Gerechtigkeitsgrundsätze: Wer bekommt was?
Es gibt mehrere Grundsätze, nach denen man gerecht verteilen kann. Sie führen oft zu verschiedenen Ergebnissen.
Das lernst du heute
- Ich erkläre fünf Gerechtigkeitsgrundsätze.
- Ich wende sie auf ein Beispiel an.
- Ich sehe, warum sie sich widersprechen können.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Drei Prinzipien: Gleichheit, Bedürfnis, Leistung
Eine Lerngruppe gewinnt einen Preis von 90 Euro. Drei Personen haben mitgearbeitet. Wie teilt man gerecht?
Es gibt mehrere Antworten. Gleichheit sagt: Jede Person bekommt gleich viel, also 30 Euro. Leistung sagt: Wer mehr geleistet hat, bekommt mehr. Bedürfnis sagt: Wer mehr braucht, bekommt mehr. Diese drei kennst du schon.
Dazu kommen zwei weitere Grundsätze. Chancengerechtigkeit fragt: Haben alle am Anfang faire Chancen? Verfahrensgerechtigkeit fragt: Sind die Regeln für die Entscheidung fair und kennen alle sie? Zum Beispiel: Alle dürfen ihre Sicht sagen, bevor entschieden wird.
Der Philosoph Aristoteles (384–322 v. Chr.) schrieb sinngemäß: Gleiches soll gleich behandelt werden und Ungleiches nach seiner Unterschiedlichkeit. Die schwere Frage bleibt: Welche Unterschiede zählen?
| Grundsatz | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Gleichheit | Bekommen alle gleich viel? | 90 € : 3 = 30 € für jede Person |
| Leistung | Wer hat mehr geleistet? | Wer mehr gearbeitet hat, bekommt mehr |
| Bedürfnis | Wer braucht mehr? | Wer das Geld dringender braucht, bekommt mehr |
| Chancengerechtigkeit | Starten alle fair? | Alle bekommen die gleichen Hilfen und Zeit |
| Verfahrensgerechtigkeit | Ist das Verfahren fair? | Alle werden angehört, die Regeln sind vorher bekannt |
Ein Beispiel durchrechnen
- Preisgeld: 90 Euro für drei Personen.
- Gleichheit: 90 : 3 = 30. Jede Person bekommt 30 Euro.
- Leistung: Person A hat die Hälfte der Arbeit gemacht, B und C je ein Viertel. A bekommt 45 Euro, B und C je 22,50 Euro. Probe: 45 + 22,50 + 22,50 = 90.
- Ergebnis: Je nach Grundsatz sind die Ergebnisse verschieden. Du musst begründen, welcher für diesen Fall passt.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Man kann auf verschiedene Weise gerecht teilen.
Gleich, nach Leistung oder nach Bedürfnis.
Auch ein fairer Start und ein fairer Weg zählen.
Ein Beispiel
Beim Wandertag kostet der Eintritt für alle 10 Euro. Manche können das nicht bezahlen. Gleichheit sagt: alle zahlen 10 Euro. Bedürfnis sagt: wer wenig hat, zahlt weniger.
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt: Grundsatz wählen
- Lies, worum es geht (Verteilung, Start oder Verfahren).
- Nenne zwei passende Grundsätze.
- Beschreibe für jeden das Ergebnis.
- Entscheide mit Gründen, welcher besser passt.
Mit einem Bild erklärt
| Situation | Möglicher Grundsatz |
|---|---|
| Alle sollen das Gleiche bekommen. | Gleichheit |
| Wer mehr arbeitet, bekommt mehr. | Leistung |
| Wer mehr Hilfe braucht, bekommt mehr. | Bedürfnis |
| Alle starten mit fairen Möglichkeiten. | Chancengerechtigkeit |
| Alle werden vor der Entscheidung angehört. | Verfahrensgerechtigkeit |
Zur Grundlage zurück
- Drei Prinzipien: Gleichheit, Bedürfnis, Leistung – Gleichheit, Bedürfnis und Leistung kennst du schon.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Rechne 90 : 3.
Lösung ansehen
Lösung: Gleichheit
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Verfahren heißt: Wie wird entschieden?
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Lösung: Ist der Weg zur Entscheidung fair?
Tipp: Nenne bei jedem Beispiel zuerst den Grundsatz. Begründe dann, warum er passt.
Merksatz: Gerechtigkeitsgrundsätze: Gleichheit, Leistung, Bedürfnis, Chancengerechtigkeit, Verfahrensgerechtigkeit.
Typischer Fehler: Viele halten einen Grundsatz für immer richtig. Je nach Situation können andere besser passen. Das braucht eine Begründung.
Mini-Quiz
3 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Alle sollen am Anfang faire Möglichkeiten haben.
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Lösung: 45 Euro
Geschafft
Es gibt mehrere Gerechtigkeitsgrundsätze. Sie führen oft zu verschiedenen Ergebnissen. Gerecht entscheiden heißt, Gründe abzuwägen.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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