Die Mutazila: Vernunft und Gerechtigkeit Gottes
Die Mutazila betonte Vernunft und die Gerechtigkeit Gottes. Sie entstand im 8. Jahrhundert in Basra.
Das lernst du heute
- Ich kann die Mutazila historisch einordnen.
- Ich kann ihre wichtigsten Lehren nennen.
- Ich kann erklären, wie sie die Gerechtigkeit Gottes begründet.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Tauhid: der Glaube an den einen Gott, Was eine Denkschule ist
Die Mutazila entstand im 8. Jahrhundert in Basra. Als Begründer gilt Wasil ibn Ata, der um 748 starb. Der Name bedeutet etwa „die sich Absondernden“.
Die Mutazila stellte zwei Gedanken in die Mitte: die Einheit Gottes und die Gerechtigkeit Gottes. Sie bildete daraus fünf Grundsätze.
Zur Einheit: Nichts ist Gott gleich. Dazu verweist man auf Sure 42, Vers 11. Darum sagte die Mutazila: Wäre der Koran ewig wie Gott, gäbe es neben Gott etwas Zweites, das ewig ist. Das schien ihr gegen die Einheit zu sprechen. Sie lehrte deshalb, dass der Koran von Gott erschaffen wurde. Er ist nach ihrer Sicht trotzdem Gottes Wort.
Zur Gerechtigkeit: Gott tut niemandem Unrecht, so heißt es sinngemäß in Sure 4, Vers 40. Eine Strafe ist nur gerecht, wenn der Mensch frei gehandelt hat. Darum lehrte die Mutazila: Der Mensch gestaltet seine Handlungen selbst und trägt die Verantwortung. Dazu passt Sure 18, Vers 29. Dort heißt es sinngemäß: Wer will, soll glauben, und wer will, soll es lassen.
Die Mutazila vertraute stark der Vernunft. Sie sagte: Die Vernunft kann erkennen, was gut und was böse ist. Die Offenbarung bestätigt das und gibt Hinweise.
Der Kalif al-Mamun, der von 813 bis 833 regierte, unterstützte diese Lehre. Im Jahr 833 ließ er Gelehrte prüfen, ob sie den Koran für erschaffen hielten. Diese Prüfung hieß Mihna. Der Gelehrte Ahmad ibn Hanbal lehnte die Lehre vom erschaffenen Koran ab. Die Mihna endete Mitte des 9. Jahrhunderts. Danach verlor die Mutazila in den sunnitischen Gebieten an Einfluss.
| Grundsatz | Kurz erklärt |
|---|---|
| Tauhid | Die Einheit Gottes: Nichts ist Gott gleich. |
| Adl | Die Gerechtigkeit Gottes: Gott tut nur Gerechtes. |
| Versprechen und Drohung | Gott hält, was er ankündigt: Lohn für gute Taten und Strafe für böse Taten. |
| Stellung dazwischen | Wer schwer sündigt, ist weder einfach gläubig noch einfach ungläubig. |
| Das Gute gebieten | Menschen sollen sich für das Gute einsetzen und vor dem Bösen warnen. |
Warum folgt aus Gerechtigkeit die Willensfreiheit?
- Gott ist gerecht.
- Eine gerechte Strafe setzt Verantwortung voraus.
- Verantwortung setzt eine freie Entscheidung voraus.
- Also gestaltet der Mensch seine Handlungen selbst. So lehrte die Mutazila.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Die Mutazila stellt Gottes Gerechtigkeit in die Mitte.
Der Mensch ist frei.
Die Vernunft hilft beim Erkennen von Gut und Böse.
Ein Beispiel
Stell dir eine Schule vor. Eine Lehrerin bestraft einen Schüler für etwas, das er nicht verhindern konnte. Das wäre ungerecht. Die Mutazila sagt: Auch Gott straft nur, wenn der Mensch frei war.
Schritt für Schritt
Wir folgen dem Gedanken der Gerechtigkeit.
- Wir sagen: Gott ist gerecht.
- Wir fragen: Wann ist eine Strafe gerecht?
- Wir antworten: Wenn der Mensch frei entschieden hat.
- Wir schließen: Der Mensch ist frei und verantwortlich.
Mit einem Bild erklärt
| Stichwort | Lehre der Mutazila |
|---|---|
| Vernunft | Sie erkennt Gut und Böse |
| Mensch | Frei und verantwortlich |
| Koran | Gottes Wort, von Gott erschaffen |
Zur Grundlage zurück
- Tauhid: der Glaube an den einen Gott – Du kennst schon den Tauhid.
- Was eine Denkschule ist – Du weißt schon, was eine Denkschule ist.
Jetzt zusammen
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Zeig mir den ersten Schritt
Denke an Vernunft und Gerechtigkeit.
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Lösung: Die Vernunft kann Gut und Böse erkennen.
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Denke an die Einheit Gottes.
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Lösung: Sie wollte zeigen: Nichts außer Gott ist ewig.
Tipp: Die Mutazila nannte sich „Leute der Einheit und der Gerechtigkeit“. Diese zwei Begriffe helfen dir beim Merken.
Merksatz: Die Mutazila betonte die Einheit und die Gerechtigkeit Gottes. Sie vertraute der Vernunft und lehrte die Freiheit des Menschen.
Typischer Fehler: Zu glauben, die Mutazila habe den Koran abgelehnt. Sie sah ihn als Gottes Wort, hielt ihn aber für erschaffen.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Wasil ibn Ata
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Stimmt
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Lösung: al-Mamun
Geschafft
Die Mutazila entstand im 8. Jahrhundert in Basra. Sie betonte die Vernunft, die Einheit und die Gerechtigkeit Gottes. Der Mensch ist nach ihr frei und verantwortlich.
Kannst du das schon?
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