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Islamische Religion

Verhalten beurteilen mit Koran und Sunna

Mit den Quellen kann man Verhalten bewerten. Dafür braucht man Gründe, nicht nur ein Gefühl.

  • ca. 11 Minuten
  • Klasse 6
  • Niveau: Plus

Das lernst du heute

  • Ich kann ein Verhalten Schritt für Schritt beurteilen.
  • Ich kann eine Begründung von einer bloßen Meinung unterscheiden.
  • Ich weiß, dass Menschen dabei zu unterschiedlichen Urteilen kommen können.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Koran, Sunna, Idschma' und Qiyas

Wenn Muslime ein Verhalten bewerten, fragen sie: Was sagen Koran und Sunna dazu? Dafür beschreibt man erst die Situation. Dann sucht man eine passende Aussage, etwa zu Ehrlichkeit, Hilfe oder Fürsorge. Danach kommt das Urteil mit Begründung. Ein Beispiel: Ein Kind findet auf dem Schulhof ein Portemonnaie mit Geld und gibt es im Sekretariat ab. Aus der Lehre von Ehrlichkeit und Vertrauen lässt sich begründen: Das Verhalten ist gut. Gute Urteile haben immer einen Grund. Menschen können dabei verschiedene Gründe finden oder Dinge unterschiedlich gewichten. Das ist normal und gehört zur Diskussion.

SchrittFrage
1 SituationWas ist passiert?
2 QuelleWas sagen Koran oder Sunna dazu?
3 UrteilIst das Verhalten gut oder nicht?
4 BegründungWarum? Welche Aussage stützt das Urteil?

So beurteilst du ein Verhalten

  1. Beschreibe die Situation sachlich.
  2. Suche einen passenden Grundsatz, zum Beispiel Ehrlichkeit oder Hilfe.
  3. Formuliere dein Urteil.
  4. Begründe es mit dem Grundsatz.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Erst beschreiben, was passiert ist.

Dann einen passenden Grundsatz suchen.

Dann sagen, warum du etwas gut oder nicht gut findest.

Ein Beispiel

Beispiel

Ein Junge lacht eine Mitschülerin aus. Die Quellen sprechen vom respektvollen Umgang. Ein mögliches Urteil: Das Verhalten ist nicht gut, weil man andere nicht verletzen soll.

Schritt für Schritt

Wir beurteilen eine Situation.

  1. Situation: Zwei Kinder teilen ihr Pausenbrot mit einem Kind, das keins hat.
  2. Grundsatz: Teilen und Hilfe sind erwünscht.
  3. Urteil: Das Verhalten ist gut.
  4. Begründung: Man soll Bedürftigen helfen.

Mit einem Bild erklärt

VerhaltenPassender Grundsatz
Fund abgebenEhrlichkeit
Pausenbrot teilenHilfe und Teilen
Jemanden auslachenRespekt

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Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Welche Reihenfolge passt zum Beurteilen?
Zeig mir den ersten Schritt

Womit beginnst du: mit dem Urteil oder mit der Beschreibung?

Lösung ansehen

Lösung: Situation, Quelle, Urteil, Begründung

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Welcher Satz ist eine Begründung?
Zeig mir den ersten Schritt

Welcher Satz sagt warum?

Lösung ansehen

Lösung: Das Verhalten ist gut, weil man ehrlich sein soll.

Tipp: Ein gutes Urteil beginnt mit: Ich finde das Verhalten gut oder nicht gut, weil … Und dann folgt der Grund.

Merksatz: Situation beschreiben, Grundsatz suchen, Urteil bilden, Urteil begründen.

Typischer Fehler: Nur zu sagen: Das finde ich doof. Ein Urteil braucht einen Grund aus den Quellen oder aus gutem Nachdenken.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Zu welchem Grundsatz passt: ein gefundenes Portemonnaie abgeben?
Lösung ansehen

Lösung: Ehrlichkeit

Frage 2 Gute Urteile haben einen Grund.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 3 Alle Menschen kommen bei jeder Frage zum selben Urteil.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 4 Wie beginnt man das Beurteilen?
Lösung ansehen

Lösung: Mit einer sachlichen Beschreibung der Situation

Geschafft

Man beurteilt Verhalten in vier Schritten: Situation, Quelle, Urteil, Begründung. Gute Urteile nennen den Grund. Menschen können zu unterschiedlichen Urteilen kommen.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Koran und Sunna

Kurz erklärt, 40 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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