: Wer wird genannt? Ist der Text gut lesbar? Passt die Form zur Situation?
Merksatz: Es gibt mehrere Formen. Für jede gibt es Argumente dafür und dagegen. Das amtliche Regelwerk führt Sonderzeichen im Wortinneren nicht als Regel.
Typischer Fehler: Manche denken, es gebe nur eine „richtige“ Form. Tatsächlich werden mehrere Formen genutzt und diskutiert.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Alle Menschen sollen sprachlich sichtbar sein.
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Lösung: Sie können das Lesen und Vorlesen erschweren.
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Lösung: Es enthält sie bisher nicht als Regel.
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Stimmt nicht
Geschafft
Geschlechtergerechte Sprache hat verschiedene Formen. Befürworter und Kritiker haben Argumente. Ich kann sie beschreiben und prüfen.
Kannst du das schon?
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