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Deutsch

Geschlechtergerechte Sprache: Formen und Debatte

Es gibt verschiedene Formen, Menschen sprachlich anzusprechen. Über sie wird diskutiert. Hier lernst du Formen und Argumente kennen.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Plus

Das lernst du heute

  • Ich kann Formen geschlechtergerechter Sprache nennen.
  • Ich kann Argumente beider Seiten wiedergeben.
  • Ich weiß, was das amtliche Regelwerk dazu sagt.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Alltagssprache, Standardsprache, Bildungssprache

Geschlechtergerechte Sprache ist ein Beispiel für aktuellen Sprachwandel. Es gibt dafür mehrere Formen. Beim generischen Maskulinum steht nur die männliche Form: „die Lehrer“. Sie soll alle Personen meinen. Bei der Paarform nennt man beide Formen: „Lehrerinnen und Lehrer“. Neutrale Formen vermeiden die Unterscheidung: „die Lehrkräfte“, „die Lehrenden“, „die Studierenden“. Es gibt auch Sonderzeichen im Wortinneren: Sternchen („Lehrer*innen“), Doppelpunkt („Lehrer:innen“) oder Unterstrich („Lehrer_innen“). Die Argumente sind unterschiedlich. Befürworter sagen: Alle Menschen sollen sichtbar sein. Manche Untersuchungen legen nahe, dass bei männlichen Formen eher an Männer gedacht wird. Kritiker sagen: Sonderzeichen erschweren das Lesen und das Vorlesen. Das generische Maskulinum meine alle. Texte würden länger und schwerer verständlich. Für Menschen mit Leseschwierigkeiten könne das ein Nachteil sein. Das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung führt Sonderzeichen im Wortinneren nicht als Regel. Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat sie bisher nicht als Regel aufgenommen. Er beschreibt sie als Zeichen, die nicht zum Kern der Rechtschreibung gehören. Paarformen und neutrale Formen sind ohne Weiteres möglich. In Schulen und Betrieben können eigene Vorgaben gelten. Hier geht es nicht darum, eine Form vorzuschreiben. Du sollst Formen erkennen und Argumente prüfen.

FormBeispiel
generisches Maskulinumdie Lehrer
PaarformLehrerinnen und Lehrer
neutrale FormLehrkräfte, Lehrende
SonderzeichenLehrer*innen, Lehrer:innen, Lehrer_innen

Formen vergleichen

  1. Ausgangssatz: „Die Schüler gehen in die Pause.“
  2. Paarform: „Die Schülerinnen und Schüler gehen in die Pause.“
  3. Neutral: „Die Lernenden gehen in die Pause.“
  4. Mit Sonderzeichen: „Die Schüler:innen gehen in die Pause.“
  5. Jede Form hat Vorteile und Nachteile. Die Aussage bleibt gleich, die Wirkung ist unterschiedlich.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Es gibt vier Formen.

Für jede gibt es Argumente.

Ich prüfe sie ruhig.

Ein Beispiel

Beispiel

Wenn jemand fragt „Wer kommt zur Party?“, sagt man oft „alle“. So ähnlich suchen manche Formen eine Antwort, die alle einschließt.

Schritt für Schritt

Wir bestimmen die Form.

  1. Satz: „Die Studierenden lernen für die Klausur.“
  2. Hier steht ein Partizip als Nomen: studierend → die Studierenden. Diese Form ist neutral.
  3. Sie nennt kein Geschlecht.

Mit einem Bild erklärt

FormVorteilNachteil
Maskulinumkurz, vertrautnennt Frauen nicht ausdrücklich
Paarformnennt beidelänger
neutralkurz und offennicht immer möglich
Sonderzeichensoll alle einschließennicht als Regel im Regelwerk, schwerer vorzulesen

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Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Welcher Ausdruck ist eine Paarform?
Zeig mir den ersten Schritt

Welcher Ausdruck nennt zwei Wörter?

Lösung ansehen

Lösung: Lehrerinnen und Lehrer

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Welche Form ist neutral?
Zeig mir den ersten Schritt

Welcher Ausdruck unterscheidet nicht nach Geschlecht?

Lösung ansehen

Lösung: die Studierenden

Tipp: Prüfe bei jeder Form drei Dinge: Wer wird genannt? Ist der Text gut lesbar? Passt die Form zur Situation?

Merksatz: Es gibt mehrere Formen. Für jede gibt es Argumente dafür und dagegen. Das amtliche Regelwerk führt Sonderzeichen im Wortinneren nicht als Regel.

Typischer Fehler: Manche denken, es gebe nur eine „richtige“ Form. Tatsächlich werden mehrere Formen genutzt und diskutiert.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Welches Argument bringen Befürworter geschlechtergerechter Sprache?
Lösung ansehen

Lösung: Alle Menschen sollen sprachlich sichtbar sein.

Frage 2 Welches Argument bringen Kritiker von Sonderzeichen?
Lösung ansehen

Lösung: Sie können das Lesen und Vorlesen erschweren.

Frage 3 Was gilt für das amtliche Regelwerk zu Sonderzeichen im Wortinneren?
Lösung ansehen

Lösung: Es enthält sie bisher nicht als Regel.

Frage 4 Es gibt mehrere Formen geschlechtergerechter Sprache.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 5 Über geschlechtergerechte Sprache gibt es keine Diskussion.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Geschafft

Geschlechtergerechte Sprache hat verschiedene Formen. Befürworter und Kritiker haben Argumente. Ich kann sie beschreiben und prüfen.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Sprache im Wandel

Kurz erklärt, 54 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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