Regel oder Gesetz?
Mendels Ergebnisse heißen Regeln, nicht Gesetze. Du lernst den Unterschied und siehst Ausnahmen.
Das lernst du heute
- Ich kann den Unterschied zwischen Regel und Gesetz erklären.
- Ich kann Ausnahmen von den Mendelschen Regeln nennen.
- Ich kann einen intermediären Erbgang beschreiben.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Die Unabhängigkeitsregel: Merkmale neu kombiniert, Kein Lebewesen gleicht dem anderen: Variabilität
In der Physik gilt zum Beispiel das Fallgesetz. Ein Naturgesetz gilt unter bestimmten Bedingungen immer, ohne Ausnahme. Man kann es genau mit Formeln beschreiben.
In der Biologie sind Muster oft nicht so streng. Eine Regel beschreibt, was meistens gilt. Es gibt Ausnahmen oder Voraussetzungen. Darum spricht man von den Mendelschen Regeln.
Ausnahmen:
Unvollständige Dominanz: Bei der Wunderblume sind die Nachkommen von roten und weißen Pflanzen rosa. Keines der Allele setzt sich durch. Das nennt man intermediären Erbgang. Die Uniformitätsregel gilt trotzdem: Alle F1 sind rosa. In der F2 gibt es 1 rot : 2 rosa : 1 weiß. Hier stimmen Genotypen und Phänotypen überein.
Gekoppelte Gene: Liegen zwei Gene nahe beieinander auf demselben Chromosom, werden sie meist zusammen vererbt. Die Unabhängigkeitsregel gilt dann nicht.
Viele Gene für ein Merkmal: Körpergröße oder Hautfarbe werden von vielen Genen und von der Umwelt beeinflusst. Hier gibt es keine einfachen Verhältnisse wie 3 : 1.
Mendels Regeln gelten unter klaren Bedingungen: ein Merkmal, ein Gen, klare Dominanz, Gene auf verschiedenen Chromosomen. Darum sind sie trotzdem sehr nützlich.
| Regel (Biologie) | Gesetz (Physik) | |
|---|---|---|
| Geltung | meistens, unter Bedingungen | ohne Ausnahme unter den genannten Bedingungen |
| Ausnahmen | möglich | keine |
| Beispiel | Spaltungsregel 3 : 1 | Fallgesetz |
Wunderblume: rot × weiß
- P: RR (rot) × WW (weiß).
- F1: alle RW, alle rosa (Uniformität gilt).
- F2: 1 RR : 2 RW : 1 WW.
- Phänotypen: 1 rot : 2 rosa : 1 weiß.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Ein Gesetz gilt immer.
Eine Regel gilt meistens.
Mendels Regeln haben Ausnahmen.
Ein Beispiel
Eine Wetterregel sagt: Abendrot, Schönwetterbot. Meistens stimmt das, aber nicht immer. Das ist eine Regel, kein Gesetz.
Schritt für Schritt
Wir wenden die Spaltung beim intermediären Erbgang an.
- F1: RW × RW.
- Kombinationsquadrat: RR, RW, RW, WW.
- Genotypen 1 : 2 : 1.
- Phänotypen 1 rot : 2 rosa : 1 weiß.
Mit einem Bild erklärt
| R | W | |
|---|---|---|
| R | RR (rot) | RW (rosa) |
| W | RW (rosa) | WW (weiß) |
Zur Grundlage zurück
- Die Unabhängigkeitsregel: Merkmale neu kombiniert – Du kennst die drei Regeln.
- Kein Lebewesen gleicht dem anderen: Variabilität – Du kennst Variabilität.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Denke an die Ausnahmen.
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Lösung: Sie gelten unter Bedingungen und haben Ausnahmen.
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Welche Farbe haben die Nachkommen?
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Lösung: intermediär
Tipp: Prüfe vor dem Anwenden einer Regel: Passen die Bedingungen? Ein Merkmal? Ein Gen? Klare Dominanz?
Merksatz: Mendels Regeln beschreiben Muster. Sie gelten unter Bedingungen und haben Ausnahmen. Darum heißen sie Regeln.
Typischer Fehler: Man denkt manchmal, ein Allel setze sich immer ganz durch. Beim intermediären Erbgang ist keines der beiden Allele dominant. Beide zeigen eine Wirkung.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: 1 rot : 2 rosa : 1 weiß
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Lösung: wenn die Gene auf demselben Chromosom nahe beieinander liegen
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Lösung: Ein Naturgesetz gilt unter seinen Bedingungen ohne Ausnahme.
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Lösung: Stimmt nicht
Geschafft
Regeln gelten meistens, Gesetze ohne Ausnahme. Mendels Regeln haben Voraussetzungen. Ausnahmen sind der intermediäre Erbgang, gekoppelte Gene und Merkmale mit vielen Genen.
Kannst du das schon?
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