DYS+ Campus ist kostenlos und ohne Werbung. Projekt mit einer Spende unterstützen

Praktische Philosophie

Streiten mit Argumenten: Debattenkultur

Eine Demokratie braucht Gespräche, in denen man sich zuhört und mit Gründen streitet.

  • ca. 11 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich erkläre den Unterschied zwischen Dialog und Debatte.
  • Ich nenne Regeln einer guten Debatte.
  • Ich erkenne unfaire Argumentationsmittel.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Verantwortung und Mitbestimmung

Demokratie lebt vom Gespräch. Menschen haben verschiedene Interessen und Meinungen. Sie müssen darüber reden, bevor sie entscheiden.

Im Dialog will man den anderen verstehen. Man fragt nach und hört zu. In der Debatte vertritt man eine Position mit Argumenten und versucht, andere zu überzeugen. Beides ist wichtig.

Regeln für gute Gespräche: ausreden lassen, bei der Sache bleiben, Behauptungen belegen, Gegenargumente ernst nehmen, Personen nicht abwerten. Ein Argument besteht aus einer Behauptung, einer Begründung und möglichst einem Beispiel.

Unfaire Mittel: Angriff auf die Person statt auf das Argument, ein Argument verzerrt wiedergeben, um es leichter anzugreifen, oder so tun, als gäbe es nur zwei Möglichkeiten. Solche Muster nennt man Fehlschlüsse.

Gute Debattenkultur hilft, dass auch Menschen mit anderen Ansichten gehört werden. Das macht Entscheidungen fairer.

Unfaire Muster in Gesprächen.
Unfaires MusterBeispiel
Angriff auf die Person„Dein Vorschlag ist falsch, weil du neu hier bist.“
Verzerren der Aussage„Du willst also alles verbieten!“ (obwohl nur eine Regel gemeint war)
Nur zwei Möglichkeiten„Entweder du bist für uns oder gegen uns.“

Ein Argument prüfen

  1. Aussage: „Das Handyverbot ist schlecht, weil der Schulleiter es vorgeschlagen hat.“
  2. Frage: Wird das Argument geprüft oder die Person angegriffen?
  3. Antwort: Die Person wird angegriffen.
  4. Besser: „Das Handyverbot ist schlecht, weil wir in den Pausen unsere Familie nicht mehr erreichen können.“

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Gespräche brauchen Regeln.

Zuhören. Begründen.

Die Person nicht angreifen.

Ein Beispiel

Beispiel

In einer Teamsitzung widersprechen zwei Kolleginnen. Beide hören zu und nennen Gründe. Am Ende gibt es eine bessere Lösung als zuvor.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: Ein Argument bauen

  1. Schreibe eine Behauptung auf.
  2. Ergänze eine Begründung („weil …“).
  3. Füge ein Beispiel hinzu.
  4. Überlege, was jemand dagegen sagen könnte.

Mit einem Bild erklärt

BausteinBeispiel
BehauptungWir sollten mehr Pausen haben.
Begründungweil wir uns dann besser konzentrieren.
BeispielNach der Pause fällt das Lernen leichter.

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was ist das Ziel eines Dialogs?
Zeig mir den ersten Schritt

Dialog heißt: miteinander sprechen und zuhören.

Lösung ansehen

Lösung: Den anderen zu verstehen

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Welcher Satz ist ein Angriff auf die Person?
Zeig mir den ersten Schritt

Wird die Person oder die Sache angesprochen?

Lösung ansehen

Lösung: Du hast keine Ahnung, also hat dein Vorschlag keinen Wert.

Tipp: Prüfe: Wird die Sache besprochen oder die Person angegriffen?

Merksatz: Gute Debatte: zuhören, begründen, Belege nennen, die Person nicht abwerten.

Typischer Fehler: Viele denken, wer am lautesten ist, hat recht. Zählen sollten aber Gründe.

Prüfen

Mini-Quiz

3 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Ein gutes Argument besteht nur aus einer Behauptung.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 2 Was gehört zu einer fairen Debatte?
Lösung ansehen

Lösung: Ausreden lassen und bei der Sache bleiben

Frage 3 Was ist ein Strohmann-Argument?
Lösung ansehen

Lösung: Eine Aussage wird verzerrt, damit man sie leichter angreifen kann.

Geschafft

Eine Demokratie braucht Dialog und Debatte. Fair streiten heißt: zuhören, begründen, Personen achten.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Freiheit, Teilhabe und Demokratie

Kurz erklärt, 42 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

PDF, 394 KB

Übungsheft herunterladen (PDF, 394 KB)

Das Heft ist für alle kostenlos – auch wenn gerade kein Geld dafür da ist. Wer es einrichten kann, unterstützt DYS+ Campus mit einem selbst gewählten Betrag. Freiwillig unterstützen