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Politik und Wirtschaft

Demografischer Wandel und neue Erwerbsbiografien

Es gibt mehr ältere Menschen, und Erwerbsleben verlaufen nicht mehr gleichförmig. Das belastet die Sozialversicherung.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich erkläre den demografischen Wandel.
  • Ich beschreibe veränderte Erwerbsbiografien.
  • Ich erläutere die Folgen für die Sozialversicherung.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Betriebliche und private Vorsorge

Der demografische Wandel beschreibt, wie sich die Altersstruktur einer Bevölkerung verändert. In Deutschland werden die Menschen im Durchschnitt älter. Gleichzeitig kommen seit Jahrzehnten wenige Kinder zur Welt. Der Anteil der Älteren wächst, der Anteil der Jüngeren sinkt.

Für die Rentenversicherung heißt das: Auf eine Rentnerin oder einen Rentner kommen weniger Beitragszahlende. Ein Beispiel mit ausgedachten Zahlen: Früher kamen 3 Beitragszahlende auf eine Person im Ruhestand, später vielleicht nur 2. Auch Pflege- und Krankenversicherung sind betroffen, denn ältere Menschen brauchen im Durchschnitt mehr Gesundheits- und Pflegeleistungen.

Dazu kommen neue Erwerbsbiografien. Früher arbeiteten viele ihr Leben lang in Vollzeit im selben Beruf. Heute gibt es Teilzeit, befristete Verträge, Minijobs, Selbstständigkeit, Pausen für Familie und Weiterbildung und mehrere Berufswechsel. Man nennt manche davon atypische Beschäftigung. Das sind Arbeitsformen, die vom unbefristeten Vollzeitjob abweichen.

Wer weniger oder mit Lücken Beiträge zahlt, bekommt später oft eine geringere Rente. Und weniger Beiträge belasten die Kassen.

Es gibt verschiedene Antworten: mehr Menschen im Erwerbsleben, längere Lebensarbeitszeit, Zuwanderung von Fachkräften, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, höhere Beiträge oder mehr Steuerzuschuss. Jede Antwort hat Vor- und Nachteile.

Demografischer Wandel und Erwerbsbiografien.
EntwicklungFolge für die Sozialversicherung
Mehr ältere MenschenMehr Renten und mehr Pflegebedarf
Weniger GeburtenWeniger künftige Beitragszahlende
Teilzeit und MinijobsGeringere Beiträge, später oft geringere Rente
Lücken im ErwerbslebenWeniger Rentenansprüche

Das Verhältnis rechnen (ausgedachtes Beispiel)

  1. Früher: 90 Beitragszahlende und 30 Rentnerinnen und Rentner.
  2. Rechnung: 90 : 30 = 3 Beitragszahlende je Rentner oder Rentnerin.
  3. Später: 60 Beitragszahlende und 30 Rentnerinnen und Rentner.
  4. Rechnung: 60 : 30 = 2. Weniger Beitragszahlende pro Rentner oder Rentnerin.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Mehr Ältere, weniger Jüngere.

Weniger Beiträge für mehr Renten.

Mehrere Lösungen sind möglich.

Ein Beispiel

Beispiel

Eine Klassenkasse: Erst zahlen 30 Kinder ein, später nur 20, aber es sollen weiter alle Ausflüge bezahlt werden. Dann muss jemand mehr zahlen, oder es gibt weniger Ausflüge.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: Folgen verfolgen

  1. Welche Entwicklung gibt es?
  2. Wie verändert sie die Zahl der Beitragszahlenden?
  3. Wie verändert sie die Leistungen?
  4. Nenne eine mögliche Antwort.

Mit einem Bild erklärt

EntwicklungMögliche Antwort
Weniger BeitragszahlendeMehr Menschen in Arbeit, Zuwanderung
Längere LebenszeitLängere Lebensarbeitszeit
Lücken im ErwerbslebenBessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

In einem ausgedachten Land gibt es 90 Beitragszahlende und 30 Rentnerinnen und Rentner. Wie viele Beitragszahlende kommen auf eine Person im Ruhestand?

Zeig mir den ersten Schritt

Teile die Zahl der Beitragszahlenden durch die Zahl der Rentnerinnen und Rentner.

Lösung ansehen

Lösung: 3

90 : 30 = 3.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Später gibt es 60 Beitragszahlende und 30 Rentnerinnen und Rentner. Wie viele Beitragszahlende kommen jetzt auf eine Person im Ruhestand?

Zeig mir den ersten Schritt

Rechne 60 : 30.

Lösung ansehen

Lösung: 2

60 : 30 = 2.

Tipp: Rechne das Verhältnis: Beitragszahlende geteilt durch Rentnerinnen und Rentner.

Merksatz: Demografischer Wandel: mehr Ältere, weniger Jüngere. Weniger Beitragszahlende je Rentner oder Rentnerin belastet die Kassen.

Typischer Fehler: Viele denken, nur die Rente sei betroffen. Auch Pflege- und Krankenversicherung spüren die Folgen.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Was bedeutet demografischer Wandel?
Lösung ansehen

Lösung: Die Altersstruktur der Bevölkerung verändert sich.

Frage 2 Warum bekommen Menschen mit vielen Lücken im Erwerbsleben oft weniger Rente?
Lösung ansehen

Lösung: Sie haben weniger Beiträge gezahlt.

Frage 3 Welche Entwicklung belastet die Pflegeversicherung?
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Lösung: Mehr ältere Menschen mit Pflegebedarf

Frage 4 Es gibt nur eine mögliche Antwort auf den demografischen Wandel.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 5 Was ist ein Beispiel für atypische Beschäftigung?
Lösung ansehen

Lösung: ein Minijob

Geschafft

Der demografische Wandel und veränderte Erwerbsbiografien belasten die Sozialversicherung. Es gibt mehrere mögliche Antworten mit Vor- und Nachteilen.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Der Sozialstaat

Kurz erklärt, 41 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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