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Biologie

Pränataldiagnostik: Möglichkeiten und Grenzen

Vor der Geburt kann man die Entwicklung des Kindes untersuchen. Die Untersuchungen haben Möglichkeiten und Grenzen. Jede Person entscheidet selbst.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich nenne Verfahren der Pränataldiagnostik und ordne sie ein.
  • Ich erkläre den Unterschied zwischen Verfahren ohne und mit Eingriff.
  • Ich beschreibe Möglichkeiten, Grenzen und Entscheidungsfragen.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Trisomie 21 und Pränataldiagnostik

Pränatal heißt „vor der Geburt“. Diagnostik heißt „Untersuchung“. Die Pränataldiagnostik prüft, wie sich ein Kind im Mutterleib entwickelt.

Verfahren ohne Eingriff in die Gebärmutter sind der Ultraschall und Bluttests bei der Schwangeren. Beim Ultraschall sieht man Größe, Lage und Organe. Es gibt auch Bluttests, die Hinweise auf bestimmte Chromosomen-Besonderheiten geben, zum Beispiel auf eine Trisomie 21. Sie liefern ein Wahrscheinlichkeitsergebnis. Das ist keine sichere Diagnose.

Verfahren mit Eingriff sind die Fruchtwasseruntersuchung und die Chorionzottenuntersuchung. Dabei entnimmt man mit einer dünnen Nadel etwas Fruchtwasser oder Gewebe der Plazenta. Im Labor untersucht man die Zellen und stellt ein Karyogramm her. Das Ergebnis ist sehr zuverlässig. Der Eingriff hat aber ein kleines Risiko für eine Fehlgeburt.

Die Untersuchungen sind freiwillig. Es gibt ein Recht auf Wissen und ein Recht auf Nichtwissen. Vorher und nachher beraten Ärztinnen und Ärzte. Das Ergebnis kann viele Fragen aufwerfen. Es gibt aber nicht für alle Besonderheiten eine Behandlung. Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21) leben heute oft viele Jahrzehnte und gestalten ihr Leben auf ihre Weise.

Vier Verfahren im Überblick.
VerfahrenEingriff?Aussage
UltraschallneinGröße, Lage, Organe
Bluttestnein (Blutabnahme)Wahrscheinlichkeit, keine sichere Diagnose
FruchtwasseruntersuchungjaChromosomen, sehr zuverlässig
ChorionzottenuntersuchungjaChromosomen, sehr zuverlässig

Ein Ergebnis einordnen

  1. Ein Bluttest zeigt: erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Besonderheit. Das ist ein Hinweis, keine Diagnose.
  2. Die Person kann sich beraten lassen. Sie kann weitere Untersuchungen wählen oder darauf verzichten.
  3. Für eine sichere Aussage über die Chromosomen braucht man die Untersuchung von Zellen im Labor.
  4. Welchen Weg die Person wählt, entscheidet sie selbst.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Pränatal heißt: vor der Geburt.

Man kann das Kind per Ultraschall ansehen.

Mit Eingriff kann man die Chromosomen genau untersuchen. Das ist freiwillig.

Ein Beispiel

Beispiel

Beim Wetterbericht gibt es eine Regenwahrscheinlichkeit von 70 Prozent. Es kann regnen oder nicht. Ein Bluttest sagt ebenfalls nur, wie wahrscheinlich etwas ist.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: Verfahren einordnen

  1. Frage: Gibt es einen Eingriff mit einer Nadel?
  2. Wenn nein: Ultraschall oder Bluttest.
  3. Wenn ja: Fruchtwasser- oder Chorionzottenuntersuchung.
  4. Frage: Ist die Aussage eine Wahrscheinlichkeit oder sicher?

Mit einem Bild erklärt

FrageAntwort
Eingriff nötig?Ultraschall und Bluttest nein, die anderen ja
Sichere Aussage zu Chromosomen?nur bei der Untersuchung von Zellen
Pflicht?nein, freiwillig

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Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Ein Bluttest in der Schwangerschaft gibt einen Hinweis auf eine Trisomie 21. Was bedeutet das?
Zeig mir den ersten Schritt

Frage dich: Wird beim Bluttest ein Karyogramm erstellt?

Lösung ansehen

Lösung: Es ist eine Wahrscheinlichkeit, keine sichere Diagnose.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Welche Untersuchung kommt ohne Eingriff mit einer Nadel aus?
Zeig mir den ersten Schritt

Bei welchem Verfahren schaut man nur von außen?

Lösung ansehen

Lösung: Ultraschall

Tipp: Frage bei jedem Verfahren: Gibt es einen Eingriff? Ist das Ergebnis eine Wahrscheinlichkeit oder eine sichere Aussage?

Merksatz: Pränataldiagnostik: Untersuchungen vor der Geburt. Ohne Eingriff: Ultraschall, Bluttest. Mit Eingriff: Fruchtwasser- und Chorionzottenuntersuchung. Alles freiwillig, mit Beratung.

Typischer Fehler: Viele denken, ein Bluttest liefere eine sichere Diagnose. Er liefert eine Wahrscheinlichkeit. Eine sichere Aussage braucht die Untersuchung von Zellen.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Pränataldiagnostik ist eine Pflicht für alle Schwangeren.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 2 Was ist eine Grenze der Pränataldiagnostik?
Lösung ansehen

Lösung: Sie kann nicht alle Besonderheiten erkennen.

Frage 3 Was bedeutet das Recht auf Nichtwissen?
Lösung ansehen

Lösung: Man darf auf bestimmte Untersuchungen verzichten.

Frage 4 Wozu dient ein Karyogramm bei der Fruchtwasseruntersuchung?
Lösung ansehen

Lösung: Es zeigt die Chromosomen der Zellen.

Geschafft

Die Pränataldiagnostik untersucht das ungeborene Kind. Es gibt Verfahren ohne und mit Eingriff. Sie haben Grenzen. Jede Person entscheidet selbst, was sie wissen möchte.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

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