Was heißt arm, was heißt reich?
Armut und Reichtum kann man auf verschiedene Weise messen. Es gibt absolute und relative Armut.
Das lernst du heute
- Ich unterscheide absolute und relative Armut.
- Ich erkläre, was Armutsrisiko und Einkommensreichtum bedeuten.
- Ich nenne Folgen von Armut für Teilhabe.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Freie und Soziale Marktwirtschaft
Absolute Armut bedeutet: Menschen fehlt das Nötigste zum Überleben, zum Beispiel Nahrung, sauberes Wasser, eine Unterkunft. Das gibt es vor allem in sehr armen Regionen der Welt.
In Deutschland wird meist von relativer Armut gesprochen. Relativ heißt: im Verhältnis zu den anderen in der Gesellschaft. Wer deutlich weniger hat als die meisten, kann an vielem nicht teilnehmen, auch wenn er nicht hungern muss. Die Teilhabe ist eingeschränkt, zum Beispiel bei Bildung, Kultur, Vereinen oder Ausflügen.
Man misst relative Armut oft mit dem Armutsrisiko. Dafür rechnet man das Einkommen jedes Haushalts auf die Zahl der Personen um. Dann sortiert man alle Haushaltseinkommen der Größe nach. Der Median ist der Wert in der Mitte. Wer weniger als 60 Prozent des Medians hat, gilt als armutsgefährdet. Das ist eine statistische Grenze, keine Beschreibung einzelner Menschen.
Auch Reichtum wird gemessen. Beim Einkommensreichtum gilt oft ein Einkommen ab etwa dem Doppelten des Medians. Reichtum kann auch Vermögen sein, also Besitz wie Wohnung, Geld oder Firmenanteile. Vermögen ist meist viel ungleicher verteilt als Einkommen.
Armut betrifft nicht nur Geld. Sie kann Gesundheit, Wohnen, Bildung und Teilhabe beeinflussen. Armut hat viele Ursachen, oft auch solche, die Menschen selbst nicht beeinflussen können.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Absolute Armut | Das Nötigste zum Überleben fehlt. |
| Relative Armut | Deutlich weniger als die meisten, Teilhabe eingeschränkt. |
| Armutsrisiko | Einkommen unter 60 Prozent des Medians. |
| Einkommensreichtum | Einkommen ab etwa dem Doppelten des Medians. |
| Vermögen | Besitz, zum Beispiel Wohnung, Geld, Anteile. |
Median und Schwelle berechnen (ausgedachte Werte)
- Fünf Haushalte haben 1200, 1500, 1800, 2400 und 4000 Euro im Monat.
- Der Median ist der mittlere Wert: 1800 Euro.
- 60 Prozent von 1800: 1800 : 100 · 60 = 1080 Euro. Das ist die Armutsrisikoschwelle.
- Das Doppelte des Medians: 3600 Euro.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Absolut: Das Nötigste fehlt.
Relativ: viel weniger als die meisten.
60 Prozent vom Median.
Ein Beispiel
In einer Klasse haben fast alle ein Smartphone und gehen zusammen ins Kino. Wer sich das nicht leisten kann, ist ausgeschlossen. Das ist relative Armut.
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt: die Schwelle berechnen
- Werte sortieren.
- Median bestimmen.
- Median : 100 · 60 rechnen.
- Mit dem Einkommen vergleichen.
Mit einem Bild erklärt
| Werte | Ergebnis |
|---|---|
| Median | 1800 Euro |
| 60 Prozent des Medians | 1080 Euro |
| Doppeltes des Medians | 3600 Euro |
Zur Grundlage zurück
- Freie und Soziale Marktwirtschaft – Du kennst den Ausgleich in der Sozialen Marktwirtschaft.
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Fünf Haushalte haben 1200, 1500, 1800, 2400 und 4000 Euro. Wie hoch ist der Median in Euro?
Zeig mir den ersten Schritt
Sortiere die Werte der Größe nach. Welcher steht in der Mitte?
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Lösung: 1800
Die Werte sind schon sortiert. Der mittlere (dritte) Wert ist 1800.
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Der Median ist 1800 Euro. Wie viele Euro sind 60 Prozent davon?
Zeig mir den ersten Schritt
Rechne 1800 : 100 · 60.
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Lösung: 1080
1800 : 100 = 18. 18 · 60 = 1080 Euro.
Tipp: Sortiere zuerst die Werte. Der Median steht dann in der Mitte.
Merksatz: Absolute Armut: Überleben gefährdet. Relative Armut: weniger als die meisten, unter 60 Prozent des Medians. Reichtum: oft ab dem Doppelten des Medians.
Typischer Fehler: Viele setzen Median und Durchschnitt gleich. Der Median ist der mittlere Wert, der Durchschnitt die Summe geteilt durch die Anzahl.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Deutlich weniger als die meisten in der Gesellschaft zu haben.
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Lösung: der mittlere Wert einer sortierten Reihe
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Vermögen sammelt sich über lange Zeit an und wird auch vererbt.
Geschafft
Armut kann absolut oder relativ gemessen werden. In Deutschland nutzt man oft die Grenze von 60 Prozent des Medians. Reichtum zeigt sich in Einkommen und Vermögen.
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