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Katholische Religion

Wenn Menschen Gott infrage stellen

Manche Menschen stellen Gott wegen des Leids infrage. Man kann prüfen, wie stark ihr Argument ist.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich kann das Argument gegen Gott in Behauptung, Grund und Annahme zerlegen.
  • Ich kann an einem Beispiel prüfen, wie plausibel das Argument ist.
  • Ich kann unterschiedliche Haltungen sachlich beschreiben.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Klagen als Form des Betens

Nicht alle Menschen glauben an Gott. Manche sagen: Wegen des Leids kann es keinen guten Gott geben. Andere sagen: Man kann es nicht wissen. Man nennt das Atheismus und Agnostizismus. Atheisten glauben nicht an Gott. Agnostiker halten die Frage für nicht entscheidbar.

Man kann ein solches Argument prüfen. Dazu zerlegt man es:

Behauptung: Es gibt keinen guten Gott.
Grund: Es gibt sinnloses Leid.
Annahme: Ein guter Gott würde alles Leid verhindern.

Dann fragt man: Stimmt der Grund? Stimmt die Annahme? Viele Christinnen und Christen sagen: Gott ist kein Wundertäter, der in alles eingreift. Sie glauben an einen Gott, der Menschen frei geschaffen hat und bei ihnen bleibt.

Das Argument ist ernst zu nehmen. Viele sprechen es auch als Protest gegen Gott aus: aus Schmerz, nicht aus Gleichgültigkeit. Man kann es prüfen und trotzdem Respekt zeigen.

Beispiel (ausgedacht): Tarek verliert einen Freund durch einen Unfall. Er sagt: „Wenn es Gott gäbe, hätte er das verhindert.“ Seine Trauer ist echt. Sein Satz enthält eine Annahme, die man prüfen kann.

TeilFrageBeispiel
BehauptungWas wird gesagt?Es gibt keinen guten Gott.
GrundWarum?Es gibt sinnloses Leid.
AnnahmeWas wird vorausgesetzt?Ein guter Gott verhindert alles Leid.

Ein Argument prüfen

  1. Behauptung: Es gibt keinen guten Gott.
  2. Grund: Es gibt sinnloses Leid.
  3. Annahme: Ein guter Gott würde alles Leid verhindern.
  4. Prüfung: Ist die Annahme das, was Christen über Gott glauben? Viele sagen Nein.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Atheismus: nicht an Gott glauben.

Agnostizismus: sagen, man kann es nicht wissen.

Ein Argument hat Behauptung, Grund und Annahme.

Ein Beispiel

Beispiel

Wer über einen Streit nachdenkt, fragt auch: Was ist die Behauptung? Was ist der Grund? So prüft man auch Argumente über Gott.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

  1. Schritt 1: Schreibe die Behauptung auf.
  2. Schritt 2: Schreibe den Grund auf.
  3. Schritt 3: Suche die versteckte Annahme.

Mit einem Bild erklärt

WortBedeutung
AtheismusNicht an Gott glauben
AgnostizismusDie Frage für offen halten
AnnahmeWas stillschweigend vorausgesetzt wird

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

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Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was bedeutet Atheismus?
Zeig mir den ersten Schritt

Die Vorsilbe „a-“ bedeutet „nicht“.

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Lösung: nicht an Gott glauben

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was ist die versteckte Annahme im Satz „Wegen des Leids kann es keinen guten Gott geben“?
Zeig mir den ersten Schritt

Was muss stimmen, damit der Schluss stimmt?

Lösung ansehen

Lösung: Ein guter Gott würde alles Leid verhindern.

Tipp: Trenne beim Prüfen immer zwei Dinge: das Gefühl (Schmerz, Wut) und das Argument (Behauptung, Grund, Annahme).

Merksatz: Ein Argument besteht aus Behauptung, Grund und Annahme. Man prüft, ob Grund und Annahme stimmen.

Typischer Fehler: Viele denken, ein Argument zu prüfen heiße, die Gefühle des anderen abzulehnen. Gefühle sind echt. Das Argument kann man trotzdem prüfen.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Wie nennt man die Haltung „Man kann nicht wissen, ob es Gott gibt“?
Lösung ansehen

Lösung: Agnostizismus

Frage 2 Aus welchen Teilen besteht ein Argument hier?
Lösung ansehen

Lösung: Behauptung, Grund und Annahme

Frage 3 Was sagen viele Christinnen und Christen über Gottes Eingreifen?
Lösung ansehen

Lösung: Gott ist kein Wundertäter, der in alles eingreift.

Frage 4 Man darf ein Argument prüfen und trotzdem die Gefühle des anderen ernst nehmen.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Geschafft

Atheisten glauben nicht an Gott, Agnostiker halten die Frage für offen. Man kann ein Argument gegen Gott in Behauptung, Grund und Annahme zerlegen und prüfen. Schmerz und Argument sind zwei verschiedene Dinge.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Gott und das Leid

Kurz erklärt, 40 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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