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Biologie

Regel oder Gesetz?

Mendels Ergebnisse heißen Regeln, nicht Gesetze. Du lernst den Unterschied und siehst Ausnahmen.

  • ca. 10 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich kann den Unterschied zwischen Regel und Gesetz erklären.
  • Ich kann Ausnahmen von den Mendelschen Regeln nennen.
  • Ich kann einen intermediären Erbgang beschreiben.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Die Unabhängigkeitsregel: Merkmale neu kombiniert, Kein Lebewesen gleicht dem anderen: Variabilität

In der Physik gilt zum Beispiel das Fallgesetz. Ein Naturgesetz gilt unter bestimmten Bedingungen immer, ohne Ausnahme. Man kann es genau mit Formeln beschreiben.

In der Biologie sind Muster oft nicht so streng. Eine Regel beschreibt, was meistens gilt. Es gibt Ausnahmen oder Voraussetzungen. Darum spricht man von den Mendelschen Regeln.

Ausnahmen:

Unvollständige Dominanz: Bei der Wunderblume sind die Nachkommen von roten und weißen Pflanzen rosa. Keines der Allele setzt sich durch. Das nennt man intermediären Erbgang. Die Uniformitätsregel gilt trotzdem: Alle F1 sind rosa. In der F2 gibt es 1 rot : 2 rosa : 1 weiß. Hier stimmen Genotypen und Phänotypen überein.

Gekoppelte Gene: Liegen zwei Gene nahe beieinander auf demselben Chromosom, werden sie meist zusammen vererbt. Die Unabhängigkeitsregel gilt dann nicht.

Viele Gene für ein Merkmal: Körpergröße oder Hautfarbe werden von vielen Genen und von der Umwelt beeinflusst. Hier gibt es keine einfachen Verhältnisse wie 3 : 1.

Mendels Regeln gelten unter klaren Bedingungen: ein Merkmal, ein Gen, klare Dominanz, Gene auf verschiedenen Chromosomen. Darum sind sie trotzdem sehr nützlich.

Regel und Gesetz
Regel (Biologie)Gesetz (Physik)
Geltungmeistens, unter Bedingungenohne Ausnahme unter den genannten Bedingungen
Ausnahmenmöglichkeine
BeispielSpaltungsregel 3 : 1Fallgesetz

Wunderblume: rot × weiß

  1. P: RR (rot) × WW (weiß).
  2. F1: alle RW, alle rosa (Uniformität gilt).
  3. F2: 1 RR : 2 RW : 1 WW.
  4. Phänotypen: 1 rot : 2 rosa : 1 weiß.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Ein Gesetz gilt immer.

Eine Regel gilt meistens.

Mendels Regeln haben Ausnahmen.

Ein Beispiel

Beispiel

Eine Wetterregel sagt: Abendrot, Schönwetterbot. Meistens stimmt das, aber nicht immer. Das ist eine Regel, kein Gesetz.

Schritt für Schritt

Wir wenden die Spaltung beim intermediären Erbgang an.

  1. F1: RW × RW.
  2. Kombinationsquadrat: RR, RW, RW, WW.
  3. Genotypen 1 : 2 : 1.
  4. Phänotypen 1 rot : 2 rosa : 1 weiß.

Mit einem Bild erklärt

RW
RRR (rot)RW (rosa)
WRW (rosa)WW (weiß)

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Ausprobieren

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Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Warum nennt man Mendels Ergebnisse „Regeln“ und nicht „Gesetze“?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an die Ausnahmen.

Lösung ansehen

Lösung: Sie gelten unter Bedingungen und haben Ausnahmen.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Bei der Wunderblume ist die F1 aus rot × weiß rosa. Wie heißt dieser Erbgang?
Zeig mir den ersten Schritt

Welche Farbe haben die Nachkommen?

Lösung ansehen

Lösung: intermediär

Tipp: Prüfe vor dem Anwenden einer Regel: Passen die Bedingungen? Ein Merkmal? Ein Gen? Klare Dominanz?

Merksatz: Mendels Regeln beschreiben Muster. Sie gelten unter Bedingungen und haben Ausnahmen. Darum heißen sie Regeln.

Typischer Fehler: Man denkt manchmal, ein Allel setze sich immer ganz durch. Beim intermediären Erbgang ist keines der beiden Allele dominant. Beide zeigen eine Wirkung.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Welches Verhältnis der Phänotypen gibt es in der F2 der Wunderblume?
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Lösung: 1 rot : 2 rosa : 1 weiß

Frage 2 Wann gilt die Unabhängigkeitsregel nicht?
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Lösung: wenn die Gene auf demselben Chromosom nahe beieinander liegen

Frage 3 Welche Aussage stimmt?
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Lösung: Ein Naturgesetz gilt unter seinen Bedingungen ohne Ausnahme.

Frage 4 Bei einem intermediären Erbgang gilt die Uniformitätsregel nicht.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Geschafft

Regeln gelten meistens, Gesetze ohne Ausnahme. Mendels Regeln haben Voraussetzungen. Ausnahmen sind der intermediäre Erbgang, gekoppelte Gene und Merkmale mit vielen Genen.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Mendel und die Regeln der Vererbung

Kurz erklärt, 43 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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