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Islamische Religion

Die Mutazila: Vernunft und Gerechtigkeit Gottes

Die Mutazila betonte Vernunft und die Gerechtigkeit Gottes. Sie entstand im 8. Jahrhundert in Basra.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Basis

Das lernst du heute

  • Ich kann die Mutazila historisch einordnen.
  • Ich kann ihre wichtigsten Lehren nennen.
  • Ich kann erklären, wie sie die Gerechtigkeit Gottes begründet.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Tauhid: der Glaube an den einen Gott, Was eine Denkschule ist

Die Mutazila entstand im 8. Jahrhundert in Basra. Als Begründer gilt Wasil ibn Ata, der um 748 starb. Der Name bedeutet etwa „die sich Absondernden“.

Die Mutazila stellte zwei Gedanken in die Mitte: die Einheit Gottes und die Gerechtigkeit Gottes. Sie bildete daraus fünf Grundsätze.

Zur Einheit: Nichts ist Gott gleich. Dazu verweist man auf Sure 42, Vers 11. Darum sagte die Mutazila: Wäre der Koran ewig wie Gott, gäbe es neben Gott etwas Zweites, das ewig ist. Das schien ihr gegen die Einheit zu sprechen. Sie lehrte deshalb, dass der Koran von Gott erschaffen wurde. Er ist nach ihrer Sicht trotzdem Gottes Wort.

Zur Gerechtigkeit: Gott tut niemandem Unrecht, so heißt es sinngemäß in Sure 4, Vers 40. Eine Strafe ist nur gerecht, wenn der Mensch frei gehandelt hat. Darum lehrte die Mutazila: Der Mensch gestaltet seine Handlungen selbst und trägt die Verantwortung. Dazu passt Sure 18, Vers 29. Dort heißt es sinngemäß: Wer will, soll glauben, und wer will, soll es lassen.

Die Mutazila vertraute stark der Vernunft. Sie sagte: Die Vernunft kann erkennen, was gut und was böse ist. Die Offenbarung bestätigt das und gibt Hinweise.

Der Kalif al-Mamun, der von 813 bis 833 regierte, unterstützte diese Lehre. Im Jahr 833 ließ er Gelehrte prüfen, ob sie den Koran für erschaffen hielten. Diese Prüfung hieß Mihna. Der Gelehrte Ahmad ibn Hanbal lehnte die Lehre vom erschaffenen Koran ab. Die Mihna endete Mitte des 9. Jahrhunderts. Danach verlor die Mutazila in den sunnitischen Gebieten an Einfluss.

GrundsatzKurz erklärt
TauhidDie Einheit Gottes: Nichts ist Gott gleich.
AdlDie Gerechtigkeit Gottes: Gott tut nur Gerechtes.
Versprechen und DrohungGott hält, was er ankündigt: Lohn für gute Taten und Strafe für böse Taten.
Stellung dazwischenWer schwer sündigt, ist weder einfach gläubig noch einfach ungläubig.
Das Gute gebietenMenschen sollen sich für das Gute einsetzen und vor dem Bösen warnen.

Warum folgt aus Gerechtigkeit die Willensfreiheit?

  1. Gott ist gerecht.
  2. Eine gerechte Strafe setzt Verantwortung voraus.
  3. Verantwortung setzt eine freie Entscheidung voraus.
  4. Also gestaltet der Mensch seine Handlungen selbst. So lehrte die Mutazila.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Die Mutazila stellt Gottes Gerechtigkeit in die Mitte.

Der Mensch ist frei.

Die Vernunft hilft beim Erkennen von Gut und Böse.

Ein Beispiel

Beispiel

Stell dir eine Schule vor. Eine Lehrerin bestraft einen Schüler für etwas, das er nicht verhindern konnte. Das wäre ungerecht. Die Mutazila sagt: Auch Gott straft nur, wenn der Mensch frei war.

Schritt für Schritt

Wir folgen dem Gedanken der Gerechtigkeit.

  1. Wir sagen: Gott ist gerecht.
  2. Wir fragen: Wann ist eine Strafe gerecht?
  3. Wir antworten: Wenn der Mensch frei entschieden hat.
  4. Wir schließen: Der Mensch ist frei und verantwortlich.

Mit einem Bild erklärt

StichwortLehre der Mutazila
VernunftSie erkennt Gut und Böse
MenschFrei und verantwortlich
KoranGottes Wort, von Gott erschaffen

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Welches Stichwort passt zur Mutazila?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an Vernunft und Gerechtigkeit.

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Lösung: Die Vernunft kann Gut und Böse erkennen.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Warum hielt die Mutazila den Koran für erschaffen?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an die Einheit Gottes.

Lösung ansehen

Lösung: Sie wollte zeigen: Nichts außer Gott ist ewig.

Tipp: Die Mutazila nannte sich „Leute der Einheit und der Gerechtigkeit“. Diese zwei Begriffe helfen dir beim Merken.

Merksatz: Die Mutazila betonte die Einheit und die Gerechtigkeit Gottes. Sie vertraute der Vernunft und lehrte die Freiheit des Menschen.

Typischer Fehler: Zu glauben, die Mutazila habe den Koran abgelehnt. Sie sah ihn als Gottes Wort, hielt ihn aber für erschaffen.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Wer gilt als Begründer der Mutazila?
Lösung ansehen

Lösung: Wasil ibn Ata

Frage 2 Die Mutazila lehrte, dass der Mensch seine Handlungen selbst gestaltet.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 3 Die Mihna begann im Jahr 833.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 4 Welcher Kalif unterstützte die Mutazila?
Lösung ansehen

Lösung: al-Mamun

Geschafft

Die Mutazila entstand im 8. Jahrhundert in Basra. Sie betonte die Vernunft, die Einheit und die Gerechtigkeit Gottes. Der Mensch ist nach ihr frei und verantwortlich.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

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